Klimaschutz contra Rohstoffabbau Protest gegen Erweiterung des Kieswerks Ottendorf-Okrilla wächst

Das Kieswerk Ottendorf-Okrilla will sein Abbaugebiet erweitern und eine neue Bandanlage bauen, wofür bereits Bäume gerodet wurden. Gegen beide Projekte gibt es Protest von Umweltschützern - auch Fridays for Future macht mobil.

In Ottendorf-Okrilla soll zur Ausweitung eines Kies-Tagebaus ein anliegender Wald gerodet werden. Das Kieswerk hat für das 134 Hektar großes Gebiet zwischen Radeburg, Würschnitz und Ottendorf-Okrilla die Genehmigung für den Abbau beim Oberbergamt beantragt. Doch bislang gibt es keine Zusage. Umweltschützer vom Naturschutzbund (NABU) und einer Bürgerinitiative versuchen genau das seit längerem zu verhindern. Jetzt hat sich auch Fridays for Future dem Protest angeschlossen und zog am Freitag vor das Wirtschaftsministerium in Dresden.

Der Moorwald bei Ottendorf-Okrilla ist nicht nur ein wichtiges Habitat für seltene Arten, die anderweitig nicht überleben können, sondern auch eine wertvolle CO2-Senke.

Marlon Araque Fridays for Future Dresden

Kartenausschnitt
Das Gebiet Würschnitz West ist noch nicht genehmigt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Umweltschützer und Anwohner befürchten Absinken des Grundwasserspiegels

Die geplante Ausweitung des Kiesabbaus und die Rodung dieses "sensiblen Natur- und Lebensraums" seien eine nicht hinnehmbare Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Laut NABU drohen die Moore auszutrocknen, ein vom Verband beauftragtes Gutachten prognostiziert ein Absinken des Grundwasserspiegels um 60 Prozent. Der NABU setzte deshalb ein weiteres hydrologisches Gutachten beim Oberbergamt für das Gebiet durch. Es soll mit den überarbeiteten Planungsunterlagen im nächsten Frühjahr öffentlich ausgelegt werden.

Förderanlagen
Die bestehende Förderanlage soll erweitert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch Diskussion um genehmigte Bandanlage

Der Bau einer neuen Bandanlage für das bestehende Kiesabbaugebiet Würschnitz ist bereits genehmigt. Das Förderband soll die beiden Standorte des Unternehmens Laußitz 1 mit Würschnitz verbinden. Die Anlage schone sogar die Umwelt, weil damit der Lkw-Transport vom Abbaugebiet zum Verarbeitungsort entfalle, sagte der Geschäftsführer des Kieswerks Ottendorf-Okrilla, Thomas Gruschka, MDR SACHSEN. Doch für das Förderband wurden bereits zwei Hektar Wald gefällt - und es werden noch mehr.

Schneise in einem Wald
Für die Bandanlage wird eine breite Schneise in den Wald geschlagen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Protest von Klimaschützern aus Dresden wächst deshalb, wie Nella Chrom MDR SACHSEN sagte. "Das Kind ist dann in den Brunnen gefallen, wenn die Bandanlage gebaut ist, weil dann sind zwei Wälle rechts und links vorhanden, die die Krötenwanderung nicht mehr zulassen. Und die Lautstärke darf man nicht unterschätzen für die Waldtiere, die hier leben."

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.10.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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