Noah Wehn
Bildrechte: Landesschülerrat Sachsen

Fridays for Future Landesschülerrat begrüßt politisches Engagement

Der Vorsitzende des Landesschülerrates Sachsen, Noah Wehn begrüßt politisches Engagement und politische Bildung, die von Schülern umgesetzt wird. Nur so werde die Aufmerksamkeit auf das Thema erhöht. MDR SACHSEN sprach mit ihm über die Demonstrationen am Freitag in Sachsen.

Noah Wehn
Bildrechte: Landesschülerrat Sachsen

Welche Dimension hat der Protest aus der Schüler-Perspektive?

"Fridays for Future" ist auf jeden Fall in aller Munde angekommen. An allen sächsischen Schulen wird das wirklich breit diskutiert, aber genauso natürlich auch am Abendbrottisch zu Hause. Konkret heißt das: In Chemnitz, Leipzig und Dresden wird demonstriert bzw. gestreikt.

Gibt es von den Lehrern und den Schulen Unterstützung?

Ich weiß von vielen Schulleitern, dass sie sagen, das ist so ein wichtiges Thema, das ist in diesem Fall wichtiger, als dass meine Schüler am Freitag zur Schule gehen. Deshalb wollen wir uns da auch mit den Schülerinnen und Schülern solidarisieren, und wir unterstützen sie dabei. Die andere Seite sagt, das eine sei was Politisches und das andere ist Schule, wir müssen das trennen, und wir kommen da in Teufels Küche, wenn wir das nicht trennen. Weil was ist, wenn das irgendwann nicht mehr das Klima ist, sondern ein Thema, was gesellschaftlich nicht so eine breite Akzeptanz hat?

Wie stehen Sie zu den Streiks, die ja oft einschließen, dass man der Schulpflicht nicht nachkommt?

Politisches Engagement und politische Bildung umgesetzt, begrüßen wir auf jeden Fall. Wir stehen ganz stark für politische Bildung ein, deshalb finden wir es auch gut, dass durch diese Proteste natürlich auch die Aufmerksamkeit auf das Thema erhöht wird. Gleichzeitig sagen wir aber, uns ist wichtig, dass man versucht, dass man dafür freigestellt wird. Sonst müssen die Schüler mit den Konsequenzen rechnen, und die rechtliche Lage ist da eindeutig. Das kann also sein, dass man in der Schulkonferenz beschließt, wie man sich zu "Fridays for Future" verhält, also dass man beispielsweise zwei Wochen das ganze mitmacht und dass man dann sagt, wir verzichten darauf. Oder dass man das immer in der ersten Woche des Monats macht. Das kann auch eine Regelung sein.

Wie empfinden Sie die Kritik, die an die Schüler gerichtet ist?

Was mich nervt ist, dass uns Schülern, sobald wir uns politisch engagieren, immer unterstellt wird, dass wir das ja nur machen, weil wir irgendwelche persönlichen Vorteile davon hätten, also dass wir dann beispielsweise nicht mehr in die Schule gehen müssten. Da kann ich ganz klar sagen: Ja, solche Leute gibt es, die Leute gibt es immer, die gibt es auch bei einem Streik in einem Unternehmen. Aber auf jeden Fall würde ich der Mehrheit der Schülerinnen und Schüler, die demonstrieren, unterstellen, dass sie wirklich sagen, das Thema ist mir wichtig, da geht es um etwas. Was mich auch nervt ist, dass uns Schülern immer abgesprochen wird zu global-politischen Themen Stellung beziehen zu können, und dass wir uns ja gar nicht dafür interessieren würden. Da kann ich nur sagen, ich lade die Leute gern mal in den Politik-Unterricht in unserer Schule ein, da wird extrem viel diskutiert. Unsere Jugend ist nicht unpolitisch, das haben wir auf jeden Fall durch "Fridays for Future" auch bewiesen.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.03.2019 | ab 06:20 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 14:36 Uhr

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