Steintürme in der Sächsischen Schweiz
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

19.09.2019 | 12:11 Uhr Invasion der Steinmännchen in der Sächsischen Schweiz

Steintürme in der Sächsischen Schweiz
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Ein Fototrend beschäftigt die Nationalparkverwaltung in der Sächsischen Schweiz. Immer wieder bauen Wanderer kleine Türme aus Steinen auf, um ein interessantes Foto für ihren Blog oder ihr Instagramprofil zu schießen. Obwohl sich das harmlos anhört, ist es das nicht. "Für uns ist das durchaus ein Problem. Es ist schlecht für Tiere und Pflanzen, auf diese Weise in die Natur einzugreifen", sagt der Leiter für Öffentlichkeitsarbeit in der Nationalparkverwaltung, Hanspeter Mayr. So etwas nur für schöne Fotos zu tun, sei ohnehin fragwürdig und widerspreche dem Grundsatz "hinterlasse keine Spuren".

Häufung von Steinmännchen im Uttewalder Grund

Eine Stelle, die besonders von dem Trend betroffen ist, ist das Bachbett im Uttewalder Grund. Dieses wurde großflächig ausgeräumt, um dutzende Steintürme zu bauen. "Wir beobachten das seit drei, vier Jahren. Mir persönlich sind solche Steinmännchen auch aus dem Alpenraum bekannt. Dort nimmt man sie als Wegmarkierung. Allerdings gibt es sie nicht in dieser Häufung wie bei uns, sondern nur gelegentlich", sagt Hanspeter Mayr.

Steintürme in der Sächsischen Schweiz
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Stimmen mehren sich, etwas gegen die Türme zu tun

"Eine deutlichere Spur für menschliche Anwesenheit wie so ein Türmchen gibt es nicht. Für Menschen, die in die Natur gehen, um sich zu erholen, ist das nicht so schön, wenn sie merken, dass hier schon Hunderte andere Menschen waren." In der Nationalparkverwaltung mehrten sich daher die Stimmen, etwas gegen die Steintürme zu tun. "Hin und wieder bauen wir die Türme auch mal ab. Sie sind jedoch auch schnell wieder aufgebaut." Er denke, dass viele Kinder die Türme in dem Nationalpark errichteten. "An dieser Stelle sind die Kinder mit ihren Familien schon zwei Kilometer gewandert. Ich vermute mal, dass das für sie eine Abwechslung ist. Hinzu kommt, dass die Stelle recht leicht zugänglich ist."

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 19.09.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2019, 12:10 Uhr

3 Kommentare

real_silver vor 4 Wochen

Ja, die Türmchen hab ich auch schon vor einigen Jahren mal gesehen, glaub irgendwo in der Nähe der Schwedenlöcher - habs damals fotografiert weil's mich total irritiert hatte - wer war das und warum? Aber dass da am Ende so ein Trend daraus entsteht, hätte ich nicht gedacht.

real_silver vor 4 Wochen

Abstürzende Felsen, fehlende Geländer - ähm, ja. Das ist eben wilde Natur. Wer für jeden Schritt ein Geländer braucht, sollte da eben nicht durchwandern, so seh ich das. An den Zugängen ist alles genauestens erklärt, die Wanderwege sind gut ausgeschildert und auf ihre Schwierigkeit wird hingewiesen, größtenteils ist alles gut befestigt - was soll's denn noch sein? Und Abstürzende Felsen in einem derartigen Gebirge sind normal, warum sollte man da auch noch künstlich eingreifen? Wer klettern geht oder meint, sich für ein Selfie an den äußersten Rand einer Klippe posieren zu müssen, tut dies auf eigenes Risiko und sollte sich der potentiellen Gefahr im Vorraus bewusst sein.

Manfred vor 4 Wochen

Muss man denn alles in Frage stellen, es gibt nun mal Dinge die entwickeln sich und verschwinden genauso schnell wieder,wie zum Beispiel der Trend Vorhängeschlösser an Brückengeländern. Ich glaube in der Sächsischen Schweiz gibt es ganz andere Sicherheitsrelevante Probleme, abstürzende Felsen, fehlende Geländer usw., solange es begeisterte Touristen fotografieren ist es doch in Ordnung und es wird wohl kaum einen Igel erschlagen wenn so ein Türmchen mal umfällt.

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