Stadtratsbeschluss Meißen will neues Betreibermodell für Tierpark

Ein Pfau im Tierpark Meißen.
Bildrechte: imago/Hanke

Der Stadtrat Meißen hat eine Strategie zum Erhalt des Tierparks in der Stadt beschlossen. Stadt. Grundlage ist der Abschlussbericht einer Arbeitsgemeinschaft, der in der Ratssitzung am Mittwochabend vorgestellt wurde. Darin werden Entwicklungsmöglichkeiten für den Tierpark vorgestellt und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung gegeben.

Privater Betreiber braucht Geld

Die Ausgangslage ist kompliziert: Der Meißner Tierpark ist eine rein private Einrichtung und kann deshalb von der Stadt nicht direkt finanziell unterstützt werden. Das Gelände ist an den Betreiber Heiko Drechsler verpachtet, der entsprechende Vertrag läuft bis 2028. Doch der Tierpark treibt den Unternehmer finanziell an die Grenzen: Die Versorgung der teils exotischen Tiere kostet viel Zeit und Geld, die Stallungen und Gehege müssten saniert werden, Besucher finden, die Anlage könnte insgesamt schöner aussehen.

Lösung: Gemeinnützigkeit

Damit sein Herzensprojekt eine sichere Zukunft hat, ist der Eigentümer bereit, mit der Stadt über neue Betreiberformen zu verhandeln, die mehr finanzielle und personelle Hilfe für den Tierpark ermöglichen. Die vom Stadtrat favorisierte Variante ist eine gemeinnützige GmbH oder ein Verein, der das komplette Gelände, alle Tiere und Bauten übernimmt. Die Gemeinnützigkeit ist Grundvoraussetzung, damit von der Stadt Geld in die Anlage fließen kann.

Exoten sollen bleiben

Kleine Bergziege im Tierpark Meißen 3 min
Bildrechte: imago/Hanke

Eigentümer Drechsler kann sich nach eigener Aussage vorstellen, dafür seinen Pachtvertrag aufzulösen und als Angestellter für den neuen Betreiber zu arbeiten. Er fordert allerdings unter anderem, dass auch künftig exotische Tiere wie Kängurus, Pfauen und Papageien als Besuchermagnet im Tierpark zu sehen sind. Dadurch ist der Tierpark allerdings rechtlich ein Zoo. Damit hat er mehr Pflichten und Kosten als ein Tiergehege mit ausschließlich heimischen Tierarten.

Zukunftsträume

Um einen neuen Betreiber zu finden, startet Meißen nun ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren. Außerdem sollen schon im kommenden Haushalt 100.000 Euro Zuschuss für den Tierpark eingeplant werden. Zugleich wird mit dem Eigentümer über die konkreten Übernahmebedingungen verhandelt. Werden sich beide Seiten einig, ist nicht nur die Zukunft des Tierparks gesichert, sondern sogar eine Erweiterung realistisch. Meißens erster Bürgermeister äußerte sich im Gespräch mit MDR SACHSEN optimistisch. Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung der Empfehlungen gibt es allerdings nicht.

Die Stadt hat mit dem Beschluss einen sehr großen Schritt in Richtung Zukunft für den Tierpark Meißen getan. Wir sind gut gestimmt, dass wir jetzt auf dem Weg sind, den Tierpark in sicheres Fahrwasser zu bringen.

Markus Renner Erster Bürgermeister der Stadt Meißen

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.10.2020 | 14:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Dresden

0 Kommentare

Mehr aus Meissen

Mehr aus Sachsen