Chips für selbstfahrende Autos Bosch startet Bau einer Halbleiterfabrik in Dresden


Der Autozulieferer Bosch setzt am Dienstagnachmittag in Dresden-Klotzsche den symbolischen Spatenstich für eine neue Chipfabrik. Auf einem etwa 14 Fußballfelder großen Areal soll bis Ende 2021 eines der modernsten Werke der Bosch-Gruppe entstehen. Der Konzern steckt rund eine Milliarde Euro in das Vorhaben. Wie das Unternehmen berichtet, ist das die größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Firmengeschichte.

Chips für E-Mobilität und das Internet der Dinge

In dem neuen Werk sollen Halbleiter für selbstfahrende Autos und das sogenannte Internet der Dinge produziert werden. Mit diesem Begriff ist die Vernetzung von Gegenständen gemeint, womit den Menschen der Alltag erleichtert werden soll.

Ein Schild mit der Aufschrift 'Automatisiertes Fahrzeug' steht während einer Präsentationin einem mit Bosch-Sensoren ausgestattetes Parkhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg).
Gemeinsam mit dem Autobauer Daimler will Bosch selbstfahrende Autos für den Stadtverkehr auf den Markt bringen.  Bildrechte: dpa

In Dresden kommt bei der Herstellung der Chips eine neue 300-Millimeter-Technologie zum Einsatz. Basis für die Chip-Produktion ist eine Siliziumscheibe, die Wafer genannt wird. Je größer der Wafer-Durchmesser, desto mehr Chips können pro Fertigungsdurchgang hergestellt werden. Bisher waren vor allem kleinere 150- und 200-Millimeter-Wafer etabliert - dafür hat Bosch einen Produktionsstandort in Reutlingen. Die neue 300-Millimeter-Technologie soll nun die Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und die Stückkosten senken.

Viele neue Arbeitsplätze

Bis zu 700 Mitarbeiter sollen in der neuen Fabrik arbeiten. Dresden konnte sich laut Bosch bei der Standortentscheidung gegen Konkurrenten wie Singapur und New York durchsetzen. Die Stadt biete ein "einmaliges Mikroelektronik-Cluster", so die Begründung. Der Bosch-Konzern wolle künftig eng mit den lokal ansässigen Halbleiterfirmen und Universitäten kooperieren. Der Bund fördert das Projekt mit bis zu 200 Millionen Euro. Auch der Freistaat hat Fördermittel für Technologieentwicklungsvorhaben in Aussicht gestellt. Im Raum stehen bis zu 100 Millionen Euro. Bewilligt sei aber noch nichts, hieß es aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium.

Sachsens Wirtschaft profitiert

Der Hightech-Branchenverband Silicon Saxony erhofft sich weiteren Aufwind für den Standort Dresden. "Mit seiner Milliardeninvestition ist Bosch potenzieller Kunde für unsere mittelständischen Anlagenbauer und Automatisierungsexperten", sagt der Vorstand Heinz Martin Esser. Das stärke die komplette Zulieferer- und Dienstleisterbasis am Standort. Gleichzeitig werde der Anreiz für Unternehmen größer, sich neu in Sachsen anzusiedeln, um näher am Kunden Bosch dran zu sein. Ähnlich äußert sich der Verband der Arbeitgeber: "Wir erhoffen uns von dieser Investitionsentscheidung positive Impulse für die gesamte sächsische Wirtschaft in ihrer Breite und Vielfalt", erklärt Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner.

Noch im April soll mit dem Rohbau begonnen werden. Für Herbst 2019 ist laut Bosch dann der Einzug der Maschinen geplant. Ende 2021 soll die Produktion anlaufen.

Quelle: MDR/dpa/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 24.04.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.04.2018 | ab 14:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2018, 11:41 Uhr

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2 Kommentare

24.04.2018 16:11 Hunger 2

Bahlsen produziert doch in Hannover, jetzt auch noch in Dresden.
Die Sachsen scheinen doch verfressen zusein.

24.04.2018 09:24 Brennabor 1

Noch mehr Chips für noch größeren Unsinn.
Ich kann nicht glauben, dass es funktioniert!

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