18.06.2020 | 15:45 Uhr Hochwasserschutz im Raum Meißen: Platz für 4,5 Millionen Sandsäcke

Sandsacklager
In Sachsen stehen elf Millionen Sandsäcke für den Ernstfall bereit, darunter 3,6 Millionen Säcke wie in diesem Lager in Chemnitz. Bildrechte: MDR/Matthias Wetzel

In Radeburg wird seit heute eine neue Lagerhalle für den Hochwasserschutz gebaut. Wie die Landestalsperrenverwaltung mitteilte, sollen in der Halle nach ihrer voraussichtlichen Fertigstellung im August bis zu 4,5 Millionen Sandsäcke eingelagert werden. Außerdem sollen Folien, Vliese und Wasser-Barrieren in dem rund 660.000 Euro teuren Gebäude eingelagert werden. Das Gebäude wird auf dem Gelände der dortigen Staumeisterei gebaut.

Teil der Hochwasserbekämpfung

Die neu entstehende Lagerhalle ist Teil der Erweiterung des Hochwasserschutzlagers Radeburg, die seit September 2019 läuft. Neben der 465 Quadratmeter großen Halle soll es nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung auf dem Gelände noch weitere Veränderungen geben. So werden unter anderem einige Räumlichkeiten umfunktioniert, damit diese künftig von Mitarbeitern des Hochwasserschutzlagers genutzt werden können. Zusätzlich bekomme die Meisterei eine zweite Anbindung an die Radeberger Straße, damit im Katastrophenfall die Ausgabe und der Transport der Hochwasserschutzmittel reibungslos verlaufe. Die gesamten Arbeiten sollen Ende 2021 abgeschlossen sein und kosten den Freistaat rund 2,5 Millionen Euro, so die Landestalsperrenverwaltung.

Aus dem Jahrhunderthochwasser 2002 gelernt

Dresdner Hauptbahnhof steht unter Wasser
Weite Teile Sachsens standen 2002 unter Wasser, so auch der Hauptbahnhof in Dresden. Bildrechte: imago/momentphoto/Killig

Sachsen war in der Vergangenheit immer wieder von Hochwasser getroffen worden. Auch beim Augusthochwasser 2002 kam es zu verheerenden Schäden. Seitdem hat die Landestalsperrenverwaltung nach eigenen Angaben 2,6 Milliarden Euro. In den Hochwasserschutzlagern liegen bereits mehr als elf Millionen Sandsäcke bereit, nun kommen noch einmal 4,5 Millionen Säcke hinzu. Außerdem wurden zahlreiche Deiche errichtet und Flussbetten wurden vergrößert.

Eine Übersicht über seitdem getroffene Schutzmaßnahmen, finden Sie hier:

Die Landesreserve für Hochwasserbekämpfungsmittel Nach dem Oderhochwasser in Brandenburg 1997 richtete der Freistaat Sachsen eine Landesreserve für Hochwasserbekämpfungsmittel ein. Diese ist in fünf Hochwasserschutzlagern untergebracht und wird von der Landestalsperrenverwaltung betrieben. Damit die Materialien im Notfall schnell dorthin gelangen, wo sie benötigt werden, sind die Hochwasserschutzlager in verschiedenen Regionen untergebracht. Sie befinden sich in Chemnitz, in Trebsen (Lkr. Leipzig), in Radeburg (Lkr. Meißen), in Lohsa (Lkr. Bautzen) und in Hagenwerder (Lkr. Görlitz). Im Katastrophenfall sind die Lager rund um die Uhr besetzt. Die Landesreserve kann dann ab Alarmstufe 3 von den Krisenstäben in den Landkreisen angefordert werden, wenn die Eigenmittel aufgebraucht sind.

Quelle: MDR/kh/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.06.2020 | ab 14:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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