Eine Mitarbeiterin der Teigwaren Riesa GmbH prüft frische Nudeln in Riesa (Sachsen).
Bildrechte: dpa

Warnstreik abgewendet Fortschritt im Konflikt bei den Teigwaren Riesa

Seit Monaten tobt ein Tarifstreit bei den Teigwaren Riesa. Am Mittwoch war erneut ein Warnstreik geplant. Dieser fiel aus. Gewerkschaft und Firmenleitung einigten sich - allerdings noch nicht in allen Punkten.

Eine Mitarbeiterin der Teigwaren Riesa GmbH prüft frische Nudeln in Riesa (Sachsen).
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Im Streit um einen Tarifvertrag und bessere Bezahlung haben sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Geschäftsführung der Riesaer Teigwaren GmbH angenähert. "Wir haben eine Einigung mit der Gewerkschaft erzielt", sagte Oliver Freidler von der Geschäftsleitung am Mittwoch. Am Dienstagabend sei eine tarifliche Vereinbarung unterschrieben worden. Damit konnte ein für Mittwoch geplanter Warnstreik der rund 180 Beschäftigten abgewendet werden. "Wir hatten heute früh um 5:30 Uhr ganztägig zum Warnstreik aufgerufen. Dieser war dann nicht mehr erforderlich", sagte Gewerkschaftssprecher Uwe Ledwig MDR SACHSEN.

Friedenspflicht bis Ende März

Gegenstand der Vereinbarung ist laut Geschäftsleitung die bereits vorgenommene Lohnerhöhung um sieben Prozent sowie weitere Verhandlungen bis Ende März. Bis dahin soll eine Friedenspflicht gelten - es darf also nicht gestreikt werden. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) geht es in den nächsten Wochen um Urlaubs- und Weihnachtsgeld, eine weitere stufenweise Erhöhung der Löhne und die Frage der Eingruppierung.

Arbeitgeber: Alle Forderungen können nicht erfüllt werden

Geschäftsführer Freidler nannte die Ziele unrealistisch. Die Erhöhungen müssten betriebswirtschaftlich zu leisten sein. Wenn alle in dem Tarifvertrag vorgeschlagenen Zuschläge und Regelungen umgesetzt würden, entspräche das einer Entgelterhöhung um 65 Prozent in den nächsten zwei bis drei Jahren. "Da müssen wir eine Lösung finden", sagte Freidler. In den nächsten Wochen wolle man sich aufs Geschäft konzentrieren. Wegen der Warnstreiks hätten zahlreiche Kunden nicht oder nur teilweise beliefert werden können. Das 1914 gegründete Traditionsunternehmen produziert pro Tag rund 100 Tonnen Teigwaren.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.02.2019 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2019, 15:40 Uhr

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3 Kommentare

15.02.2019 11:05 Margrit Engel 3

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen in Riesa,
ich verfolge eure Kämpfe schon von Anfang an. Ich freue mich für Euren ersten Teilerfolg und wünsche Euch allen viel Kraft, Durchhaltevermögen und Einigkeit.
Ich bin ein Betriebsratsmitglied und arbeite in einer Reha-Klinik an der Nordsee. Ich führe gerade auch einen harten Kampf mit meinem Arbeitgeber. Jeder Kampf lohnt sich, auch in kleinen Schritten. Ich drücke euch die Daumen.
Liebe Grüße, Margrit Engel

14.02.2019 04:52 Rico Kirschke 2

Wie kann es sein das nach 30 Jahren Einheit in der gleichen Firma ,eine West eine Ost, zwei verschiedene Löhne gezahlt werden? Warum verdient man, nur weil man im Osten lebt weniger Lohn? Warum können Westfirmen diesen Lohn zahlen, aber Ostfirmen sind laut Geschäftsführer dazu nicht un der Lage! Man kann halt aus Ostfirmen immer noch die größten Gewinne abschöpfen!

13.02.2019 14:54 Nudelfreund 1

Den Arbeitern in Riesa alles Gute und endlich ein kräftiges Plus in der Lohntüte. Schuld an der ganzen Misere ist die Preisdrückerei vieler Einzelhandelsriesen und die Geiz ist Geil Mentalität vieler Landsleute. Sind die Nudeln nicht im Angebot,werden sie nicht gekauft. Klar,wer es sich nicht leisten kann,aber so manch ein Verbraucher sollte auch mal an die denken,die das schöne Angebot im Supermarkt herstellen.

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