Ein Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform Elysium ist am 07.07.2017 am Rande einer Pressekonferenz von Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in Wiesbaden (Hessen) auf dem Monitor eines Computers zu sehen.
Bildrechte: dpa

Kinderporno-Ring "Elysium" Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Pädophilen aus Dresden

Ein Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform Elysium ist am 07.07.2017 am Rande einer Pressekonferenz von Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in Wiesbaden (Hessen) auf dem Monitor eines Computers zu sehen.
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Vor dem Dresdner Landgericht muss sich seit Donnerstag ein 41-jähriger mutmaßlicher Pädophiler verantworten. Dem Dresdner wird schwerer sexueller Missbrauch von zwei kleinen Mädchen im Alter von fünf und sieben Jahren vorgeworfen. Nach Informationen von MDR SACHSEN waren die Mädchen zum Zeitpunkt des Missbrauchs fünf und sieben Jahre alt. Sie sollen aus dem Bekanntenkreis des Mannes stammen.

Der Mann war der Polizei im Sommer bei Ermittlungen gegen die europaweit größte Kinderpornografie-Plattform "Elysium" ins Netz gegangen und festgenommen worden. Die Darknet-Plattform hatte rund 87.000 Mitglieder und war international ausgerichtet. Sie verfügte über Chatbereiche in deutscher, englischer, französischer, spanischer und italienischer Sprache. Die europäische Polizeibehörde Europol und Behörden in Österreich, Italien, Neuseeland und Australien unterstützen die Ermittlungen. Hauptbeschuldigter ist ein Mann aus Hessen - er war der mutmaßliche Administrator der Plattform. Die Staatsanwaltschaft Berlin führt die Ermittlungen gegen einen weiteren Verdächtigen.

Urteil wird Anfang Januar erwartet

Nach Angaben der in Deutschland federführenden Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gibt es in der Bundesrepublik "eine Vielzahl" von Verfahren gegen "Elysium"-Nutzer. Der Prozess gegen den 41-Jährigen - der auch in einer Dresdner Pfarrgemeinde engagiert ist - ist aber der einzige in Sachsen.

Die Anklage stützt sich auch auf Bilder und Videos, die der Diplomingenieur während des Missbrauchs der Kinder seit 2015 angefertigt haben soll. Laut Verteidigung hat sich ihr Mandant zu den Vorwürfen eingelassen. Auch in der Hauptverhandlung wolle er sich äußern. Ein Urteil wird Anfang Januar erwartet. Einen zu Prozessbeginn von der Nebenklage beantragten Ausschluss der Öffentlichkeit lehnte der Richter ab. Es sei im Interesse des Gesetzgebers, dass auch solche Verhandlungen öffentlich geführt würden, was aber nicht heiße, dass besonders schutzwürdige Verhandlungsteile davon ausgenommen werden könnten.

Quelle: dpa/MDR/dk

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.12.2017 | Regionalnachrichten ab 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2017, 15:07 Uhr