17.09.2019 | 20:26 Uhr Überreste von Uranerzaufbereitung in Freital beseitigt

Bis Anfang der 1960er-Jahre wurde im Saugrund bei Freital Uranerz aufbereitet. Dabei fielen radioaktive, schlammige Rückstände an, welche in vier Teichen eingelagert wurden. Ein Teil des Schlamms lagerte sich an den Randbereichen und drohte durch Winde in der Umgebung verteilt zu werden. Seit 2016 wurde die Anlage durch die Wismut GmbH saniert.

Die Wismut GmbH hat am Dienstag den sanierten Uranteich 4 an die Stadt Freital übergeben. Die ehemalige Absetzanlage Teich 4 war eines der letzten unsanierten Objekte im Bereich des Saugrunds und gleichzeitig das größte Schlammbecken auf dem Gelände. Bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter an schwach radioaktiven Rückständen wurden hier eingelagert. Die Hälfte davon im Teich 4.

Handeln war dringend erforderlich

Nach Einstellung der Uranerzaufbereitung Anfang der 1960er-Jahre wurde das Becken nicht saniert. Das Areal blieb nahezu unverändert. Nach Angaben der Wismut hätten bei heftigem Niederschlag radioaktive Schadstoffe wie Blei, Radon oder Radium aus dem Schlamm ins Grundwasser gelangen können. Außerdem bestand die Gefahr, dass Vögel aus den Absetzbecken trinken und die Schadstoffe so aufnehmen. Hinzu kam, dass der Wasserspiegel des Teichs stark schwankte. Dadurch lagen die Randbereiche bei Trockenheit frei und waren der Natur ausgesetzt. Durch Winde hätten sich Rückstände aus dem radioaktiven Schlamm in der Umgebung verteilen können.

Wie lief die Sanierung ab?

Im Herbst 2015 begann die Wismut GmbH mit dem Abpumpen des über dem Schlamm lagernden Teichwassers und der Rodung von bewaldeten Flächen am Rand des Teichs. Die eigentlichen Arbeiten zum Entwässern der Schlämme begannen ein Jahr später. Dafür wurden fast 14.000 Dochte, jeder war knapp fünf Meter lang, in den Boden eingelassen. Dadurch wurde Wasser, welches sich zwischen dem feinkörnigen Schlamm gefangen hatte gefasst, abgepumpt und in einer Anlage behandelt. Anschließend wurde eine knapp 1,5 Meter hohe Abdeckung aufgetragen. Der Teich soll weiterhin als Regenrückhaltebecken zum Hochwasserschutz für die Stadt Freital und das angrenzende Edelstahlwerk genutzt werden. Dafür wurde ein Ableitungssystem für Regenwasser installiert. Insgesamt investierte die Wismut GmbH rund 6,2 Millionen Euro.

Warum die Sanierung so lange auf sich warten lies

Sanierter Uranteich 4 in Freital
Nach vier Jahren ist die Sanierung am Uranteich 4 abgeschlossen. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Nach der Stilllegung war das Areal nicht mehr im Besitz der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut, die im Bereich der Sowjetischen Besatzungszone Uran für Atomwaffen gewinnen sollte. Dadurch stellte der Bund ab 1991 keine Mittel für eine Sanierung zur Verfügung. Der neue Grundstückseigentümer war zur Sanierung nicht verpflichtet. Erst seit dem Jahr 2003 werden Wismut-Altstandorte auf der Grundlage eines Verwaltungsabkommen zwischen dem Bund und dem Freistaat Sachsen saniert. Beide Seiten stellen bis ins Jahr 2035 insgesamt 445 Millionen Euro zur Verfügung. Das staatliche Nachfolgeunternehmen, die Wismut GmbH, führt die Sanierung seitdem im Auftrag des Freistaates Sachsen durch.

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.09.2019 | 19:00 Uhr

Echt Moderator Sven Voss bei einer Übung der Wismut-Grubenwehr 1 min
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Echt | MDR FERNSEHEN | 27.02.2019 | 21:15 Uhr Im Einsatz mit der Wismut-Grubenwehr

Im Einsatz mit der Wismut-Grubenwehr

Mi 27.02.2019 21:15Uhr 01:22 min

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Zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 21:26 Uhr

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