Gartenabfälle in Säcken
Bildrechte: Colourbox.de

20.05.2019 | 22:05 Uhr Waldbesitzer in Sachsen appellieren: Kein Gartenmüll in die Natur

Gartenabfälle in Säcken
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"Jeder gute Gärtner macht in seinem Garten einen Haufen", witzelte einst das Komiker-Duo Herricht und Preil. Doch viele Gartenbesitzer in Sachsen entsorgen ihren Grünschnitt und andere Abfälle lieber in der Natur als auf dem Kompost oder im Wertstoffhof. Das ärgert nicht nur Waldbesitzer, sondern kann sogar die heimische Flora gefährden.

Prinz Daniel von Sachsen verwies im MDR SACHSENSPIEGEL als Beispiel auf den japanischen Staudenknöterich. Vermutlich über illegal entsorgten Grünschnitt gelangte er in die sächsische Natur. Mit seinen mehr als drei Metern Höhe und einem dichten Blätterdach verdrängt er dort andere heimische Pflanzen. Der giftige Riesenbärenklau ist selbst für Menschen gefährlich und der einheimische Efeu kann bei ungebremstem Wachstum ganze Bäume absterben lassen.

Der adlige Forstbesitzer zählte neun Baum- und Straucharten, die in seinen Wald neben einer Wochenendsiedlung eingeschleppt wurden. Von den Verursachern wünscht er sich ein stärkeres Unrechtsbewusstsein und mehr Verantwortungsgefühl für die Natur jenseits ihres Gartenzauns.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 20.05.2019 | 19:00 Uhr

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3 Kommentare

22.05.2019 10:27 Dr. Norman Pohl 3

Farbeimer, Autoreifen mitsamt der Felgen, Radkappen, Kühlschränke, Dachpappe, Traktorenräder in den Teich im Feuchtgebiet, Bauschutt, Tapetenreste, Möbel ... Es gibt fast nichts, was nicht illegal entsorgt wird. Dabei wäre die Fahrt zum nächsten Wertstoffhof wahrscheinlich meist genauso weit. Zu fehlendem Unrechtsbewusstsein gesellt sich auch noch mangelnder Kontrolldruck seitens der Behörden. Nicht zu vergessen ist das illegale Verbrennen der Abfälle im Garten, von dem, was in den Kaminofen wandert, nicht zu reden.

21.05.2019 11:55 Ludwig 2

im LK SSW-OE gibt es die Grünschnitt-Tonne, eine segensreiche Einrichtung. ich wünsche mir einen verantwortungsvollen Umgang mit den vorsortierten Gartenabfällen beim Füllen. Sinnvoll wäre aber auch die verstärkte Anstrengung bei der Ermittlung der Umweltsünder. Dabei sind Gartenabfälle wohl das geringere Problem. Da heißt es auch, sich aus den warmen Sesseln der Amtsstuben zu lösen und Einfallsreichtum bei der Feststellung dieser unverfrorenen Typen zu entfalten! Und auch seitens der Justiz über Schnellverfahren Druck zu machen.

21.05.2019 09:53 Conrad 1

"Von den Verursachern wünscht er sich ein stärkeres Unrechtsbewusstsein und mehr Verantwortungsgefühl für die Natur jenseits ihres Gartenzauns" - sehr fein formuliert. Diesen Satz werde ich in meinen Sprachgebrauch übernehmen, denn dieses Problem besteht allzu oft unter den Menschen.

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