Rostige Gleise, umgeben von Bäumen und Sträuchern, führen zum Horizont, im Vordergrund ein Schild, das auf Tempo 100 hinweist
Bildrechte: MDR/André Plaul

20.05.2019 | 16:56 Uhr Interessenverbände fordern wieder Züge zwischen Meißen und Döbeln

Rostige Gleise, umgeben von Bäumen und Sträuchern, führen zum Horizont, im Vordergrund ein Schild, das auf Tempo 100 hinweist
Bildrechte: MDR/André Plaul

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Allianz Pro Schiene fordern die Reaktivierung von zwei stillgelegten Eisenbahnstrecken in Sachsen. In einer heute veröffentlichten Studie sind die 39 Kilometer lange Verbindung zwischen Meißen-Triebischtal und Döbeln sowie der zwei Kilometer lange Abschnitt zwischen Seifhennersorf und dem tschechischen Varnsdorf aufgeführt.

Unterversorgt oder keine Nachfrage?

Die Strecke zwischen Meißen und Döbeln war 2015 stillgelegt worden. Die zuständigen Verkehrsverbünde begründeten dies damals mit einer mangelnden Nachfrage. Der VDV sieht dagegen eine Unterversorgung in der Region, die mit einer Wiederaufnahme des Zugverkehrs zumindest teilweise behoben werden könnte. Im aktuellen sächsischen Doppelhaushalt sind fünf Millionen Euro für den Wiederbetrieb eingeplant, bis 2024 weitere zwölf Millionen. Dieses Geld deckt jedoch nach Aussage des Verkehrsverbundes Oberelbe nicht einmal die Trassengebühren für die Nutzung der Gleise. Zudem müssten sämtliche Bahnsteige barrierefrei umgebaut werden.

Verbindung gewünscht, Genehmigung fehlt

Zwischen Seifhennersdorf und Varnsdorf sollten nach Ansicht des VDV wieder grenzüberschreitend Züge fahren, auch um die europäische Integration zu stärken. Im Grunde genommen gibt es diese Verbindung bereits. Seit 2015 fahren jedoch Busse statt Züge, weil nach Angaben des Betreibers Deutsche Länderbahn eine aufsichtsbehördliche Genehmigung für den Betrieb auf dem Streckenabschnitt bislang nicht erteilt wurde.

Fragwürdige Entscheidungen revidieren

Bundesweit lassen sich nach Ansicht von VDV und Allianz Pro Schiene 186 stillgelegte Streckenabschnitte mit einer Gesamtlänge von mehr als 3.000 Kilometern ohne allzu großen Aufwand reaktivieren, um den Personenverkehr zu verbessern. In der Vergangenheit seien Entscheidungen zur Stilllegung von Strecken häufig fragwürdig gewesen und hätten häufig dem öffentlichen Interesse widersprochen.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 20.05.2019 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

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3 Kommentare

21.05.2019 22:20 Scherrenberg 3

@ 2: Zwischen Leipzig und Großbothen ist die Strecke doch in Betrieb ...

21.05.2019 14:12 Chr. Dippmann 2

Die alte Bahnlinie Leipzig-Wurzen-Grimma-Grossbothen-Lastau-Rochltz wäre auch keine schlechte Idee

21.05.2019 13:50 Enrico Pelocke 1

Die Seifhennersdorfer Strecke kann über Eibau - Ebersbach nach Löbau fortgesetzt werden. Die Strecken Oberoderwitz - Herrnhut - Niedercunnersdorf (- Löbau), Großbothen - Colditz - Rochlitz - Wechselburg - Waldenburg - Glauchau, Falkenberg (Elster) - Riesa und viele andere fehlen in der Liste.
Die Strecke Leipzig - Döbeln - Dresden kann von RE und RB jeweils im Stundentakt befahren werden. Wenn sie sich in Döbeln überholen, haben sie zwischen Meißen und Dreden einen praktischen 30-min-Abstand und bieten so eine schnelle dichte Verbindung in die Landeshauptstadt in Ergänzung zur S-Bahn, die überall hält. Im Bereich Miltitz-Roitzschen muß ein 2gleisiger Begegnungsabschnitt hin, damit sich RE und RB begegnen können. In einem 2gleisigen Begegnungsabschnitt zwischen Großbothen und Kössern begegnen sich RB und RB. Weitere Begegnungsabschnitte bis Leipzig folgen.

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