03.03.2020 | 18:25 Uhr Albrechtsburg Meißen versetzt Besucher in die Vergangenheit

Histovery-Projektleiter Édouard Lussan und Schlösserlandchef Christian Striefler halten in der Albrechtsburg ein Tablet mit der animierten historischen Ansicht eines Saales in die Höhe
Bildrechte: Ben Walther

Die Albrechtsburg Meißen bietet Besuchern künftig einen virtuellen Blick in ihre Vergangenheit. Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH stellte am Dienstag das sogenannte HistoPad der französischen Firma Histovery vor. Mit seiner Hilfe können die Besucher ab dem Sommer vor Ort erleben, wie die Räumlichkeiten im ältesten Schloss Deutschlands früher ausgestaltet und ausgestattet waren.

Ein Tablet als Fenster zur Geschichte

In einem Saal der Albrechtsburg Meißen stehen per Computer eingefügte, noch nicht gerenderte Aufnahmen von Personen und Gegenständen
Ein Projektbild der historischen Visualisierung - bei dem Endprodukt sieht alles täuschend echt aus. Bildrechte: Histovery

Die Besucher nehmen das Tablet auf den Rundgang mit. Im Großen Saal und der Großen Hofstube zeigt ihnen ein Blick auf das Gerät, wie die beiden Räume 1493 zu Zeiten von Friedrich dem Weisen aussahen. Dank "Augmented Reality" – auf Deutsch: Erweiterte Realität – ist der historische Anblick bis ins Detail sichtbar. Je nachdem, in welche Richtung das HistoPad gehalten wird, zeigt es den entsprechenden Teil des Raumes. Die Besucher können Gemälde und Architekturdetails heranzoomen und in hoher Bildauflösung betrachten.

Vergangenes entsteht auf dem Bildschirm neu

Grafische Darstellung des früheren Saals der Maler und Vergolder der ehemaligen Porzellanfabrik in der Albrechtsburg Meißen
Experten forschten nach historischen Aufnahmen als Vorbild für die virtuellen Visualisierungen. Bildrechte: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH

Und wer in der Großen Hofstube mit dem Pad einen Blick aus dem Fenster wirft, sieht dort das (heute nicht mehr vorhandene) Brennhaus, das im 17. Jahrhundert errichtet wurde, nachdem Johann Gottfried Böttger auf der Albrechtsburg das europäische Porzellan erfunden hatte. 360-Grad-Inszenierungen gibt es auch vom Wappensaal von 1522 oder vom chemischen Laboratorium im ersten Kurfürstenzimmer. Für das computeranimierte Wiederaufleben der Vergangenheit hat ein ganzes Expertenteam sorgfältig zur Geschichte der Albrechtsburg im Mittelalter, während ihrer Nutzung als Europas erster Porzellanmanufaktur und zum Aussehen der Burg im 19. Jahrhundert geforscht.

Vorreiter in Sachsen

Die Albrechtsburg bietet nach Aussage der Schlössergesellschaft ab dem Sommer als erste Sehenswürdigkeit im Freistaat ihren Gästen dieses Augmented-Reality-Erlebnis. Die Benutzung des HistoPad ist im Eintrittspreis enthalten und bietet den Angaben zufolge zudem jedem Besucher Infos in seiner eigenen Sprache. Für junge Gäste gibt es besondere Angebote: Sie können an einer Schatzsuche teilnehmen, sich selbst ein historisches Selfie schicken oder eine interaktiven Karte nutzen, um sich im Schloss zu orientieren.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.03.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

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