Demonstration Beschäftigte der Schmiedewerke Roßwein protestieren gegen geplante Schließung

Protest IG Metall Schmiedewerke Roßwein
Am Sonnabend protestierten Mitarbeitende der Schmiedewerke Roßwein gegen die geplante Schließung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Mitarbeitenden der Frauenthal Powertrain GmbH in Roßwein haben am Sonnabend für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Das Schmiedewerk in Roßwein ist mit 110 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in der Region. Die Unternehmensleitung will es zum Jahresende schließen. "Wir werden bis zum Schluss darum kämpfen, dass unser Traditionsbetrieb erhalten bleibt", sagte der Betriebsratsvorsitzende Hans-Joachim Porst. Unterstützung erhalten die Beschäftigten dabei von der IG Metall Riesa. Deren 1. Bevollmächtigter, Willi Eisele, betonte, die Schmiedewerke seien tief verwurzelt in der Industriekultur der Region. "Die Schließung ist durchaus nicht alternativlos", so Eisele weiter.

In einer Betriebsversammlung Anfang September hatte die Geschäftsführung der Belegschaft mitgeteilt, den Roßweiner Standort zu schließen und nur das Stammwerk in Plettenberg zu erhalten. Als Gründe nannte sie die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Neuausrichtung in der Automobilindustrie. In Roßwein werden unter anderem Pleuelstangen für Verbrennungsmotoren hergestellt. Des Weiteren habe der coronabedingte Produktionsstillstand von knapp zwei Monaten dazu geführt, dass der Umsatz um 52 Prozent gesunken ist. Wie die Geschäftsführung weiter mitteilte, wäre ein Weiterbetrieb des Roßweiner Werkes unrentabel und würde zu einer Insolvenz des gesamten Unternehmens führen.

Quelle: MDR/sm

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 10.10.2020 | 19:00 Uhr

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