Krankenhausgesellschaft Sächsische Kliniken wegen Corona-Krise in finanzieller Not

Die finanzielle Situation vieler Krankenhäuser in Sachsen ist angespannt. Bei Ausbruch der Corona-Pandemie hatten viele Krankenhäuser auf Initiative der Politik hin Betten freigehalten, um im Notfall alle Infizierten behandeln zu können. Trotz Ausgleichszahlungen des Bundes drohen den Häusern jetzt Ausfälle.

Wiebke Bunzenthal, Gesundheits- und Krankenpflegerin, steht mit einer Infusion auf der Corona-Intensivstation im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hinter einer Glastür.
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Die Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) schlägt Alarm, Kliniken könnten durch Corona pleite gehen. Der stellvertretende KGS-Geschäftsführer Friedrich München sagte MDR SACHSEN, die Krankenhäuser würden von einer finanziellen Notlage berichten. Weil sie derzeit keine Behandlungen durchführen könnten, bekämen sie auch kein Geld: "Wir haben also zurzeit wirkliche Liquiditätsprobleme."

Bund zahlt Entschädigung für freie Betten

Um die Verluste der Krankenhäuser durch Corona abzufedern, zahlt der Bund für die Freihaltung von Betten. Zunächst gab es eine Entschädigung von 560 Euro pro Tag pro Bett. Während des ersten Rettungsschirms von Mitte März bis Ende September 2020 bekamen die sächsischen Krankenhäuser dadurch rund 388 Millionen Euro. Beim zweiten Rettungsschirm von Mitte November bis heute sollen laut Sozialministerium 100 Millionen Euro an 62 sächsische Krankenhäuser ausgezahlt werden. Dafür wurden die Sieben-Tage-Inzidenzen des Landkreises, in dem sich das Krankenhaus befindet, und die prozentuale Anzahl der freien Intensivbetten zu Grunde gelegt.

Meißner Elblandkliniken warten auf Geld

Die Meißner Elblandkliniken mit Standorten in Riesa, Radebeul und Meißen haben noch kein Geld bekommen, obwohl seit vergangener Woche die Auszahlungen begonnen haben sollen. Sie warten auf rund acht Millionen Euro. Vorstand Frank Yuji Ohi sagte MDR SACHSEN, das sei ein großes Risiko im Moment, "aber das ist eben, womit wir zu kämpfen haben."

Sozialministerin Petra Köpping hält die Art der neuen Berechnungen für richtig, stellt aber auch Nachzahlungen in Aussicht. Es gebe zwei Stellschrauben: Die eine sei, beim Bund nochmal nachzuverhandeln, wenn es nicht reiche. Die andere sei, die Kliniken selbst, "wo wir jetzt sehen müssen, wo wir stehen mit unseren Krankenhäusern und danach müssen wir neu entscheiden."

Quelle: MDR/le/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 04.02.2021 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Knollo vor 3 Wochen

Nur die ,die bis zur Krise genug Kapital angehäuft hatten und so nun natürlich den längeren Atem haben,um das durchzustehen.Die kleinen werden untergehen,wenn sie es nicht schon sind,und damit wird der Markt übersichtlicher.Der kleine Rest kann und wird dann die Preise diktieren,weil die Masse der Konkurrenz fehlt.

H.E. vor 3 Wochen

Nicht nur in Sachsen sind die Kliniken in finanzieller Not, sondern in der ganzen Republik.
Das liegt daran, weil vor längerer Zeit die ganzen Kliniken als Wirtschaftsbetriebe konzipiert bzw. umgebaut wurden.
Man kann aber auch studieren, was daraus wird und zwar am besten an Frankreich bei einer Führung als Wirtschaftsbetrieb. Macron war ehemaliger Gesundheitsminister in einer früheren Regierung und hat in Frankreich die Krankenhäuser auf Gewinn getrimmt und sehr vieles meines Erachtens Notwendige gestrichen. Bei der ersten Corona-Welle gab es ja besonders im Osten z.B. Elsaß und Lothringen keine Intensivbetten etc. mehr und viele wurden verlegt nach D in den angrenzenden Regionen. Ich fand das richtig und ein Gebot der Menschlichkeit, aber man sieht, wohin in diesem Bereich Sparsamkeit führen kann.

martin123 vor 3 Wochen

Nun wundert sich über Meldungen dieser Art niemand mehr. Als Fazit könnte man ziehen und sagen, dass einzige was wirklich zu 100% funktioniert ist der Lockdown. Wie kann es denn sein, dass Betten in Krankenhäusern frei bleiben müssen wegen Corona und auf der anderen Seite das Gesundheitswesen überlastet sein soll. Ja, die Mitarbeiter sind mit Sicherheit überlastet. Warum aber ? Weil in den letzten Jahren das Gesundheitssystem kaputt gespart wurde. Diese Mitarbeiter sind für mich alles Helden, weil sie für diesen Hungerlohn wahnsinniges leisten. Im Übrigen Herr MP , es bringt nichts sich ITS anzuschauen ohne etwas zu unternehmen. Ihre Partei ist hauptsächlich verantwortlich für den desolaten Zustand des Gesundheitswesens. Seit fast 16 Jahren ist ihre Partei in der Regierung.

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