Blitz am Himmel
Bis Ende Februar 2020 zeigt das Stadtmuseum Meißen unter dem Titel "Achtung Hochspannung - Experimente und Entdeckungen vom Blitz zum Motor" eine Sonderausstellung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

20.11.2019 | 12:35 Uhr Vom Blitz zum Motor - Stadtmuseum Meißen zeigt Geschichte der Stromerzeugung

Unter dem Titel "Achtung Hochspannung" ist am Mittwoch im Stadtmuseum in Meißen die neue Weihnachtsausstellung eröffnet worden. Wie das Museum mitteilte, erzählt die Schau von den Anfängen der Forschung zur Elektrizität. Besucher können sich in zahlreichen Experimenten an Magneten oder Morseapparaten ausprobieren und viel über die Stromerzeugung im 19. Jahrhundert erfahren.

Blitz am Himmel
Bis Ende Februar 2020 zeigt das Stadtmuseum Meißen unter dem Titel "Achtung Hochspannung - Experimente und Entdeckungen vom Blitz zum Motor" eine Sonderausstellung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"• • • • • – • – • • • – • • – – –". Mit dieser Zeichenkette konnte im 19. Jahrhundert ein einfaches "Hallo" übermittelt werden. 1837 gelang dem Erfinder Samuel Morse die erste Übermittlung mit einem Schreibtelegrafen. Damals noch mit einem Zahlensatz. Erst Jahre später wurde der heutige Morsecode entwickelt. Mit Punkten und Strichen lassen sich Zahlen und Buchstaben darstellen und zu einer ganzen Nachricht zusammenbauen. Wie kompliziert das sein kann, lässt sich derzeit im Stadtmuseum Meißen ausprobieren. Neben Morseapparaten stehen funkenschlagende Elektrisiermaschinen oder verschiedene Magnete zum Anschauen und Ausprobieren bereit, so das Stadtmuseum.

Das Portal des Stadtmuseums Meißen
Das Portal des Stadtmuseums in Meißen. Bildrechte: IMAGO

Faszination Elektrizität

Noch vor 200 Jahren versetzten Gewitter und Blitze die Menschen in Angst und Ehrfurcht. "Denn Blitze galten als göttliche Zeichen", so Museumsleiterin Martina Fischer. Zum Ende des 18. Jahrhunderts wuchs der Forscherdrang. Am Anfang stand die Beschäftigung mit dem Bernstein, der sich elektrostatisch aufladen kann und Teilchen anzieht. "Ein Alltagsphänomen", so Fischer, "aber man konnte wenig damit anfangen".

Fortschritt auch in Meißen spürbar

Um 1800 gelang die Stromerzeugung mittels Batterie. Erst mehr als 60 Jahre später entwickelte Werner von Siemens einen Generator. Voraussetzung blieb aber eine starke Energiequelle, wie ein Wasserrad oder eine Dampfmaschine. "Meißen gehörte bereits im 19. Jahrhundert zu den Städten, die den Fortschritt für ihre Bewohner nutzten", so Fischer. Ab 1895 wurden die Gaslaternen durch eine elektrische Straßenbeleuchtung abgelöst. 1911 entstand das Elektrizitätswerk in der Brauhausstraße. "Einige nostalgische Relikte aus der Meißner Elektrizitätsgeschichte werden zu sehen sein", freut sich die Museumsleiterin, "zum Beispiel Schautafeln oder Stromzähler".

Unterstützer aus Niedersachsen und Rabenau

Eric Palitzsch mit den Spielfiguren Pittiplatsch und Minolpirol
Der Rabenauer Spielzeugsammler Eric Palitzsch mit den Spielfiguren Pittiplatsch und Minolpirol. Bildrechte: dpa

Neben zahlreichen Exponaten aus dem Meißner Archiv präsentiert das Universitäts- und Stadtmuseum Eulenburg in Rinteln in Niedersachsen Leuchttafeln und Experimentiertische. Der Rabenauer Eric Palitzsch stellt zudem einen Teil seiner Sammlung an elektromechanischen DDR-Spielzeugen aus. Die Sonderschau ist bis zum 23. Februar 2020 im Stadtmuseum Meißen zu Gast.

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.11.2019 | ab 09:30 Uhr in den Veranstaltungstipps

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 12:35 Uhr

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