24.05.2020 | 12:07 Uhr Vor zehn Jahren: Tornado verwüstet Großenhainer Land

Vor zehn Jahren, am 24. Mai 2010, fegte ein Tornado über das Großenhainer Land. Deshalb sollen um 15:30 Uhr die Sirenen im gesamten Stadtgebiet 60 Sekunden lang ertönen. Außerdem wird ab dem 25. Mai eine "Tornado-Ausstellung" im Rathaus zu sehen sein. Die Gedenkveranstaltung im Stadtpark kann aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie geplant durchgeführt werden, teilte die Stadtverwaltung mit.

Totes Mädchen, Schäden in Millionenhöhe

Bei dem Unwetter mit Windgeschwindigkeiten von bis zum 250 Kilometer pro Stunde kam 2010 ein 6-jährige Mädchen ums Leben. Es wurde von einem umstürzenden Baum erschlagen. Rund 50 Verletzte mussten stationär oder ambulant behandelt werden. 61 Personen mussten ihre zerstörten Wohnungen verlassen.

Wir können froh sein, dass damals nicht noch mehr Menschen zu Schaden gekommen sind.

Sven Mißbach Oberbürgermeister von Großenhain

Das Ereignis habe tiefe Spuren bei den Bürgerinnen und Bürgern hinterlassen, so Mißbach.

Zerstörte Bäume im Park Walda
Vor allem der Baumbestand im Stadtpark Walda litt unter den Folgen des Tornados. Bildrechte: Stadtverwaltung Großenhain

Besonders hatte der Tornado damals die Orts- und Stadtteile Colmnitz, Bauda, Walda, Kleinthiemig, Mülbitz und Rostig getroffen. Er hinterließ Schäden in Millionenhöhe an privaten und öffentlichen Gebäuden, bei Gewerbebetrieben, an der städtischen Infrastruktur und vor allem in den Grünanlagen.

Hilfe und Wiederaufbau

Dem Naturereignis folgte eine große Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität. Laut Stadt meldeten sich 300 Freiwillige aus vier Bundesländern, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Auf dem städtischen Spendenkonto gingen rund 467.000 Euro ein. Fördermittel des Freistaates hätten beim Wiederaufbau ebenfalls geholfen. "Alle Schäden konnten beseitigt und der zerstörte Baumbestand wieder aufgeforstet werden", so Mißbach, der damals noch Stadtteilmanager war.

Zudem habe das Ereignis den Menschen mehr Demut gegenüber der Natur gelehrt. "Und auch das Zusammengehörigkeitsgefühl, ist ein großer Gewinn der Situation gewesen", fasst Mißbach zusammen.

Durch den Tornado zerstörtes Haus im Stadtteil Naundorf.
Rund 100 Millionen Euro Schaden verursachte das Naturereignis 2010 im Großenhainer Land. Bildrechte: Steffen Peschel

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 24.05.2020 | 19:00 Uhr

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