12.11.2019 | 15:40 Uhr Eltern-Protest: Twingo am Straßenrand als Buswartehäuschen bei Nossen

Ein schwarzer Kleinwagen steht neben einer Straße am Feldrand. Das kleine Auto trägt ein großes gelbes Schild mit dem Buchstaben H wie Bushaltestelle. Es ist auch eine Bushaltestelle. Das Auto haben Eltern hingestellt, damit ihre Kinder beim Warten auf den Schulbus geschützt sind. Denn seit 4 Jahren fehlt an der Stelle ein Wartehäuschen.
Bildrechte: Christian Essler

Ein zum Buswartehäuschen umfunktionierter Kleinwagen steht an einer Kreuzung bei Dobschütz in der Nähe von Nossen. Den Twingo haben Eltern aus dem Dorf Badersen für ihre Kinder aufgestellt, damit die beim Warten auf den Schulbus nicht im Regen stehen müssen. "Damit haben die Kinder wenigstens ein bisschen Schutz", sagte Nadine Macher. Ihr Sohn ist jeden Tag auf den Bus Nummer 417 angewiesen, der ihn zur Schule bringt.

Auf Facebook berichtet die Mutter über die Aktion:

Die Initiatorin ärgert sich, dass an der Stelle kein Wartehäuschen mehr steht. Vor etwa vier, fünf Jahre wurde eines abgerissen und kein Ersatz gebaut. Nun hat sie ihren Kleinwagen als "Wartezone" präpariert und an die Stelle des einstigen Unterstandes gerollt. Das Auto steht immer offen, ist nicht fahrbereit und wird von ihr jeden Tag kontrolliert.

Wir und andere zugezogene Familien vermissen das Wartehäuschen (...). Wir möchten Sie bitten, eine Wiedereinrichtung des Häuschens an dieser Stelle im nächsten Haushalt einzuplanen.

Interessengemeinschaft Badersen/Dobschütz Schreiben an Bürgermeister Anke in Nossen

Interessengemeinschaft wartet auf Reaktion der Stadt Nossen

Ein schwarzer Kleinwagen steht neben eine straße am Feldrand. Das kleine Auto trägt ein großes grünes Schild mit dem Buchstaben H wie Bushaltestelle auf der Rückfront. Es ist auch eine Bushaltestelle. Das Auto haben Eltern hingestellt, damit ihre Kinder beim Warten auf den Schulbus geschützt sind. Denn seit 4 Jahren fehlt an der Stelle ein Wartehäuschen.
Bildrechte: Christian Essler

Der Wunsch nach einem Wartehäuschen an der Straßenkreuzung sei schon öfter im Stadtrat Nossen angesprochen worden, sagt Nadine Machner. Sie habe auch schon Unterschriften gesammelt. Aber: "Bis jetzt hat noch niemand von der Stadt mit uns gesprochen", sagte Mutter Nadine Machner. Anfang der Woche haben sie und ihre Mitstreiter wieder einen Bitt-Brief an die Stadtverwaltung geschickt.

Den Eingang bestätigte die Stadt MDR SACHSEN auf Nachfrage. Eine Stellungnahme war von Bürgermeister Uwe Anke am Dienstag nicht zu bekommen, weil er sich auf einer Dienstreise befindet.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm im MDR MDR FERNSEHEN | 12.11.2019 | 12:51 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 15:41 Uhr

1 Kommentar

Dynamo vor 4 Wochen

"Nossens Bürgermeister Anke war am Dienstag, den 12.11.2019, auf Dienstreise." Meines Wissens ist Nossen eine Stadt, und kein Dorf, wo man noch verstehen könnte, aber nicht muss, dass der Bürgermeister keinen Stellvertreter hat. Warum lässt sich MDR.DE mit so einer Begründung abspeisen ? Bei anderen Gelegenheiten haben die Bürgermeister (oder deren Stellvertreter) vor einiger Zeit auch ganz laut gerufen, "ja, das machen wir" und haben unsere Steuergelder ohne nachzudenken ausgegeben. Und hier ist angeblich fünf Jahre lang kein Geld da für ein Wartehäuschen, welches in hohem Maße von Schulkindern genutzt wird ? "Das Beste, was wir haben, sind unsere Kinder" In der Theorie klingt dieser Spruch sehr gut, aber zur Theorie gehört immer noch ein Stück Praxis. Dieses Beispiel zeigt leider wieder einmal deutlich, dass berechtigte Bürgeranliegen die zuständigen Stellen nicht interessieren. Herr Kretschmer (CDU), müssen ihre Kinder auch in einem Auto-Wartehäuschen bei Regen auf den Bus warten ?

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