Herbststimmiung auf einem Weinberg vor der Meißner Stadtkulisse
Derzeit herrscht Herbststimmung auf dem Weinberg von Winzer Matthias Schuh. Im Winter steht der Rebschnitt an. Bildrechte: L. Müller

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.11.2019 | 11-12 Uhr Studiogast Winzer Schuh: Klimawandel kommt auch im Weinberg an

Herbststimmiung auf einem Weinberg vor der Meißner Stadtkulisse
Derzeit herrscht Herbststimmung auf dem Weinberg von Winzer Matthias Schuh. Im Winter steht der Rebschnitt an. Bildrechte: L. Müller

Die ersten jungen Weine des Jahrgangs 2019 sind im Handel. Der Sommer war wieder heiß und trocken. Klingt zunächst ideal für den Weinanbau. Doch stimmt das wirklich? Winzer Matthias Schuh aus Sörnewitz bei Meißen ist zwiegespalten: Die Wärme war gut, die Trockenheit habe allerdings den Reben zum zweiten Jahr in Folge zugesetzt, sagt der Winzer. Unter anderem verzögert sich die Reife der Trauben, wenn Wasser fehlt.


Klimawandel kommt im Weinberg an

Der Klimawandel kommt auch bei den Winzern an. Schuh beginnt einen Teil seiner Rebflächen inzwischen umzugestalten. Für frühe Sorten wie Müller-Thurgau oder Goldriesling werden einige Steillagen an der Elbe inzwischen zu heiß, ist Schuh überzeugt. Er selbst pflanzt in seinem Betrieb auf einer Teilfläche im Klausenberg im Meißner Spaargebirge im kommenden Frühjahr Chardonnay. Diese Rebsorte war früher nur in südlicheren Weinbaugefilden verbreitet.

Einen Weinberg umzustrukturieren, bedarf Weitblick und einer langfristige Planung auf Jahrzehnte hinaus. Rebflächen bringen rund 30 Jahre wirtschaftlichen Ertrag. Rodet man eine Rebsorte, kann auf dieser Fläche nach dem Aufreben erst im dritten Jahr wieder ein annähernd gleicher Ertrag erzielt werden.


Rosé im Trend - Weißer aus dem Holz zum Fest

Ein junger Mann steht auf einem Weinberg.
Matthias Schuh auf dem Meißner Klausenberg: Der Winzer hat dort unter anderem Grauburgunder stehen, der im Holz ausgebaut auch als Weißwein zum Festtagsbraten taugt. Bildrechte: MDR/Weingut Schuh

Dabei muss der Winzer auch berücksichtigen, dass Rebsorten mal in Mode sind und dann wieder gar nicht nachgefragt werden. Stehen Winzer in engem Kontakt mit Weinfreunden, Händlern und der Gastronomie, können sie früh Trends erahnen.

Beliebt sind aktuell Rosé-Weine. In Deutschland dürfen rote und weiße Weine keinesfalls gemischt werden, um einen Rosé zu erhalten. Für klassischen Rosé werden rote Rebsorten gepresst, für einen sogenannten Weißherbst dürfen hierfür ausschließlich Trauben einer Rebsorte genutzt werden. Bei einem Rotling wiederum werden rote und weiße Trauben gemeinsam abgepresst. Bekannt ist in Sachsen der Schieler, der ein solcher Rotling ist.

So kurz vor Weihnachten hat Winzer Schuh noch einen Tipp für einen außergewöhnlichen Wein zum Festbraten. "Es muss nicht immer Rotwein sein", sagt Schuh und empfiehlt stattdessen auch mal einen Weißwein, der im Holzfass gereift ist. Beratung zum richtigen Wein gibt es bei den Winzern, die meist auch Direktverkauf ab Hof anbieten, und in Weinhandlungen.

Der Winzer Matthias Schuh, Jahrgang 1987, ist Winzer und Weinbautechniker. Seit 2016 ist er Geschäftsführer und Mitinhaber im elterlichen Weingut Schuh in Sörnewitz bei Meißen, das er gemeinsam mit seiner Schwester Katharina Pollmer führt. Sie ist Sommelière und fürs Marketing zuständig. Matthias Schuh kümmert sich um Weinberg und Kellerei. Die Geschwister stammen aus einer Winzerfamilie von der Mosel, ihre Eltern gründeten 1990 das Weingut in Sachsen neu. Matthias Schuh ist zwar in Sachsen aufgewachsen, hat aber noch unverkennbar Moselaner Wurzeln.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.11.2019 | ab 11:00 Uhr Winzer Matthias Schuh zu Gast in der Sendung "Der Tag"

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2019, 08:30 Uhr

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