Becher aus Meißner Porzellan mit den gekreuzten Schwertern, 2016
Bildrechte: dpa

14.11.2019 | 16:09 Uhr | Update Porzellanmanufaktur Meissen baut bis März 200 Stellen ab

Becher aus Meißner Porzellan mit den gekreuzten Schwertern, 2016
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Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen streicht wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Branche in den kommenden vier Monaten 200 Stellen. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen die Arbeitsplätze sozialverträglich abgebaut werden. Der Betriebsrat sei beteiligt, altersbedingt frei werdende Stellen sollen nicht neu besetzt werden. Junge Leute in Ausbildung seien nicht betroffen. Ende März 2020 werde die Manufaktur 418 Mitarbeiter beschäftigen, hieß es. Das Unternehmen spricht von strategischen Anpassungen. Der Staatsbetrieb habe zwar den Umsatz leicht steigern können, die selbst gesteckten Wachstumsziele aber nicht erreicht.

Unrentable Stores sollen schließen

Die Manufaktur Meissen wird sich von nicht profitablen Standorten trennen. Hierbei handelt es sich den Angaben zufolge um Standorte, die vor einigen Jahren aufgebaut worden waren, als die damalige Geschäftsführung die Porzallanmanufaktur Meissen zu einer breiten Luxusmarke aufstellen wollte. Zur Disposition stünden vorwiegend sogenannte Markenstores im Inland, sagte eine Sprecherin auf Anfrage von MDR SACHSEN. Ob auch im Ausland Meissen-Läden geschlossen werden sollen, stehe noch nicht fest. Das Unternehmen wolle den Verkauf in den Regionen bündeln und damit rentabler machen, hieß es.

Die Maßnahmen seien für den Erhalt der Manufaktur zwingend notwendig, so das Unternehmen. Die Porzellanmanufaktur wurde 1710 als erste europäische Manufaktur für weißes Porzellan gegründet. Meissen gilt als Luxusmarke, die Manufaktur entwickelt inzwischen neben traditionellen Motiven und Formen auch moderne Designs.

Manufaktur sorgt seit Jahren für Diskussion

In der Region hatte die Manufaktur über Jahre hinweg für Diskussionen gesorgt, weil sie den Namenszug "Meissen" für nahezu alle Produkte sich markenrechtlich schützen lassen hat. Für Unverständnis hatte 2010 auch die Vernichtung von sogenannten Altbeständen an Porzellan im Wert von rund 2,6 Millionen Euro gesorgt. Das sächsische Finanzministerium hatte die Aktion verteidigt und damit begründet, dass selbst mit Preisnachlässen keine Kunden für die Markenporzellane hätten gefunden werden können. Im Jahr 2010 hatte die Manufaktur noch knapp 800 Beschäftigte.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.11.2019 | 11:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2019, 16:09 Uhr

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