Staatliche Porzellanmanufaktur Biedenkopf nicht mehr Meissen-Aufsichtsrat

Das Markenzeichen der Porzellan-Manufaktur Meissen wird in der Porzellanmanufaktur Meißen (Sachsen) auf einen Rohling gezeichnet.
Bildrechte: dpa

Kurt Biedenkopf ist nicht mehr Aufsichtsratschef der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. Wie das Finanzministerium am Mittwoch mitteilte, ist die Entscheidung das Ergebnis einer Unterredung des früheren Ministerpräsidenten Sachsens mit dem jetzigen Finanzminister Georg Unland am Dienstag.

Mit Biedenkopf hätten auch dessen Stellvertreter Franz Ritter und Johann Gierl den Aufsichtsrat verlassen. Unland dankte Biedenkopf für seine Arbeit an der Spitze des Gremiums seit der Übernahme der Manufaktur von der Treuhandanstalt im Jahr 1991. In Kürze sollen neue Aufsichtsräte bestellt werden.

Die Manufaktur ist seit geraumer Zeit in den Schlagzeilen. Im Jahr 2013 hatte der zu einem Luxusmarken-Konzern umgebaute Porzellanhersteller mehr als zwei Millionen Euro Verlust gemacht. Das Unternehmen erwartet nach eigenen Angaben frühestens ab 2018 wieder einen Gewinn. Das Land sprang in der Vergangenheit mehrmals mit Steuergeldern ein, zuletzt 2014 mit 9,8 Millionen Euro.

Manufaktur sorgte mehrfach für Schlagzeilen

Erst im Frühjahr hatte der bisherige Geschäftsführer Christian Kurtzke die das Unternehmen mit 660 Mitarbeitern verlassen. Er hatte die nicht unumstrittene Umstrukturierung zu einem weltweit operierenden Luxuskonzern maßgeblich vorangetrieben. Der jetzige Chef Tillmann Blaschke hält an dem Luxusmarken-Konzept fest. Die Personalie Biedenkopf bedeutet Ministeriumssprecher Stephan Gößl zufolge keine Abkehr vom Wachstumskurs für das Unternehmen. "Das sind jetzt nur personelle Änderungen im Aufsichtsrat. Alles Weitere steht jetzt nicht zur Debatte."

Für große Verstimmungen hatte die Manufaktur in der Stadt Meißen im Zusammenhang mit einem Markenrechtsstreit um den Namenszug "Meissen" gesorgt. Derzeit herrscht eine Art Burgfrieden. Auch die Zerstörung von Lagerbeständen vor einigen Jahren stieß in der Porzellanstadt auf wenig Verständnis. Der ausgeschiedene Aufsichtsratschef Biedenkopf hatte die Unternehmenspolitik nie öffentlich infrage gestellt.

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

03.09.2015 11:39 Gutmensch 4

Alles wie immer !!!

02.09.2015 15:25 Gerald 3

Ich frage mich wirklich, was Politiker in einen Aufsichtsrat überhaupt zu suchen haben?

02.09.2015 14:29 Colditzer 2

"Mit Biedenkopf hätten auch dessen Stellvertreter Franz Ritter und Johann Gierl den Aufsichtsrat verlassen. Unland dankte Biedenkopf für seine Arbeit an der Spitze des Gremiums seit der Übernahme der Manufaktur von der Treuhandanstalt im Jahr 1991."
Man dankt jemanden, der das Unternehmen sehenden Auges als Aufsichtsratschef gegen die Esse gefahren hat.
Darauf muß man als normaler Bürger erst mal kommen.

02.09.2015 13:40 Peter Elefant 1

Alles kaputt gemacht - Millionen an "Aufwandsentschädigung" kassiert - stiller Rückzug. Danke für überhaupt nichts.

Mehr aus der Region Dresden