Frank Richter, Theologe
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Meißens OB-Kandidat Frank Richter (parteilos) "Die Potenziale der Stadt stecken in den Bürgern der Stadt"

Frank Richter, Theologe
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Was sind für Sie die größten stadtpolitischen Herausforderungen in Meißen?

Meißen ist eine lebenswerte Stadt. Es ist völlig unangebracht, nur über die Probleme zu reden. Allerdings gibt es eine Reihe von "Baustellen", die dringend angepackt werden müssen. Die Stadt braucht dringend ausreichend Kita-Plätze; der Bedarf steigt zum Glück wieder an. Meißen braucht bezahlbaren Wohnraum, insbesondere für Senioren. Der geplante Ausbau des Plossen-Aufstiegs würde zusätzlichen Verkehr, auch Schwerlastverkehr in die Stadt ziehen. Schon jetzt sind bestimmte Straßenzüge von Lärm und Abgasen schwer belastet. Andere Städte machen vor, wie es gehen kann, den Schwerlastverkehr zu reduzieren. Die größte Baustelle ist ein mit der Bevölkerung abgestimmter Stadtentwicklungsplan. Nur im Rahmen eines solchen Planes lassen sich einzelne Maßnahmen einordnen und bewerten.

Wie wollen Sie diese angehen?

So offen, transparent und bürgernah wie möglich. Ich will mich den Stadträten, den Angestellten in der Verwaltung und den Bürgern gegenüber um ein von Vertrauen und wechselseitiger Loyalität geprägtes Verhältnis bemühen. Ich werde die Einrichtung der Funktion eines unabhängigen Ombudsmannes voranbringen, an den man sich bei Verdacht auf Korruptionsvorgänge wendet. In anderen Städten ist dies gängige Praxis. Ich möchte mit den Menschen in Meißen eine Vision entwickeln für das Jahr 2029, in dem die Stadt 1.100 Jahre alt wird.

Wo stecken ungenutzte Potenziale in Meißen? Wie wollen Sie diese nutzbar machen?

Lassen Sie es mich so sagen: Mein größter Gegner im Wahlkampf ist das bei vielen Bürgern verloren gegangene Vertrauen in die Politik; manche haben bereits resigniert. Folglich besteht die wichtigste Aufgabe darin, möglichst vielen Bürgern neues Zutrauen in die positive Gestaltungskraft des gemeinsamen Handelns für öffentlichen Angelegenheiten zu vermitteln. Die Potenziale der Stadt stecken in den Bürgern der Stadt. Meißen ist traditionell eine Stadt selbstbewusster Bürger. Dieses Selbstbewusstsein und den Selbstbehauptungswillen wünsche ich mir stärker ausgeprägt – auch der Landesregierung gegenüber.

Sie sind bekannt als intellektuelle Stimme auf der politischen Bühne in Sachsen und auch in Deutschland. Wie wollen Sie es schaffen, auf das Klein-Klein der Kommunalpolitik "umzuschalten"?

In Meißen geht es gar nicht nur um "Klein-Klein". Meißen ist eine Stadt mit einer großen und weltweiten Bekanntheit, denken Sie bitte nur an das berühmte Porzellan, an den Dom mit den vom Naumburger Meister geschaffenen Stifterfiguren, an die Sterncombo Meißen oder daran, dass der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, in Meißen geboren wurde. Außerdem gilt heute, was immer galt: Alles Gute wächst von unten, auch die Demokratie.

Frank Richter

Frank Richter

1960 in Meißen geboren | Theologe |  Gründer der Gruppe der 20 in Dresden | 2009 bis Anfang 2017 Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung | Mittler bei den Pegidaprotesten |  Februar 2017 - Juni 2018  Geschäftsführerder Stiftung Frauenkirche in Dresden | 2017 Austritt aus der CDU | seine Kandidatur wird unterstützt von: Initiative "Meißen kann mehr", Linke, Grüne und SPD

"Ich bin in Meißen geboren. Seit einigen Monaten habe ich einen Nebenwohnsitz in Meißen. Wenn ich die Wahl gewinne, wird hier mein Hauptwohnsitz sein."

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalstudio Dresden
MDR SACHSENSPIEGEL Vorberichterstattung zur Wahl, u.a. am 24.08.2018 um 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 24. August 2018, 14:39 Uhr

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