Parkeisenbahn in Dresden
Bildrechte: imago/Stefan Hässler

Mehr Prävention und Kontrolle Parkeisenbahn Dresden legt nach Missbrauchsfall Schutzkonzept vor

Der Missbrauchsfall bei der Dresdner Parkeisenbahn vor drei Jahren hat viele Eltern aufgewühlt. Die Verantwortlichen haben reagiert und ein umfangreiches Konzept erstellt, dass solche Fälle künftig verhindern soll. Teile des Konzept sind bereits in die Arbeit eingeflossen. Jetzt folgen weitere Schritte.

Parkeisenbahn in Dresden
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Knapp drei Jahre nach Bekanntwerden eines Falls von sexuellem Missbrauch hat die Dresdner Parkeisenbahn ein Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche vorgelegt. Das Papier sieht unter anderem vor, dass Mitarbeiter besser geschult und überprüft werden. So müssen die Betreuer ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und sich verpflichten, regelmäßig an Schulungen teilzunehmen, wie der Sprecher der Schlösserverwaltung Sachsen, Uli Kretschmar, MDR SACHSEN sagte. Handlungsleitfäden sollen es Mitarbeitern zudem erleichtern, im Verdachtsfall schnell zu handeln. Das Schutzkonzept sieht außerdem einen Kinder- und Jugendrat vor. Auch zwei Sozialarbeiter der AWO werden künftig die Abläufe begleiten.

Neues Beschwerdemanagement funktioniert

Teile des Konzepts seien bereits in die tägliche Arbeit eingeflossen, sagte Kretschmar. So gibt es seit April 2017 ein transparentes Beschwerdemanagement, das sich schon bewährt habe. Im August 2017 hatte ein Assistent eine jugendliche Parkeisenbahnerin über Soziale Medien aufgefordert, ihm Nacktfotos von sich zu schicken. Das Mädchen habe seinen Eltern davon berichtet, die den Vorfall an die sogenannte Steuergruppe der Parkeisenbahn meldeten. Auf deren Vorschlag hin sei der mutmaßliche Täter sofort vom Dienst suspendiert worden, alle Eltern seien von der Parkeisenbahnern umgehend per Mail informiert worden.

An der Erarbeitung des Schutzkonzepts seien 16 Mitglieder beteiligt, darunter Elternvertreter, Kinder- und Jugendschutzbeauftragte des Fördervereins sowie der Leiter der Parkeisenbahn, sagte Kreschmar. Derzeit seien rund 200 Kinder und Jugendliche bei der Parkeisenbahn angemeldet. Das Interesse an der Bahn sei durch den Missbrauchsfall nicht gesunken.

Die Parkeisenbahn war 2016 in die Schlagzeilen geraten, nachdem der sexuelle Missbrauch eines Jungen publik geworden war. Der Förderverein Parkeisenbahn und das Schlösserland kündigten daraufhin ein Kinderschutzkonzept an. Im Zusammenhang mit den Vorwürfen trennte sich Schlösserland von drei Mitarbeitern, darunter dem 38 Jahre alten Tatverdächtigen, der sich umbrachte.

Quelle: MDR/kb/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR Sachsen - Das Sachsenradio | 05.04.2019 | 07:30 Uhr | Nachrichten aus der Region Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 17:34 Uhr

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