Ein Mann wird von Justizbeamten über einen Gang geführt.
Bildrechte: MDR/xcitepress

Anklage geht von fremdenfeindlichem Hintergrund aus Prozessauftakt nach Anschlag auf Moschee in Dresden

Kurz vor den Feiern zur Deutschen Einheit in Dresden im Herbst 2016 versetzen mehrere Anschläge die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft. Monate später wird ein 30-Jähriger festgenommen, der auch schon als Redner bei Pegida auf der Bühne stand. Er steht seit Mittwoch vor Gericht.

Ein Mann wird von Justizbeamten über einen Gang geführt.
Bildrechte: MDR/xcitepress

Fast anderthalb Jahre nach dem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Verhandelt wird der Fall am Landgericht Dresden. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten versuchten Mord, Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen sowie schwere Brandstiftung vor. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz zitierte aus der Anklageschrift, der Angeklagte Nino K. soll "aufgrund seiner außerordentlichen Abneigung gegenüber Ausländern muslimischen Glaubens" gehandelt haben. Er habe zumindest billigend in Kauf genommen, dass Menschen nicht nur verletzt, sondern auch getötet werden könnten, sagte der Oberstaatsanwalt. Das Schicksal der Menschen sei ihm gleichgültig gewesen.

Schulz zufolge habe sich der Mann bewusst eine Moschee für seinen ersten Anschlag ausgesucht. Die Moschee lag nur wenige hundert Meter von seiner Wohnung entfernt. Der 31-Jährige gilt laut Anklage "als bekennender Anhänger" der islamfeindlichen Pegida-Bewegung. In diesem Umfeld habe er sich auch radikalisiert. Am kommenden Montag soll mit der Beweisaufnahme begonnen werden. Zunächst sind nach Gerichtsangaben Tatortermittler des Landeskriminalamts als Zeugen geladen. Das Urteil soll Anfang April fallen.

Aktenzeichen AZ 1KS373JS 128/16

Drei Anschläge geplant

Nino K. soll im September 2016 Bomben am Kongresszentrum in Dresden sowie vor einer Moschee im Stadtteil Cotta gezündet haben. Die Familie des Imam blieb unverletzt. Am Kongresszentrum entstand ein Sachschaden von 21.000 Euro. Der Beschuldigte war durch einen DNA-Vergleich ins Visier der Ermittlungen geraten und im Dezember 2016 auf einer Baustelle in Hessen festgenommen worden. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung wurde ein fertiger Sprengsatz sichergestellt. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Polizisten sichern Spuren nach dem Anschlag auf eine Moschee in Dresden
Zum Zeitpunkt des Anschlags befanden sich der Imam und seine Familie in der Moschee. Sie blieben unverletzt. Bildrechte: MDR/Tino Plunert



Außerdem soll der Beschuldigte einen Molotowcocktail unter einer Brücke in Dresden angebracht, der aber nicht explodierte. Auch dafür muss er sich in dem Prozess verantworten. Das Ermittlungsverfahren gegen einen mutmaßlichen Komplizen war im Herbst 2017 eingestellt worden.

Quelle: MDR/dk/nj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 31.01.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2018, 09:37 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

51 Kommentare

02.02.2018 08:34 Mediator an Peter 48 51

Es ist bezeichnend, dass die Empörten und angeblich so anständigen und rechtstreuen Bürger bei Pegida noch nie Probleme hatten Schwerkriminellen auf der Bühen zuzujubeln und sich mit Menschen gegen FLüchtlinge zu solidarisieren die dem rechtsradikalen rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen sind.

Diese Leute stört sicherlich auch nicht der Bombenleger aus ihren Reihen. Den Notwehrbegriff hat man ja bei Pegida sehr weit ausgelegt. Was bleibt dem armen, von der Regierung in die Ecke gedrängte Bürger in seinem Einfamilienhaus auch anderes übrig als sich mit Bomben und Brandsätzen zu wehren. Manche sahen das sogar als so etwas wie eine freie Meinungsäußerung an. Man darf gespannt sein, wei das Gericht dies bewertet. Ich wette, dass es mehrere Jahre All Inklusive Aufenthalt in einem staatlichen Hotel für so etwas gibt.

02.02.2018 00:01 Dresdner Jg.69 @ Maria A. 50

"Wenn der Täter menschliches Leid hätte verursachen wollen, hätte er es so gemacht, wie alle Terroristen." Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei haben offensichtlich genug Beweise für die Absicht und Arbeitsweise des Tatverdächtigen, und nicht nur wegen der Moschee-Bombe. Wenn der zu doof ist, rechtfertigt das noch lange nicht den Versuch...
"ich bin innerlich so gefestigt, dass ich zwischen Bestien und Wütenden noch unterscheiden kann." Ihre Kommentare hier beweisen, dass Sie nicht mehr unterscheiden können! Dass Sie innerlich gefestigt seien, dem widerspreche ich nicht. Es ist bekannt, dass gewisse Menschen mit einem sogenannten gefestigten Weltbild für die Mehrheitsgesellschaft nicht mehr erreichbar sind. Im Übrigen widersprechen Sie sich wie nahezu alle PegidAfD-Lemminge permanent selbst...

01.02.2018 22:05 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 49

@ 47. Janes:
Zitat "Teil derer, die die ganz große Wahrheit kennen"

... was zuweilen auch 'Teil' einer pathologischen Diagnose sein kann...

01.02.2018 21:54 Peter 48

@Ekki: Die Justiz wird ihre Arbeit machen und der Täter wird verurteilt.
Das Pikante daran ist doch aber, dass der Hass-Rede des Bombenlegers auf der Pegida-Bühne die vermeindlichen Saubermänner und -frauen lauthals zugejubelt haben.

01.02.2018 21:18 Janes 47

@SZ Rentner 45: Vielleicht kannst du mir es ja schon jetzt mal erklären, denn du scheinst ja die Weisheit in Person zu sein. Überhaupt ist ja jeder afd Wähler und pegidaanhänger immer Teil derer, die die ganz große Wahrheit kennen und gelegentlich mal so dumme Menschen wie mich bekehren.

Aber eigentlich hast du Recht-warum soll ich mir das rechte Geschwätz heute anhören, wenn der Spuk morgen schon vorbei sein können. Also behalt deinen neurechten "Wahrheiten" für dich!

01.02.2018 19:27 Mediator an Ekkehard (43) 46

Mensch Ekki,

da schnappt man jemanden der vor tausenden von Menschen seine fremdenfeindliche Gesinnung hinausposaunt hat, seine DNA wird am Tatort der Bombenexplosionen sichergestellt und bei ihm zu Hause findet sich ein weiterer Sprengsatz. Also mir und dem Großteil der Bevölkerung reicht dies aus um so einen Mann als Verbrecher mit fremdenfeindlicher Motivation und niedrigen Beweggründen zu charakterisieren. Vermutlich ging es Silvia(41) ebenso.

Das Prinzip der Unschuldsvermutung bedeutet nicht, dass der Bürger mit Tomaten auf den Augen durch die Gegend laufen muss. Dieses Prinzip ist für Gerichte wichtig, die Schuld nachweisen müssen. Das dürfte im Fall des Pegidabombenlegers alles andere als schwierig sein.

01.02.2018 19:17 SZ Rentner 45

@ Janes 44
"@der letzte Yana-Indianer 42: Also es gibt so viele Vereine, die echte Arbeit für das Allgemeinwohl leisten und wirklich gemeinnützig sind. Da finde ich es hahnebüchen, wenn sie mir sowas herbeiorakeln."

Du hast den Text nicht verstanden du mußt ein paar Jahre warten um es zu verstehen . Bloß dann wird es zu spät sein .

01.02.2018 17:49 Janes 44

@der letzte Yana-Indianer 42: Also es gibt so viele Vereine, die echte Arbeit für das Allgemeinwohl leisten und wirklich gemeinnützig sind. Da finde ich es hahnebüchen, wenn sie mir sowas herbeiorakeln.

Was soll denn passieren? Wo ist bei pegida irgend etwas gemeinnütziges? Im Moment werden Radikale gezüchtet und Kosten verursachtm die die Allgemeinheit zahlen muss. Auf solche Vereine kann ich verzichten. Und da bin ich nicht der Einzige.

Wenn SIE sich ernsthaft, nachhaltig und im Interesse ihres Landes politisch engegagieren wollen, gibt es viele andere sinnvolle Wege, nicht pegida.

01.02.2018 17:23 Ekkehard Kohfeld 43

@ Silvia 41 Es ist schon ziemlich verlogen, wenn man selbst bei jedem Ladendiebstahl von Flüchtlingen den Weltuntergang herbeiredet, bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche aber so tut, als wäre da halt jemand wütend gewesen und hätte mal mit der Faust gegen eine Tür getrommelt. Der Angeklage ist ein fremdenfeindlicher Verbrecher, der aus niederen Beweggründen durchaus auch den Tot von Menschen in Betracht gezogen hat.##Woher wissen sie das und wer gibt ihnen das Recht so über jemand her zu ziehen,sind sie Ermittler,Staatsanwalt,Richter und Henker in einem,noch gilt in Deutschland die Unschuldsvermutung ich würde hier mal einigen raten sich daran zu halten noch leben wir in einem Rechtsstaat ansonsten könnte es euch mal passieren eine Strafanzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede einzufangen.Nicht zu glauben was sich einige Tatort - Kommissare einbilden.Lasst doch mal die Justiz ihre Arbeit machen,wie die Unfall Gaffer überall die schmutzige Nase drin und alles besser wissen.

01.02.2018 15:55 der letzte Yana-Indianer 42

@35, Janes: vermutlich werden SIE erst in ein paar Jahren erkennen, wie gemeinnützig Pegida ist.