28.05.2020 | 17:13 Uhr Mutmaßliche Drogenschmuggler sollen elf Jahre hinter Gitter

Im Prozess um Drogenschmuggel in großer Menge hat die Staatsanwaltschaft Dresden jeweils elf Jahre Haft für die beiden Angeklagten gefordert. Sie sieht es als erwiesen an, dass die 41 und 48 Jahre alten Männer aus der Mongolei vor gut einem Jahr 70 Kilogramm Heroin mit einem Straßenverkaufswert von mindestens drei Millionen Euro nach Deutschland eingeführt haben. Die Staatsanwaltschaft plädierte am Landgericht Dresden für eine Verurteilung wegen gemeinschaftlicher unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.

Der Prozess wird am 11. Juni mit Plädoyers fortgesetzt. Voraussichtlich werde dann auch das Urteil gesprochen, teilte die Anklagebehörde mit.

Einreise mit Diplomatenpass

Die Angeklagten hatten sich als Diplomat und dessen Fahrer ausgegeben, als sie bei einer Routinekontrolle am 3. Mai 2019 von Zollfahndern auf der Autobahn Prag-Dresden bei Bad Gottleuba gestoppt wurden. Im Kofferraum ihres Autos mit Diplomatenkennzeichen befanden sich insgesamt 140 Pakete mit je 500 Gramm Heroin, verpackt in zwei Koffern.

Die Männer, die am Generalkonsulat ihres Landes in Istanbul in der Türkei beschäftigt waren, hatten auf diplomatische Immunität verwiesen. Zwar hatte einer der beiden tatsächlich einen Diplomatenpass, aber sie waren weder in Deutschland akkreditiert noch in diplomatischer Mission unterwegs. Deshalb könnten sich die Beschuldigten nicht auf die diplomatische Immunität berufen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Quelle: MDR/dpa/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.05.2020 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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