Hochwasserschutz in Dresden Weißeritz bekommt mehr Platz

Die Weißeritz in Dresden soll weiter gezähmt werden. Am sogenannten Weißeritzknick im Stadtteil Löbtau haben dafür jetzt die Bauarbeiten begonnen. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist dies einer der kritischsten Punkte des Flusses, weil der Fluss dort von seinem ursprünglichen Flusslauf weggeleitet wird.

Fluss wird gestreckt

Beim Hochwasser im August 2002 suchte sich der Fluss am "Weißeritzknick" wieder sein ehemaliges Flussbett. Die Wassermassen flossen geradeaus in Richtung Hauptbahnhof und überschwemmten ihn. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) will die Flussbiegung nach eigenen Angaben deshalb "strecken und aufweiten". Das Wasser soll den "Weißeritzknick" anschließend besser durchfließen können.

Nach Angaben der LTV wird dazu das linke Ufer vor der Brücke Löbtauer Straße um etwa 30 Meter nach links erweitert. Der Fluss erhalte so mehr Raum und soll die Brücke auch bei Hochwasser besser passieren können. Die Biegung erhalte durch Baumaßnahmen außerdem einen für das Strömungsverhalten günstigeren Radius. Deshalb spreche man von einer Streckung, so eine Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung.

Millionenprojekt Hochwasserschutz

Nach Angaben der LTV, die als Bauherrin fungiert, betragen die Kosten für das gesamte Projekt im Stadtgebiet Dresden etwa 40 Millionen Euro. Die Landeshauptstadt beteiligt sich mit etwa 14 Millionen Euro an den Kosten. Weitere 18 Millionen Euro wurden bereits am oberen Flusslauf der Weißeritz in Freital investiert.

Die Weißeritz ist der gefährlichste Fluss der Stadt Dresden. Ursache dafür sind die kurzen Vorwarnzeiten in Verbindung mit hohen Fließgeschwindigkeiten und dem Transport von Treibgut und Geröll. Im Hochwasserfall besteht Gefahr für Leib und Leben.

Christian Korndörfer Leiter des Umweltamtes der Stadt Dresden
Dresdner Hauptbahnhof steht unter Wasser
Beim Hochwasser 2002 floss die Weißeritz in ihr angestammtes Flussbett und überschwemmte den Hauptbahnhof in Dresden. Bildrechte: imago/momentphoto/Killig

Laut Landestalsperrenverwaltung wird der Hochwasserschutz an dem Fluss seit 2009 vorangetrieben. So wurden beispielsweise im Dresdner Stadtteil Plauen die Ufermauern zwischen der Brücke Altplauen und der Brücke Würzburger Straße ertüchtigt. Außerdem wurde in dem Bereich das Flussbett vertieft. Ebenso entlang des Emerich-Ambros-Ufers.

Die Arbeiten am "Weißeritzknick" werden voraussichtlich bis 2020 andauern. Nach der Fertigstellung folgen noch drei weitere, kleinere Maßnahmen im Bereich der Brücke Oederaner Straße.

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.08.2017 | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 7:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. August 2017, 18:09 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

05.08.2017 14:42 Frank 4

@ 1: Das frühere Flußbett der Weißeritz verlief zwischen der heutigen Löbtauer und Freiberger Straße. Der Weißeritzknick war für eine Durchflußmenge von ca. 180 qm/s konzipiert. Bei der Augustflut 2002 kamen dort aber ca 400 qm/s an. So suchte sich die Weißeritz, dem natürlichen Geländeverlauf folgend, ihre alte Richtung wieder und die endete im Hauptbahnhof. Die Recherche ist völlig i. O.!

05.08.2017 05:14 Enrico Pelocke 3

@1: Die Antwort steht in er Bildunterschrift und im 2. Absatz. Genau das war die Ursache für die Überschwemmung des Hbf. Die Umbauten werden dies zukünftig vermeiden. keine schlechte recherche, sondern schlech gelsen.

04.08.2017 22:09 mdr sachsen 2

@Steffen - Wie Sie dem Text und allen Berichten zum Hochwasser 2002 entnehmen können, suchte sich die Weißeritz damals ihr altes Flussbett wieder. Das führte dazu, dass die Wassermassen geradeaus direkt durch den Hauptbahnhof schossen.

04.08.2017 21:03 steffen 1

??? Was hat der Weisseritzknick und das alte Flussbett der Weisseritz mit dem Hbf zu tun??? Sehr schlechte Recherche :-(

Mehr aus der Region Dresden