Oberlandesgericht Dresden Freiheitsstrafen im zweiten Prozess gegen Gruppe Freital gefordert

«Gruppe Freital»
Die "Gruppe Freital" verbreitete 2015 rechtsextremen Terror in Freital, Dresden und dem Umland. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Prozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der rechtsterroristischen "Gruppe Freital" sind am Montag vor dem Oberlandesgericht Dresden die ersten Plädoyers gesprochen worden. Die Generalstaatsanwaltschaft forderte in ihrer dreieinhalbstündigen Schlussrede Freiheitsstrafen von drei Jahren und zwei Monaten sowie zwei Jahren und zehn Monaten für die beiden mutmaßlichen Mitglieder der Vereinigung. Gegen die beiden mutmaßlichen Unterstützer wurden Bewährungsstrafen von einem Jahr und zehn Monaten beziehungsweise von acht Monaten beantragt. Seit September 2020 läuft der zweite Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der Gruppe.

Lange Liste von Straftaten zur Last gelegt

Zwei Beschuldigte, ein 26-jähriger sowie ein 31-jähriger Mann, sollen nach Angaben des Gerichts an einem Sprengstoffanschlag auf das Auto eines Freitaler Stadtrats beteiligt gewesen sein. Zudem muss sich ein 52 Jahre alter Mann wegen fremdenfeindlicher Parolen und wegen eines Anschlags auf ein Büro der Linkspartei verantworten. Die drei Männer sollen sich auch an einem Sprengstoffanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft beteiligt haben. Bei der vierten Angeklagten handelt es sich um eine 31 Jahre alte Frau. Ihr wirft die Generalstaatsanwaltschaft das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vor.

Drittes Verfahren ab Dienstag

Am 26. Januar beginnt das bisher dritte "Gruppe Freital"-Verfahren. Laut Oberlandesgericht sind vorerst insgesamt neun Verhandlungstage bis Mitte März geplant. Der Prozess "Freital III" findet in dem für Terrorverfahren genutzten speziellen Gerichtsgebäude am Dresdner Stadtrand statt. Bereits 2018 waren acht Mitglieder der "Gruppe Freital" zu Haftstrafen verurteilt worden.

Die "Gruppe Freital" hatte 2015 in der gleichnamigen Stadt südwestlich von Dresden und Umgebung Sprengstoffanschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende verübt.

Quelle: MDR/aa/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.01.2021 | ab 05:00 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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