Hände halten Akten
Bildrechte: MDR/Diana Köhler

Landgericht Freie Kameradschaft Dresden: Schöffin und Richter bei Prozess abgelöst

Vor dem Dresdner Landgericht ist am Freitag der Prozess gegen Mitglieder der rechtsextremen "Freien Kameradschaft" fortgesetzt worden. Weil eine Schöffin ein Verhältnis mit einem Angeklagten hatte, muss sie nun gehen.

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Wegen einer Affäre mit einem Hauptangeklagten im Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen "Freien Kameradschaft Dresden" (FKD) am Landgericht ist eine Schöffin ausgetauscht worden. Die Richter gaben ihrer Ablehnung am Freitag statt und benannten eine Ersatzschöffin. Auch einer der Ersatzrichter, der von der Sache wusste und schwieg, kommt in diesem Verfahren nicht zum Einsatz. Die Schöffin hatte einen der Beschuldigten Anfang 2015 - vor den Taten - kennengelernt und eine Nacht mit ihm verbracht. Zum Prozessauftakt vor über einem Jahr erkannte sie ihren Ex-Liebhaber zwar, offenbarte sich aber erst vor einigen Monaten einem Schöffen und dem jetzt gestrichenen Ersatzrichter. Trotz dessen Aufforderung informierte sie den Vorsitzenden Richter aber nicht.

Weil auch der weitere Schöffe von der Beziehung wusste und diese Information nicht weitergab, drohte auch ihm die Ablösung, teilte ein Gerichtssprecher mit. In diesem Fall wäre der Prozess geplatzt. Allerdings folgte der Vorsitzende Richter nicht dem entsprechenden Antrag der Verteidigung. Insgesamt sind fünf Männer und eine Frau wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion angeklagt.

Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.11.2018 | 09:30 Uhr in den Regionalnachrichte aus dem Studio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 17. November 2018, 07:34 Uhr

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