13.01.2020 | 09:36 Uhr 2019 weniger Neugierige - mehr Ungeduldige im Dom zu Meißen

Meißener Dom
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Den Dom in Meißen haben 2019 insgesamt 111.366 Menschen besucht. Das waren rund 4.000 Besucher weniger als ein Jahr zuvor und rund 15.000 Gäste weniger als 2017. Darüber informierte das Hochstift Meißen auf Anfrage von MDR SACHSEN. Den Besucherrückgang im Vergleich zu 2018 begründete die Stiftssekretärin Martina Gasch mit Schließungen des Doms im ersten Quartal 2019. Vor einem Jahr blieben die Domtüren eine Zeit lang geschlossen, weil der Eingangsbereich mit Kasse und Souvenirshop umgebaut wurde. Das Jahr 2017 gilt nach Martina Gaschs Einschätzung wegen des 500. Reformationsjubiläums als besucherstarkes Ausnahmejahr.

Führungen auch in Russisch, Spanisch, Französisch, Englisch

2019 fanden 1.125 Domführungen in fünf Sprachen statt sowie 808 Turmführungen. Im Bereich der Dommusik haben die Besucher 179 Konzerten, Orgel- und Abendmusiken gelauscht. Zudem fanden 118 Gottesdienste und Andachten statt. Besonders in Erinnerung wird Domprediger und Superintendent Andreas Beuchel ein Sommerabend im Juni 2019 bleiben. "Das Abschlusskonzert der Elblandphilharmonie musste wegen der großen Hitze in den etwas kühleren Dom verlegt werden. Das war besser für die empfindlichen Instrumente. Am Ende hörten 700 Menschen zu."

Zeitmangel und Ungeduld der Besucher

Beuchel hat festgestellt, dass manche Touristengruppen in jüngster Zeit gar keine Zeit mehr haben, den Dom zu besichtigen - obwohl sie auf den Burgberg geeilt kämen. "Die Touristenführer stehen dann auf dem Domplatz und zeigen Bilder aus dem Inneren herum. Danach zieht der Tross schnell weiter." Zunehmend falle es den Leuten auch schwer, Ruhe und Besinnung auszuhalten, was Andreas Beuchel daran festmacht, dass immer häufiger Besucher von Konzerten oder Andachten nach nur wenigen Minuten wieder gingen. Die Formate, die im mittelalterlichen Dom angeboten werden, will Beuchel inhaltlich hinterfragen nach dem Motto: "Was brauchen die Menschen?". Der Trend gehe zu kürzeren Veranstaltungen. Die "Geistlichen Musiken", Predigtreihen, Orgelmusiken und Aufführungen als Teil der "Neuen Burgfestspiele", die man aus den vergangenen Jahren kennt, werden 2020 weitergeführt. "Wir bleiben in der Kontinuität", kündigte Superintendent Beuchel an.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.01.2020 | ab 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2020, 09:37 Uhr

1 Kommentar

jackblack vor 11 Wochen

Wie sagte schon Professor " Schnautz " in der Feuerzangenbowle : Ihr werdet immer DÖMMER.

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