Dommuseum in Meißen, Donath
Matthias Donath vom Dombauverein drückt auf den Startknopf für ein Video, das in verständlicher Sprache Geschichte zeigt und erläutert. Bildrechte: MDR/Kathrin König

Nach Umbau Geschichte zum Hören, Sehen und Anfassen im Dom-Museum Meißen

Ein Dom-Musem gibt es in Meißen schon seit 1999. Nun haben die Organisatoren den Räumen eine Frischekur verpasst. Das multimediale Ergebnis ist seit dem Reformationstag zu besichtigen.

Dommuseum in Meißen, Donath
Matthias Donath vom Dombauverein drückt auf den Startknopf für ein Video, das in verständlicher Sprache Geschichte zeigt und erläutert. Bildrechte: MDR/Kathrin König

Am Reformationstag sind im Meißner Dom zwei neu gestaltete Museumsräume eröffnet worden. Ein Raum im Kellergeschoss des Kapitelhauses aus dem Jahre 1480 erzählt die Geschichte des Bauwerkes im Mittelalter. In einem zweiten Raum wird über das Archiv und die Kanzlei Meißen berichtet und die Bedeutung Meißens für die Ausbreitung der neuhochdeutschen Schriftsprache dargestellt, erklärt Matthias Donath vom Dombauverein. Bis 2020/21 sollen zwei weitere Räume, die Sakristei und die Kapitelstube erneuert werden, weil sie seit der Eröffnung 1999 schon etwas in die Jahre gekommen sind

Bildergalerie Das neue Dom-Museum Meißen nimmt Gestalt an

Dommuseum in Meißen, Feder und Pult
Auf einem Pult steht eine Schreibfeder in einem Tintenfass. Bildrechte: MDR/Kathrin König
Dommuseum in Meißen, Feder und Pult
Auf einem Pult steht eine Schreibfeder in einem Tintenfass. Bildrechte: MDR/Kathrin König
Dommuseum in Meißen, Handschrift Mittelalter
Ein Meißner Bischof, der als Figur durch die Ausstellung führt, erklärt am Bildschirm, wie man im Mittelalter geschrieben hat. Besucher können die Unterschiede dank schneller Computeranimation herausfinden. Bildrechte: MDR/Kathrin König
Dommuseum in Meißen, moderne Schautafel
Alte Wappen neu erklärt: In Glas-Schaukästen erfahren Besucher Details zu Wappen und was sie früher bedeutet haben. Bildrechte: MDR/Kathrin König
Dommuseum in Meißen, alter Museumsraum
Das Modell des gotischen Doms zu Meißen steht in einem Museumsraum, der erst ab 2020 renoviert werden kann. Bildrechte: MDR/Kathrin König
Dommuseum in Meißen, neuer Museumsraum
Um in den Ausstellungsraum im Kellergewölbe des Kapitelhauses zu gelangen, muss man steile Stufen hinab steigen. Dann erreicht man einen multimedialen Museumsraum, in dem Liturgie-Gesänge aus dem Mittelalter erklingen und ein siebenminütiger Animationsfilm die Geschichte des Doms erklärt. Bildrechte: MDR/Kathrin König
Dommuseum in Meißen, Donath
Matthias Donath vom Dombauverein drückt auf den Startknopf für ein Video, das in verständlicher Sprache Geschichte zeigt und erläutert. Bildrechte: MDR/Kathrin König
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"Aber dafür fehlen uns noch 30.000 Euro Fördermittelanteil. Erst wenn wir die haben, kann der Bau weitergehen", so Donath. Für den Großteil der Kosten für den zweiten Bauabschnitt habe das Museum eine Zusage der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Danach sollen laut Donath auch zwei bisher noch nicht gezeigte Gemälde von Lucas Cranach in Meißen zu sehen sein.

Mit allen Sinnen staunen

Im Dom-Museum sollen nach den Wünschen der Kuratoren die Besucher "hören, sehen und fühlen, was es mit diesem Dom auf sich hat", meinte Donath. In den Räumen leuchten Ausstellungstafeln mit einfachen Erklärungen und Übersetzungen alter Schriftstücke. Es gibt Regalfächer aufzuziehen, ein Stehpult, an dem man Stempel wie im Mittelalter benutzen kann, dazu eine Gänsefeder im Fass, Touchscreen-Bildschirme und einen Animationsfilm in englischer und deutscher Sprache. Über allem schweben gregorianische Klänge, wie sie bis 1580 als Liturgie im Meißner Dom jeden Tag gesungen worden sind.

Dom zum Sprechen bringen

"Dieser Ort atmet Geschichte. Die muss einfach erzählt und gezeigt werden", meinte der Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, Friedrich-Wilhelm von Rauch, bei der Eröffnungsfeier am Mittwoch. Seit 1050 Jahren würden Hochstift und Dom Geschichte prägen. "Sie begegnet uns hier, wie an keinem anderen Ort in Europa", meinte von Rauch mit Blick aufs Mittelalter, die Wiege der deutschen Sprache und die Wiedergründung Sachsens 1990. Daher sei es eine "faszinierende Aufgabe, den Dom zum Sprechen zu bringen".

Die Sparkassenstiftung und die Sparkasse Meißen haben den ersten Teil des Museumsumbaus überwiegend finanziert. Über die konkrete Summe schweigen sich die Beteiligten trotz Nachfrage von MDR SACHSEN aus.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.10.2018 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

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Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten.
Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten. Bildrechte: Kulturfabrik Hoyerswerda/Gernot Menzel

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2018, 17:56 Uhr

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Erst verhalten, jetzt umso kraftvoller: die Sängerinnen und Sänger des Hoyerswerdaer Bürgerchores mussten sich erst mit der unverblümten Sprache Gerhard Gundermanns anfreunden, bevor sie dessen Lieder auf die Bühne bringen konnten. Bildrechte: Kulturfabrik Hoyerswerda/Gernot Menzel