Schornsteinfeger mit vierblättrigem Kleeblatt im Mund
Bildrechte: imago/imagebroker

Weltglückstag Anleitung zum Glücklichsein

Für die einen ist das Glas halb leer und die Welt schlecht, die anderen freuen sich über das halb volle Glas und blicken optimistisch in die Welt. Eine gute Ausgangslage zum heutigen Weltglückstag. Auch Pessimisten können viel für ihr Glück tun, sagt die Kultur- und Glücksforscherin Saskia Rudolph. Sie betreibt mit ihrer Kollegin Andrea Horn in Dresden eine Praxis für positive Psychologie. sie wissen, das Plus auf dem Glückskonto hat weder mit Lottogewinnen, noch dicken Gehältern zu tun.

Schornsteinfeger mit vierblättrigem Kleeblatt im Mund
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MDR SACHSEN: Was empfehlen Sie allen heute zum Weltglückstag?

Saskia Rudolph: Im Grunde all das, was man jeden Tag beachten sollte, nämlich: Den Fokus auf die guten Dinge im Leben zu rücken und nicht immer nur darauf zu schauen, was fehlt.

Im Wohlstand zu leben und nicht im Elend. Das gegenwärtige Gejammer können wir gern weglassen.

Sebastian Oe. MDR-Nutzer via Facebook auf die Frage: Was ist Glück?

Warum fällt es vielen schwer, Glück zu empfinden?

Vom Kulturkreis her sind wir es gewöhnt, zuerst das zu sehen, was schief läuft oder noch verbessert werden muss. Darüber vergessen wir, wie viel Glück wir in unserem Leben haben: Dass wir ein Dach über dem Kopf haben, Essen im Kühlschrank, sicher zur Arbeit oder zur Schule kommen. Wir vergessen die Dankbarkeit. Umfragen zeigen, dass Menschen in reichen westlichen Ländern tendenziell unglücklicher sind, als Menschen in relativ armen Regionen.

Es ist wichtig, das Glück wahrnehmen zu können. Selbst ein Lächeln macht glücklich.

Antje E. MDR-Nutzerin via Facebook

Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Nicht, wenn man weiß, warum das so ist. In den Wohlstandsländern vergleichen wir uns ständig mit anderen und werden dabei unzufrieden. Es geht immer um mehr und noch mehr. Dabei beeinflussen äußere Umstände wie Geld und Einkommen unser Glücksempfinden nur mit etwa zehn Prozent. Das ist relativ wenig.

Die 2:0-Serienführung der Eispiraten Crimmitschau.

Kai W. MDR-Nutzer auf die Frage: Was ist Glück?

Früher dachte man, dieser Anteil sei viel größer. Die Hälfte unseres Glücksempfindens ist genetisch bedingt. Es gibt sie also wirklich, die geborenen Optimisten, aber eben auch Miesepeter. Doch selbst die "Glas-halb-leer"-Persönlichkeiten können ihr Glück beeinflussen. Denn: 40 Prozent unserer Lebenszufriedenheit haben wir selbst in der Hand. Glück kann man lernen!

Wie kann man Glück lernen?

Viele denken dabei an riesige Ereignisse wie Hochzeiten, Geburten oder Lottogewinne. Nein. Es geht darum, wie jeder mit Situationen und Menschen umgeht, wie man mit miteinander redet, sich austauscht, wie offen und neugierig man ist. Gerade beim Älterwerden ist es wichtig, aufgeschlossen zu bleiben. Das steigert die Zufriedenheit. Man sollte aufhören, sich zu vergleichen und auf andere zu schielen. Dann wird man schnell feststellen, dass die eigenen, wichtigen Dinge im Leben nicht mit Geld verbunden sind. 

Welche Dinge sind das?

Das wichtigste sind gute, tiefe Beziehungen mit zwei bis drei Menschen, die uns gut tun. Das muss nicht nur der Partner sein. In diese Menschen gilt es zu investieren. Man sollte die kleinen Dinge schätzen lernen.

Wie schätzen Sie als Glückswissenschaftlerin in Dresden die Glückssituation der Deutschen ein?

Es gibt immer Miesepeter, aber wir haben das Gefühl, dass es besser wird. Wir bemerken bei vielen ein Umdenken, dass es mit Effizienzsteigerungen so nicht mehr weitergehen kann. So viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Wir merken das auch an großen gesellschaftlichen Diskussionen um die Verringerung der Wochenarbeitszeit von 40 Stunden auf 28 Stunden, an Debatten um Umweltschutz oder ums bedingungslose Grundeinkommen. Die Menschen fragen sich, was wirklich zählt im Leben.

Wie lautet Ihr ultimativer Tipp zum Weltglückstag?

Unabhängig von Wetter und Morgenstimmung gute Musik auflegen und genießen oder jemanden treffen, den man wirklich mag. Und: Sich nicht ärgern lassen!

Glück ist, gesund zu sein! Alles andere baut sich darauf auf!

Marion M. MDR-Nutzerin via Facebook

Das Interview führte Kathrin König.

Dieses Thema im Programm von MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Expertenrat | 20.03.2018 | 10 bis 12 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2019, 08:42 Uhr

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