Die Plätze der Angeklagten.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Prozess "Gruppe Freital": Gericht zeigt Hochsicherheits-Saal

Die Plätze der Angeklagten.
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Der Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder der rechten Terrorvereinigung "Gruppe Freital" findet in einem speziell eingerichteten Gerichtssaal am Dresdner Hammerweg statt. Dieser befindet sich in einer geplanten Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und wurde am Dienstag vorgestellt. Ursprünglich war der Raum als Speisesaal geplant.

Im Gerichtssaal gibt es 152 Plätze für Gäste, 70 davon sind für die Presse reserviert. Die übrigen 82 Plätze sind für die Öffentlichkeit bestimmt. Laut der Sprecherin des Oberlandesgerichts, Gesine Tews, sollten Besucher einfach früh genug da sein. Wenn alle Plätze belegt sind, werde niemand mehr eingelassen.

Strenge Sicherheitsmaßnahmen

Plätze für Presse umd Gäste
Es gibt 152 Plätze für Presse und Besucher. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Jeder Gast muss am Einlass ein strenges Sicherheitsprotokoll durchlaufen, inklusive Personenkontrolle und Metalldetektoren. Taschen, Handys, Feuerzeuge und spitze Gegenstände sind nicht im Gerichtssaal zugelassen und müssen am Einlass abgegeben werden. Die Sitze der Besucher sind in vier Reihen angeordnet und durch eine Plexiglasscheibe vom eigentlichen Gerichtssaal getrennt.

Für die Angeklagten wurden acht Hafträume im Untergeschoss eingerichtet. An Prozesstagen werden sie aus ihren jeweiligen JVAs in Sachsen und Bayern zum Gericht nach Dresden gebracht.

Erstaufnahmeeinrichtung als Gerichtssaal

Zur Auswahl gerade dieses Komplexes sagte Bauleiter Jens Schönfelder, man habe die geplante Flüchtlingsunterkunft gerade fertig gestellt, als ein geeigneter Gerichtssaal gesucht wurde. "Um dem öffentlichen Interesse an dem Prozess gerecht zu werden, brauchten wir einen besonders geräumigen Saal."

Diesen habe man am Hammerweg gefunden. Weiterer Vorteil: die Räumlichkeiten mussten nicht aufwändig umgebaut werden, da sie noch nicht für Flüchtlinge eingerichtet waren. Nach dem Prozess soll der Komplex als Erstaufnahmeeinrichtung für 700 Flüchtlinge freigegeben werden. Die Möbel können für andere Gerichtsverfahren abgebaut werden, so Gesine Tews vom Oberlandesgericht. Der gesamte Umbau in einen Gerichtssaal kostete rund 5,5 Millionen Euro.

Der Prozess beginnt am 7. März und soll voraussichtlich bis September dauern. Verhandlungstage sind immer dienstags, mittwochs und jede zweite Woche freitags.

Über dieses Thema berichtet MDR auch im Radio: MDR 1 RADIO SACHSEN | 07.02.2017 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. März 2018, 14:57 Uhr

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12 Kommentare

09.02.2017 13:31 Mediator an Querdenker(9) 12

Lieber Querdenker, vor dem denken sollte man nicht vergessen, das Gehirn einzuschalten.
Was veranlasst Sie unsere Justiz eines geplanten Schauprozesses zu beschuldigen.
Einfach mal die Justiz ohne Begründung zu beleidigen zeugt nicht von einer reflektierten Position. Nur weil heutzutage jeder jeden Unsinn veröffentlichen kann, wird daraus noch lange keine Wahrheit.
Warum man einen großen Saal braucht, das wurde übrigens ausreichend mit dem Interesse der Öffentlichkeit und Presse begründet. Die Diskussion um die Saalgröße im Rahmen des NSU Prozesses kann man sich getrost sparen.
Dass man Schwerstkriminelle entsprechend sicher unterbringen muss, dass ergibt sich von selbst.
Interessant ist, dass Sie diese Angeklagten als Kameraden bezeichnen. Mal ganz abgesehen, dass Sie damit den positiv besetzten Begriff Kamerad in den Dreck ziehen drücken Sie damit doch eine persönliche Verbundenheit und Gemeinsamkeiten mit den Angeklagten aus. Das lässt bei Ihnen tief blicken!

09.02.2017 10:35 Mediator 11

Man kann gespannt sein, was die Ermittlungen gegen diese selbsternannten <Patrioten> und <Retter des Vaterlandes> bislang ergeben haben.
Jeder sollte sich selbst überlegen, welche Schnittmengen er mit solchen Menschen hat, denen schwerste Straftaten vorgeworfen werden.
Niemand muss die Flüchtlingspolitik der Regierung gut finden, aber Hakenkreuzschmierereien, Bedrohung Andersdenkender, Körperverletzungen, Steinwürfe, Brandanschläge und Sprengstoffattacken sind NIEMALS gerechtfertigt, wenn es darum geht seine Meinung auszudrücken.
In einer Demokratie werden Entscheidungen nicht durch Gewalt erzwungen sondern ergeben sich aus politischen Mehrheiten für bestimmte Parteien. Wer Gewalt untschwellig befördert, der ist kein Demokrat!
Wir sollten alle alt genug sein, dass wir wissen, dass es ein kindisches Verhalten ist zu bocken, wenn man etwas nicht sofort bekommt. Außerdem sollte jedem klar sein, dass derjenige, der am lautesten schreit nicht zwangsläufig die Mehrheit repräsentiert.

09.02.2017 09:02 Grete 10

Wie jetzt? Hat der Umbau des Gebäudes in eine Asylbewerberunterkunft 5,5 Mio. gekostet oder die Errichtung der nötigen Räume für den Prozess?

[Liebe Grete, der Umbau in den Gerichtssaal ist gemeint. Liebe Grüße, MDR.de-Redaktion]

09.02.2017 08:34 Querdenker_1 9

Es wird ein schicker Schauprozess werden und ein solcher Hochsicherheitsgerichtssaal soll nur eines bezwecken: "Schaut her wir packen die Sache richtig an und jeder Nachahmer soll erkennen was ihm droht.".

Ich bin absolut gespannt welche Strafe jeder Einzelne bekommen wird und ob überhaupt einer von den "Kameraden" nach Urteilsverkündung noch hinter Gittern bleiben muss. Die U-Haft-Zeit wird ja bekanntermaßen angerechnet...

08.02.2017 20:18 Kein Erbsenzähler 8

Es sind bisher zwar nur 5 Kommentatoren, aber einige entlarven sich selber als "Rechtsaußen"

08.02.2017 19:24 Blumenfreund 7

Ja, na klar!
Und die Erde ist eine Scheibe.

08.02.2017 19:23 Jürgen 6

5,5 Mio Euro für den Umbau eines Asylheimes in ein Gerichtsaal. Ich wette es hätte mit Sicherheit Gebäude gegeben, die man mit weniger Geld für den Prozeß voll funktionell hätte umbauen/ herrichten können. Bekloppt!

08.02.2017 09:21 Hippiehooligan 5

So kann man die Nutzung eines Gebäudes als Asylunterkunft natürlich auch verhindern :D Da werden sich die angeklagten Neonazis aber freuen...

07.02.2017 21:49 trollo 4

die deutsche Gesellschaft läst sich nicht mehr einschüchtern

07.02.2017 21:41 Erwin 3

Warum ein so enormer Aufwand?
Eine Übung für den Fall, dass man tatsächlich mal einen/mehrere Terroristen anderer Couleur vor Gericht zur Verantwortung ziehen kann?