13.12.2019 | 14:29 Uhr Landkreis Meißen stoppt Verwaltungsneubau - 1,8 Millionen Euro bereits verplant

Der Kreistagssitz in Meißen
Als zu teuer lehnten die Kreisräte den Ersatzneubau für das Landratsamt in Meißen ab. Bildrechte: Landratsamt Meißen

Der Kreistag in Meißen hat am Donnerstagabend den Neubau eines Verwaltungszentrums für den Landkreis gestoppt. Alle Kreisräte stimmten für einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion. Nur Landrat Arndt Steinbach (CDU) plädierte für den Neubau. Bis dato waren schon über 1,8 Millionen Euro in die Planung gesteckt worden.

Verwaltung gleicht Flickenteppich

Arndt Steinbach
Die Kreisräte votierten einstimmig gegen das Bauvorhaben. Nur Landrat Arndt Steinbach stimmte für die Errichtung des Verwaltungszentrums an der Brauhausstraße in Meißen. Bildrechte: Landratsamt Meißen

Laut Steinbach gleiche die Verwaltung derzeit einem Flickenteppich. Dezernenten und Beigeordnete sind an verschiedenen Orten im Landkreis verteilt. Deshalb erforderten gemeinsame Sitzungen in der Vergangenheit vor allem organisatorisches Geschick. Außerdem ging viel Zeit durch das Fahren zwischen den Standorten verloren, so die Verwaltung. Mit dem Ersatzneubau des Landratsamtes sollten diese Strukturen verbessert werden. Gleichzeitig erhoffte sich Steinbach die Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen zu verbessern.

CDU bemängelt Kostenexplosion

Die CDU-Fraktion sprach von einer Kostenexplosion für den Ersatzneubau. 2017 beliefen sich die Baukosten auf rund 25 Millionen Euro. Inzwischen legten die Planer Gesamtkosten in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro vor. Grund für die Kostensteigerungen seien die hohen Preise in der Baubranche, heißt es aus der Verwaltung. "Jeder der baut, stöhnt, dass die ursprünglichen Baukosten immer teurer werden", so eine Sprecherin. Außerdem wurden erhoffte Fördermittel nicht bewilligt. Einige Kreisräte kritisierten, dass die ursprüngliche Summe im Vierteljahresrhythmus zwar immer höher wurde, gleichzeitig das Bauprojekt aber reduziert wurde.

Im ursprünglichen Entwurf waren ein Sitzungssaal und ein Kreisarchiv festgeschrieben. Diese fehlten jedoch in den neuen Planungen. Vorgesehene Pkw-Stellplätze wären ebenfalls nicht errichtet worden. Außerdem hätte die Gebäudefläche reduziert werden sollen. Der Landkreis hatte zudem gehofft, ein marodes Verwaltungsgebäude am Remonteplatz in Großenhain zu verkaufen. Der Platz wird jedoch weiterhin für die Verwaltung benötigt und muss für rund 600.000 Euro saniert werden.

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.12.2019 | ab 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2019, 14:29 Uhr

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