15.01.2020 | 19:58 Uhr Dresden geht dieses Jahr 20 neue Radwegeprojekte an

Dresden will bis 2025 fahrradfreundlicher werden. 450 Maßnahmen sind dafür im Radverkehrskonzept niedergeschrieben. Problem: Das zehnköpfige Team um Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain kommt nicht schnell genug voran. Sie arbeiten aktuell an mehr als 100 Projekten in der Stadt. In diesem Jahr kommen weitere dazu.

Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Radspur im Stadtverkehr.
Bildrechte: dpa

Sachsens Landeshauptstadt Dresden will in diesem Jahr 20 neue Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept angehen. Das sagte Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain am Mittwoch in Dresden. Sie gehören zu einem ganzen Maßnahmenbündel, das die Stadt 2017 veröffentlicht hat. Darin sind 450 Projekte geplant, von denen bislang 60 umgesetzt sind. Das sind nicht einmal ein Fünftel. Mit dem Radverkehrskonzept versucht die Stadt Desden, für eine zunehmende Zahl an Radfahrern neue und vor allem sichere Radwege zu schaffen. Allerdings sei das mit dem derzeitigen Personal nicht zu stemmen, räumte Schmidt-Lamontain ein:

Ich bin mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr zufrieden. Sie arbeiten hart daran, das Radverkehrskonzept umzusetzen. Aber es ist natürlich so, dass wir an den einzelnen Baustellen dann immer sehr schnell an die Grenzen geraten, was die Geschwindigkeit angeht, weil wir hohen Abstimmungsbedarf haben. Insofern müssen wir schneller werden. Das geht nur mit mehr Personal.

Raoul Schmidt-Lamontain Verkehrsbürgermeister Stadt Dresden

Eine konkrete Zahl für seinen Personalbedarf nannte Schmidt-Lamontain nicht.

Auch Reicker Straße soll fahrradfreundlicher werden

Auch die Reicker Straße, auf der in der vergangenen Woche eine Radfahrerin getötet wurde, gehört zu den Projekten, die zügig angegangen werden sollen. Die Planungen hätten schon Monate vor dem Unfall begonnen, erklärte der Leiter des Stadtplanungsamtes Stefan Szuggat. Hier soll ein rund zweieinhalb Kilometer langer Radfahrstreifen zwischen Rayskistraße und Gamigstraße entstehen. Die Fertigstellung werde aber nicht vor 2021 erfolgen, so Szuggat weiter.

Diese Maßnahmen sind 2020 geplant:

  • Radfahrstreifen auf der Wernerstraße zwischen Lübecker Straße und Columbusstraße
  • Verbesserung der Radwegführung am Knotenpunkt Winterbergstraße/Karcheralle/An der Pikardie
  • Schutzstreifen an der Ludwig-Kossuth-Straße
  • Schutzstreifen und Radfahrstreifen an der Radeburger Straße
  • Radfahrstreifen am Terrassenufer zwischen dem Landtag und der Synagoge
  • Vollsignalisierung des Knotenpunktes Stauffenbergallee/Rudolf-Leonhard-Straße
  • bauliche Anpassungen am Radfahrstreifen in der Albertstraße
  • Asphaltarbeiten am Körnerweg
  • bauliche Anpassungen und Bau eines stadtwärts führenden Radstreifens in der Königsbrücker Straße zwischen Hermann-Mende-Straße und Stauffenbergallee
  • 2. Teilabschnitt von Radverkehrsanlagen in der Julius-Vahlteich-Straße
  • Oberflächenarbeiten an der Sophienstraße
  • Radfahrstreifen auf der Grenzstraße
  • Querungshilfe in der Bautzner Straße/Brockhausstraße
  • Oberflächenarbeiten am Terrassenufer zwischen Sachsenplatz und Steinstraße
  • Verbesserung der Radführung am Straßburger Platz
  • Oberflächenarbeiten an der Canalettostraße
  • Ummarkierung der Radverkehrsanlage in der St. Petersburger Straße
  • Verbesserung der Radwegführung am Knotenpunkt Reichenbachstraße/Fritz-Löffler-Straße
  • Umbau der Zufahrten am Ostra-Ufer, Bordsteinabsenkungen
  • Errichtung von Fahrradabstellanlagen an verschiedenen Standorten wie der Hafenstraße/Ludwigstraße, Bürgerstraße 14 - 18, Krenkelstraße, Fetscherstraße, Hans-Böheim-Straße, der Messe Dresden, u. a.

Radverkehr in Dresden Die Zahl der Radfahrer in Dresden ist von 2011 bis ins Jahr 2019 deutlich angestiegen. Für die Verkehrsdichte lässt die Stadt Dresden den Radverkehr auf den Elbbrücken und an fünf "Pegelzählstellen" ermitteln. Demnach stieg die Zahl der Radfahrer um 28 Prozent an den Pegelzählstellen, auf den Elbbrücken gar um 54 Prozent.

Radfahrer in Dresden
Die "Sächsische Zeitung" zieht sich aus dem Radverleih zurück. Das Geschäft übernehmen künftig die Dresdner Verkehrsbetriebe. Bildrechte: MDR/Karsten Wolf

Die Verkehrsplaner der Stadt halten außerdem daran fest, die "Bike+Ride"-Anlagen an den S-Bahnhöfen zu erweitern. Ebenfalls wird am Bau der Fahrradparkhäuser am Hauptbahnhof und am Neustädter Bahnhof mit bis zu je 800 Fahrradstellplätzen festgehalten. Diese Projekte werden derzeit auf ihre Machbarkeit hin untersucht.

Quelle: MDR/sw

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.01.2020 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden und 16:30 Uhr im Regionalreport

4 Kommentare

Felix vor 46 Wochen

Ich bin (als Radfahrer) nach den Erfahrungen der letzten Jahre/Jahrzehnte über jeden Radweg froh, der nicht gebaut/ausgeschildert wird. Nicht selten wurde verschlimmbessert. Die aktuellste Verschlimmbesserung, die mich gerade wahnsinnig nervt, ist die Bautzner zwischen Rothenburger und Albertplatz. Aber auch einige Sachen, die noch angedacht sind (wie z.B. eine Ampel an der Stauffenbergallee/Rudolf-Leonard-Str., weil angeblich zu unübersichtlich - ich bin schon oft dort langgeradelt in beiden Richtungen und kann diese Einschätzung überhaupt nicht teilen - vielleicht braucht es statt Straßenumbauten eher Fahrradschulungen??) Und warum bekommt man die einfachsten und sinnvollsten Sachen nicht hin? z.B. Radfahrstreifen auf der Albertstraße? Jetzt will man dort groß umbauen, dabei hätte man nur jeweils eine Spur pro Richtung ummarkieren müssen - und die Baustelle auf der Carolabrücke zeigt: Das bringt keine nennenswerten Nachteile für Autofahrer - der Verkehr fließt auch auf einer Spur.

Dynamo vor 46 Wochen

Irgendjemand hat doch das "MDR - Meinungsbarometer" erfunden und in Umlauf gebracht ? Werden dort nur Fragen beantwortet, die genehm sind. Wo (fast) alle dachten, diese Zeit kommt nicht wieder ? Oder war sie gar nicht richtig weg ?

Dynamo vor 46 Wochen

"Dresden landet im bundesweiten Fahrrad-Praxistest auf dem letzten Platz". Und da wundert man sich, wenn Dresden gleich bei ersten Hürde zur Kulturhaupstadt scheitert. Eins bedingt das Andere. Wenn für einen zweieinhalb Kilometer langen Fahrradstreifen auf der Reicker Straße mehr als ein Jahr Bauzeit eingeplant sind (Fertigstellung nicht vor 2021), fragt man sich unweigerlich, in welchen Jahr will man sagen können, Dresden hat ein gut ausgebautes Fahrradnetz. Ich hoffe, alle haben gründlich gelesen und kennen den Unterschied zwischen Fahrradstreifen und Fahrradweg. Auf dem Fahrradstreifen fährt man neben der Autospur, kenntlich gemacht mit einer roten Markierung. Ein Fahrradweg hat eine eigene Spur, die gelegentlich mit Fußgängern geteilt werden muss. Deswegen verstehe ich diese lange Bauzeit nicht. Im Herbst 2019 wurde auf der Kesselsdorfer Str./ Vahlteichstraße in wenigen Tagen ein Fahrradstreifen erfunden. Lediglich die weißen Markierungen mussten dem roten Fahrradstreifen weichen.

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