03.05.2020 | 10:05 Uhr Bahnpendlerin verärgert über verdreckte Aufzüge und Automaten in Meißen

Sauberkeit ist in Corona-Zeiten besonders wichtig. Eine Bahnpendlerin aus Meißen vermisst aber gerade Hygiene an Automaten und in Aufzügen. Deutsche Bahn und Verkehrsverbund Oberelbe wollen der Sache nachgehen.

Aufzug im Bahnhof Meißen
Viel Glas, viel Schmutz - der Aufzug wirkt schmuddelg und wenig einladend. Bildrechte: Kathrin König

Verschmierte Fahrkartenautomaten, Dreck in Aufzügen: Ramona Müller aus Meißen ärgert sich über die Deutsche Bahn. Das Unternehmen sei bei der Sauberkeit nachlässig. "Gerade in Corona-Zeiten kann ich das nicht verstehen", sagt die Berufspendlerin. "Schon vor Corona, in der Grippesaison im Februar, habe ich mich über ein Kundenformular bei der DB Regio Südost beschwert." Vor allem die Touch-Bildschirme der Fahrkartenautomaten in Meißen-Triebischtal und am Bahnhof Meißen seien, wie sie sagt, eklig verschmiert. Und mit Gummihandschuhen funktionierten die Berührungsdisplays nicht.

Auch der Aufzug im Meißner Bahnhof sei oft dreckig, rieche nach Urin und Erbrochenem und man könne darin "allerlei Hinterlassenschaften finden". Das zuständige Bahnhofsmanagement aus Dresden habe ihr geantwortet und mitgeteilt, man werde sich mit dem beauftragten Reinigungsunternehmen ins Benehmen setzen. "Die Ticketautomaten sind mitten in Corona-Zeiten immer noch verschmiert", so Ramona Müller, die aus Sorge vor Ärger nur ihren Mädchennamen öffentlich nennen will.

Bahn will der Kritik nachgehen

Aufzug am Bahnhof Meißen
Staub und Dreck in der Fahrgastkabine im Personenaufzug im Bahnhof Meißen Bildrechte: Kathrin König

Die Deutsche Bahn weist den Vorwurf mangelnder Hygiene zurück. Ein Bahnsprecher sagte MDR SACHSEN: "Die Beauftragung der Reinigung der Aufzüge auf den Stationen erfolgt durch das jeweilige Bahnhofsmanagement und ist im konkreten Fall unverzüglich nach Eingang der Kundenbeschwerden erfolgt." Man nehme die Kundenhinweise ernst und "wir werden intensiv nachforschen, warum keine sichtlichen Verbesserungen wahrzunehmen sind".

Der Bahnsprecher sagte: "Fahrkartenautomaten inklusive Displays und Geld-/Ticketschacht werden regelmäßig, in Meißen einmal wöchentlich gereinigt." Eine Desinfektion sei bei längeren Reinigungsintervallen nicht zielführend. "Coronaviren werden laut Robert-Koch-Institut vor allem über eine Tröpfchen- und Kontaktinfektion weitergegeben - etwa durch direktes Anhusten oder Körperkontakt. Eine reine Übertragung durch die Luft oder über unbelebte Oberflächen ist bisher nicht dokumentiert."

Vorschlag: Zugpersonal könnte desinfizieren

Ein Fahrkartenautomat, im Hintergrund zwei Regionalbahnen
Wer am Bahnhof ein Ticket kauft, kommt zwangsläufig hautnah mit dem Fahrkartenautomaten in Kontakt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Auf den Vorschlag von Ramona Müller, das Zugpersonal könne doch am Endbahnhof Meißen-Triebischtal wenigstens jetzt in Krisenzeiten während der Raucherpause mit Desinfektionsmittel die Automatendisplays abwischen, ging der Bahnsprecher nicht ein.

Allerdings hat er einen Tipp: Man können Fahrscheine auch online, per Smartphone-App und an Vorverkaufsstellen des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) erwerben.

VVO liegen bisher keine Beschwerden vor

Dem VVO liegen nach Angaben eines Sprechers bisher keine Hinweise darauf vor, dass Meißen in Sachen Sauberkeit ein Problemfall sei. Auch Stichproben hätten keine auffälligen Verschmutzungen gezeigt, ein Anti-Graffiti-Team inspiziere regelmäßig die Bahnhöfe, beseitige kleinere Schäden und entferne groben Dreck.

Im Vertriebsvertrag zwischen DB Regio Südost und DB Vertrieb GmbH ist vereinbart, dass die stationären Fahrausweisautomaten regelmäßig gereinigt werden. Entsprechend geht der VVO davon aus, dass die Automaten in einem für die aktuelle Situation angemessenen Intervall einer gründlichen Reinigung unterzogen werden.

Christian Schlemper, Sprecher des VVO

Man wolle die Beschwerde der Meißnerin zum Anlass nehmen, "unseren Vertragspartner auf die offensichtlich bestehenden Missstände hinzuweisen und um dringende Behebung etwaiger Mängel bitten", erklärte der Sprecher des Verkehrsverbundes.

Die Deutsche Bahn appelliert an Fahrgäste In der aktuellen Krisensituation der Corona-Pandemie bittet die Deutsche Bahn, alle Fahrgäste und Bahnhofsbesucher, Eigenverantwortung zu übernehmen und die Empfehlungen bzw. Verpflichtungen der Länder und Kommunen zu beachten. Das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus kann zusätzlich durch die Benutzung von (Einmal-)Handschuhen und Desinfektionsmitteltüchern für Hände und Oberflächen vermindert werden. Auf bahn.de/corona informiert die Deutsche Bahn, wie Bahnkunden mithelfen können, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Pressestelle der DB AG Leipzig

Quelle: MDR/lam

Corona-Krise im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.05.2020 | 06:00 Uhr in den Nachrichten

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