25.04.2019 | 15:15 Uhr Waldbrandgefahr: Nationalpark Sächsische Schweiz darf nachts nicht betreten werden

Insgesamt 15 Waldbrände sind wegen der hohen Trockenheit im vergangenen Jahr in der Sächsischen Schweiz ausgebrochen. Darunter war auch ein Großbrand, der von 400 Rettungskräften gelöscht werden musste. Dabei wurden 15.000 Quadratmeter Riffvegetation vernichtet.

Wegen der hohen Waldbrandgefahr dürfen der Nationalpark und das Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz vorerst in der Nacht nicht mehr betreten werden. "In der Zeit von 21 Uhr abends bis um 6 Uhr des Folgetages ist das Betreten des Waldes einschließlich aller Waldwege untersagt", heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes Sächsische Schweiz Osterzgebirge. Ausgenommen sei der Aufenthalt in den ausgewiesenen Trekkinghütten des Forststeigs, sofern diese vor 21 Uhr erreicht werden. Verboten ist es zudem, gekennzeichnete Waldwege zu verlassen, heißt es in der Allgemeinverfügung. Dies gelte für den gesamten Tag.

"Aufgrund der trockenen Witterung und der hohen Temperaturen besteht eine außerordentlich große Waldbrandgefahr", begründete das Landratsamt das Verbot. In den vergangenen Wochen habe es häufig Waldbrände gegeben. "Deren Entstehung stand häufig in Zusammenhang mit Freilandübernachtungen." Wer sich nicht an die Anweisung hält, muss laut Amt mit empfindlichen Strafen von 2.500 bis 10.000 Euro rechnen. Zudem könnten Polizei und Forstmitarbeiter Platzverweise aussprechen. Die Allgemeinverfügung gilt ab sofort und bis auf Widerruf.

15 Waldbrände im vergangenen Jahr

Bereits im vergangenen Jahr hat es nach Angaben der Nationalparkverwaltung insgesamt 15 Waldbrände gegeben - darunter auch ein Großbrand nahe der Bastei, bei dem 15.000 Quadratmeter Felsvegetation vernichtet worden sind. 400 Rettungskräfte aus vielen umliegenden Orten waren bei dem Brand im August im Einsatz. Die hohen Kosten für den Einsatz stellten die ohnehin klammen Kommunen vor Herausforderungen. Sie gingen bis zum Innenministerium, um nach Unterstützung zu fragen.

Viele Touristen boofen in der Sächsischen Schweiz

Während das Freilandübernachten an Felsübersprüngen - das sogenannte Boofen - früher vor allem Bergsteigern vorbehalten war, finden jetzt immer mehr Touristen den Weg in die Sächsische Schweiz. Sie finden die Orte mit digitalen Apps und GPS-Trackern. Zudem werden die offiziellen Schlafstellen immer öfter auf Webseiten veröffentlicht. Das Boofen gilt als Tradition im Erzgebirge, die Bergsteiger gaben sich das Wissen um die Schlafplätze persönlich weiter. Über die digitalen Angebote und Netzwerke hat sich die Bergsteigertradition in den vergangenen Jahren immer stärker zur Touristenattraktion entwickelt.

Quelle: MDR/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.04.2019 | ab 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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