Engelsfigur hockt auf einem Grabstein
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Sächsische Bergwacht im Einsatz Jedes Jahr mindestens ein Toter in der Sächsischen Schweiz

Engelsfigur hockt auf einem Grabstein
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Tödliche Unfälle sind in der Sächsischen Schweiz nicht selten. Wie Raphael Meßner vom Sächsischen Bergsteigerbund MDR SACHSEN sagte, passiere dort jedes Jahr mindestens ein tödlicher Unfall. Allein in den letzten vier Jahren kamen in der Sächsischen Schweiz mindestens 15 Menschen beim Klettern oder Wandern in der Sächsischen Schweiz ums Leben.

Nach Angaben des Bergsteigerbunds rückte die Sächsische Bergwacht im vergangenen Jahr knapp 80 Mal aus – zu Kletter- und Wanderunfällen, aber auch zu Tier- und Höhlenrettungen. Das bedeutet, dass mindestens einmal pro Woche eine oder mehrere Personen in der Sächsischen Schweiz verunglückt sind. Etwa 40 Prozent der Einsätze erfolgten mit dem Rettungshubschrauber.

Bergwacht nur am Wochenende im Einsatz

Am Gürtel einer Person hängen mehrere Haken mit Seilen, in der Hand hält sie einen Helm.
Mindestens vier ausgebildete Bergretter sind am Wochenende an zwei Standorten im Einsatz. In der Woche gibt es nur einen Bereitschaftsdienst. Bildrechte: dpa

Dass die Anzahl der Unfälle in den letzten Jahren zugenommen hat, ist Meßner zufolge auf die immer weiter steigende Zahl an Wanderern und Kletterern zurückzuführen. Der Klettersport werde immer populärer und so würden sich viele natürlich auch am sächsischen Fels ausprobieren. Eine Aussage, dass generell mehr Unfälle passieren sei daher vage.

Viel problematischer ist laut Meßner, dass sich die Unfälle immer mehr unter der Woche ereignen. Die Rettungswachen jedoch seien nur am Wochenende besetzt. Alarmierung, Anfahrt und Rettung dauern daher wochentags deutlich länger. Ein weiteres Problem dabei: Die ohnehin ehrenamtlichen Retter haben wochentags Bereitschaftsdienst und müssen im Ernstfall ihren Arbeitsplatz verlassen, bekommen aber keinen Verdienstausfall bezahlt wie die Feuerwehr beispielsweise. Schließlich ist die Bergwacht personell ziemlich unterbesetzt. Wie Meßner sagte, werden Interessenten händeringend gesucht.

Über dieses Thema berichtet MDR auch im Fernsehen: MDR SACHSENSPIEGEL | 21.07.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2017, 16:15 Uhr

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