Hilfsangebote in Dresden, Leipzig und Chemnitz "Kein Mensch muss ohne Obdach sein"

Obdachlose haben es gerade im Winter nicht leicht. Schlafen sie bei Minusgraden im Freien, besteht Lebensgefahr. Damit niemand zu Schaden kommt, stellen die Stadt Dresden und Kirchgemeinden Schlafplätze zur Verfügung. Auch in Leipzig und Chemnitz gibt es Hilfsangebote.

Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, ist jeder froh, wenn er eine warme Wohnung hat. Für Menschen, die auf der Straße leben, beginnt hingegen eine besonders schwere Zeit. Allerdings bekommen sie in Dresden Unterstützung. Wie die Stadt mitteilt, stehen bis zu 352 Schlafplätze zur Verfügung. 46 Plätze befinden sich dabei in sogenannten Gewährleistungswohnungen. Hinzu kommen sieben Übergangswohnheime mit 296 Plätzen sowie zehn Notfallschlafplätze. Sie stehen als kurzfristige Übernachtungsmöglichkeiten von 22 bis 7 Uhr zur Verfügung und ergänzen die reguläre Unterbringung in Wohnheimen und Wohnungen.

310 Obdachlose nutzten im Schnitt Hilfsangebote der Stadt

"Kein Mensch in unserer Stadt muss ohne Obdach sein", erklärt Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann und verweist auf die städtischen Schlafplätze, die vom Sozialamt vermittelt werden. Im Jahr 2017 waren durchschnittlich 310 wohnungslose Personen in Übergangswohnheimen und Gewährleistungswohnungen untergebracht. Andere Betroffene haben bei Freunden und Bekannten übernachtet, teilt die Stadt mit.

Kirchengemeinden richten Nachtcafés ein

Neben den städtischen Plätzen gibt es außerdem noch die Nachtcafés der Dresdner Kirchgemeinde und des Diakonischen Werkes – Stadtmission Dresden. Von November bis März öffnen Gemeinden im täglichen Wechsel ihre Türen für Obdachlose. Dort finden sie Ruhe und Aufenthalt, Begegnung und Austausch, Getränke zum Aufwärmen, eine warme Mahlzeit sowie ein gemeinsames Frühstück. In einigen Nachtcafés besteht die Möglichkeit, sich zu duschen und Wäsche zu waschen. Für den Aufenthalt leisten die Besucher einen symbolischen Beitrag von einem Euro. Geöffnet ist von 20 bis 7 Uhr. Einlass ist bis 23 Uhr.

Sozialamt kann bei Mietschulden helfen

Trotz der Hilfsangebote ist es jedoch besser, wenn eine Wohnungslosigkeit gar nicht erst entsteht. Das Sozialamt bietet deshalb vorbeugende Maßnahmen an. Droht beispielsweise die Räumung einer Wohnung wegen Mietschulden, ist es möglich, beim Amt einen Antrag auf Übernahme der Schulden zu stellen. Außerdem helfen die Mitarbeiter dabei, eine preisgünstige Wohnung zu finden.

Heilsarmee ist mit "Kältestreife" unterwegs

Weitere niedrigschwellige Angebote für wohnungslose Menschen, die von der Stadt unterstützt werden, sind der Tagestreff "Schorsch", die Straßensozialarbeit von Heilsarmee und Diakonischem Werk sowie die Straßenzeitung DROBS. Im Winter ist die Heilsarmee mit der sogenannten "Kältestreife" im ganzen Stadtgebiet unterwegs und bietet Obdachlosen an mehreren Treffpunkten warme Getränke und Suppen sowie Begegnung und Gespräche an.

Angebote für Wohnungslose in Dresden Übergangswohnheime für Wohnungslose:
Hubertusstraße 36
Hechtstraße 10
Emerich-Ambros-Ufer 59
Bauhofstraße 11
"Lindenhaus" Mathildenstraße 15 (für Straßenkinder und junge Volljährige)
Kipsdorfer Straße 112
Prohliser Allee 3 (für ältere wohnungslose Menschen)

Zuweisung durch Sozialamt: Junghansstraße 2, 01277 Dresden , 0351-4884981
geöffnet: Dienstag und Donnerstag 8 bis 12 und 14 bis18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr

Winterprogramm auch in Leipzig

Auch in Leipzig stehen nach Angaben der Stadt ausreichend Betten für wohnungslose Menschen zur Verfügung. Neben den 94 ganzjährig vorhandenen Schlafplätzen wurden für den Winter 41 zusätzlich geschaffen. Die Anzahl könne bei Bedarf erhöht werden. Zudem bittet das Sozialamt die Leipziger, alle Personen, die sich obdachlos in Abrisshäusern, ungesicherten Unterkünften oder im Freien aufhalten, auf die entsprechenden Hilfsangebote hinzuweisen oder das Sozialamt der Stadt Leipzig zu informieren.

Für obdachlose Familien gibt es die Möglichkeit, vorübergehend in sogenannten Gewährleistungswohnungen eine Unterkunft zu finden. Zudem sollen Streetworker Wohnungslose auf die Schlafplätze hinweisen. "Wird das Angebot abgelehnt, stehen Schlafsäcke und Nothilferucksäcke zur Verfügung", heißt es im Winterprogramm, das bis zum 31. März 2019 gelten soll.

Übernachtungseinrichtungen und Tagestreffs in Leipzig Übernachtungshaus für wohnungslose Männer:
Täglich ab 16 Uhr geöffnet, feiertags und an den Wochenenden ganztägig
Rückmarsdorfer Straße 7, 04179 Leipzig, 0341-1234504

Übernachtungshaus für wohnungslose Frauen:
Montag bis Freitag ab 16 Uhr, Samstag ab 15 Uhr, sonn- und feiertags ganztägig geöffnet
Scharnhorststraße 27, 04275 Leipzig, 0341-5852413

ALTERNATIVE I (Notunterbringung wohnungsloser drogenabhängiger Personen):
Täglich ab 20 Uhr geöffnet
Chopinstraße 13, 04103 Leipzig, 0341-913560

Tagestreff für Wohnungslose "Insel":
Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr geöffnet, am Wochenende und feiertags von 9 bis 15 Uhr
Plautstraße 18, 04179 Leipzig, 0341-24676655

Ökumenische Kontaktstube "Leipziger Oase":
Montag bis Freitag (inklusive Feiertage) von 8 bis 16 Uhr, Samstag von 9 bis 14 Uhr
Nürnberger Straße 31, 04103 Leipzig, 0341-2682670

Hilfe für Obdachlose in Chemnitz

In Chemnitz stellt das Sozialamt Unterbringungsmöglichkeiten in Wohnprojekten und der Übernachtungsstätte zur Verfügung. Außerhalb der Sprechzeiten und am Wochenende finden Wohnungslose in der Übernachtungsstätte Chemnitz und bei der Stadtmission ein Dach über dem Kopf. Im Tagestreff "Haltestelle" kamen laut eines Berichts der Stadtmisson im Jahr 2017 616 Menschen unter. Das waren 50 mehr als im Jahr zuvor.

Übernachtungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Wohnungslose in Chemnitz Übernachtungsstätte Chemnitz:
Heinrich-Schütz-Straße 84, 09130 Chemnitz, 0371 4002350

Tagestreff "Haltestelle" der Stadtmission Chemnitz:
Annenstraße 22, 09111 Chemnitz, 0371 671751

Quelle: MDR/sth/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 14.11.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 25. November 2018, 16:50 Uhr

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