Konsequenzen aus Sprengstoffanschlag Freitaler Linken-Stadtrat Michael Richter verlässt Sachsen

Zwei Jahre nach dem Sprengstoffanschlag auf sein Auto verlässt der Freitaler Stadtrat und Linkspolitiker Michael Richter die Stadt. Wie der 41-Jährige MDR Sachsen mitteilte, werde er im Dezember nach Bayern ziehen. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien die gegen ihn gerichteten Anschläge im Jahr 2015 gewesen.

Die Entscheidung sei jedoch erst in diesem Jahr gefallen, nachdem er die Akten aus dem Prozess gegen die mutmaßlichen Rechtsterroristen der "Gruppe Freital" gelesen habe. Den Angeklagten wird unter anderem der Anschlag auf Richters Auto zur Last gelegt. Das Ergebnis der Bundestagswahl habe den Beschluss, Sachsen zu verlassen, weiter verstärkt, so Richter. Zudem habe er ein Jobangebot aus Bayern erhalten, das er nicht habe ausschlagen können.

Neuanfang in Bayern

Richter fühle sich nicht mehr wohl in Freital. "Ich bin zu weltoffen, zu links", sagt er dem MDR. Während seiner fünf Jahre als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat sei es immer sehr schwierig gewesen, die Ideen seiner Partei durchzusetzen. Zudem bemängelt Richter, dass sich Freitals Oberbürgermeister bislang nicht kritisch zu den rechten Strukturen geäußert habe. Michael Richter war 2007 nach Sachsen gezogen. Verwandtschaft hat er hier nicht. Nun will er den Neuanfang in Bayern wagen und sich dort auch politisch engagieren, wie er betont.

Quelle: epd, MDR/ma/ms

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.10.2017 | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2017, 17:49 Uhr

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15 Kommentare

15.10.2017 17:17 Mit Verlaub - Anonym 15

"Im Juli 2015 zündet nachts ein Sprengsatz mit illegaler Pyrotechnik im Auto von Michael Richter. Im September explodiert ein Sprengkörper an dem Küchenfenster einer Flüchtlingsunterkunft. Im Oktober fliegen Pflastersteine und Pyrotechnik auf ein linkes Wohnprojekt in Dresden. Am 1. November dann der Angriff auf die Unterkunft in der Wilsdruffer Straße."
Q: Wie der Terror nach Freital kam, Hamburger Abendblatt (online)

Wenn das stimmt, dann hat Michael Richter vermutlich schon länger geplant, dort wegzuziehen und nun die Gelegenheit wahrgenommen.

Es ist doch unglaublich, dass in Freital solcher kriminelle Abschaum frei rumlaufen können.

Die sind doch genau derselbe Menschenschlag, wie die islamischen Terroristen.

15.10.2017 03:19 DER Beobachter 14

Habs noch mal geprüft: den rechten Freitaler Terror, schon damals einschlägig hofiert u.a. von Pegida-Bachmann etc., gabs 2014/15 schon lange bevor die Flüchtlingskrise hier in Sachsen tatsächlich angekommen ist !

15.10.2017 01:36 Danke dir, Schelm 13

Ich habe passende Suchbegriffe für Richters abfällige Bemerkungen von vor 2 Jahren ins Netz gegeben. Das Ergebnis war superergiebig - es belegt immer mehr den primitiven Geist der Freitaler rechten Szene und deren Vernetzung mit Pegida, AfD, Krah... Unterm Strich - es war richtig, die Freitaler Prozesse in die Hände der Bundesanwaltschaft zu legen...

14.10.2017 19:56 Dresdner 12

Ich kenne Richter nicht und kann auch seine politische Leistung oder Nichtleistung nicht einschätzen, noch mag ich die Linken nicht sonderlich, aber es ist schon bemerkenswert, wenn jemand bevorzugtes Ziel von Anschlägen bekannter Rechtsextremisten ist und aus den entsprechenden Akten noch mehr Bodenlosigkeit der Freitaler szene erfahren muss. Und es ist bemerkenswert, wie das hier wieder von den Einschlägigen kommentiert wird. Obwohl - weder das Eine noch das Andere ist hier in Sa. mittlerweile besonders bemerkenswert... Liebster "Schelm": Zweifelsohne sind abfällige Bemerkungen über Klischeenamen ein Grund, jemandem das Auto abzufackeln bzw. das mit den einschlägigen Runen verziert via FB beifällig zu kommentieren?

14.10.2017 19:36 mare nostrum 11

@ 10

Mich dünkt, in Sachsen wimmelt es politisch querbeet von politischen Blindgängern. Und die wenigsten gehen! Sie wollen gegangen werden ...

14.10.2017 19:11 schelm 10

@ 9: Politisch war er ein Blindgänger. 2015 glänzte er durch abfällige Bemerkungen über die Vornamensgebung in der Stadt Freital Kann man im Internet nachlesen. Mehr war da nicht. Einfach schnell vergessen, man hat da nichts verpasst.

14.10.2017 18:32 Nelly 9

Wohne in der Region, allerdings habe ich Sie nie als politisch aktiv registrieren können. Wofür standen Sie, Herr Richter? Ihr Abgang zeugt mir eher von schlechtem Stil. Wenn Sie das in Bayern ebenso halten, geht das garantiert wieder nach hinten los. Vielleicht denken Sie über Selbstkritik nach, wenn Sie mit dem Begriff etwas anfangen können, bevor Sie, 2 Jahre zeitlich versetzt, mit Schmutz auf die Region werfen.

14.10.2017 16:40 mare nostrum 8

Auch wenn ich mit Die Linke nichts am Hut habe:
"Ich bin zu weltoffen, zu links" ist tatsächlich ein nachvollziehbarer Grund, Sachsen hinter sich zu lassen.
Diese Entscheidung des Mannes kommt meines Erachtens relativ spät, zudem links und weltoffen nicht an eine Partei gebunden sein muss und vielleicht eher eine positive Mentalität ist.

14.10.2017 13:28 guantche 7

Herr Richter wird nach seiner Flucht
aus Sachsen feststellen, das auch
Bayern in unserem schönen bunten
Deutschland liegt.

14.10.2017 12:36 Tim 6

Wir werden dich alle wahnsinnig vermissten - du hast Sachsen geprägt, über Jahre, Jahrzehnte, nein, du bist Sachsen. Wer soll nur deinen Platz einnehmen, frage ich mich.
(Vergiss bitte nicht noch ein paar weitere Stadträte der Linken mitzunehmen.)