Sicherheitsmaßnahmen verschärft Sprengstoffanschläge auf Moschee und Kongresszentrum in Dresden

Wenige Tage vor den zentralen Feiern zur Deutschen Einheit hat es in Dresden zwei Sprengstoffanschläge gegeben. Ziel der Angriffe waren in der Nacht zum Dienstag eine Moschee sowie das Internationale Congress Centrum. Personen wurden nicht verletzt. Das Operative Abwehrzentrum ermittelt. Die Polizei hat die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Kontrollbereich vorgezogen

Innenminister Ulbig im Gespräch mit dem Imam und dessen Sohn
Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

Sachsens Innenminister Markus Ulbig hat die Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und ein Kongresszentrum in Dresden als feige Taten verurteilt. Die Polizei werde alles daran setzen, möglichst schnell den oder die Täter zu identifizieren, sagte Ulbig bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Dresden.

Die für die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am Wochenende geplanten Sicherheitsvorkehrungen der Polizei würden zeitlich vorgezogen. Ein Kontrollbereich werde schon jetzt eingerichtet und der Objektschutz verstärkt, sagte Ulbig. Ab sofort erhalten alle fünf islamischen Einrichtungen in Dresden Objektschutz. Darunter sind drei Moscheen.

Fremdenfeindlicher Hintergrund vermutet Sprengstoffanschläge in Dresden

In Dresden sind innerhalb einer halben Stunde zwei Sprengsätze detoniert. Die Anschläge ereigneten sich an der "Fatih Camiine" Moschee im Stadtteil Cotta und am Internationalen Congress Center.

Absperrband vor einer Moschee.
Der Anschlag auf die Moschee im Stadtteil Cotta ereignete sich in der Nacht zum Dienstag kurz vor 22 Uhr. Das Absperrband wurde am späten Vormittag angebracht. Bildrechte: MDR/Dan Hirschfeld
Absperrband vor einer Moschee.
Der Anschlag auf die Moschee im Stadtteil Cotta ereignete sich in der Nacht zum Dienstag kurz vor 22 Uhr. Das Absperrband wurde am späten Vormittag angebracht. Bildrechte: MDR/Dan Hirschfeld
Rußspruen nach einem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden
Der Iman der Moschee, Hamza Turan, und sein zehn Jahre alter Sohn Ibrahim Ismail. Beide waren zum Zeitpunkt der Explosion in dem Gebäude. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch
Rußspruen nach einem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden
Die Polizei hat das Gebäude abgesperrt. Auch andere Einrichtungen stehen unter besonderem Schutz. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch
Ein Polizist steht vor einer abgesperrten Moschee
Die betroffene Moschee sowie vier weitere islamische Einrichtungen werden in Dresden jetzt von der Polizei bewacht. Bildrechte: MDR/Karsten Wolf
Polizisten sichern Spuren nach dem Anschlag auf eine Moschee in Dresden
Mehrere Stunden nach dem Anschlag kam die Spurensicherung der Polizei Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Innenminister Ulbig im Gespräch mit dem Imam und dessen Sohn
Innenminister Markus Ulbig besuchte am Vormittag den Imam und dessen Sohn. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch
Großflächige Absperrung auf der Terasse des ICC. Ein weißes Pulver ist auf dem Boden zu sehen.
Der zweite Anschlag ereignete sich etwa eine halbe Stunde später am Internationalen Congress Center Dresden. Bildrechte: MDR/Norman Jung
Ein Glasquader auf der Terrasse des Internationalen Kongresszentrums in Dresden ist durch eine Explosion beschädigt worden. Der Quader wurde von der Polizei abgesperrt.
Durch die Hitze der Detonation wurde ein Glasquader beschädigt, der als Gestaltungselement auf der Terrasse steht. Bildrechte: MDR/Norman Jung
Nahaufnahme des beschädigten Quaders. Das Glas ist stark gesplittert.
Die Ermittler haben am Tatort ebenfalls Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes gefunden. Bildrechte: MDR/Norman Jung
Ein Glasquader auf der Terrasse des Internationalen Kongresszentrums in Dresden ist durch eine Explosion beschädigt worden. Der Quader wurde von der Polizei abgesperrt.
Die Polizei geht von einem unmittelbaren Zusammenhang der beiden Anschläge aus. Bildrechte: MDR/Norman Jung
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Rußspruen nach einem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Dresden
Der Iman der Moschee, Hamza Turan, und sein zehn Jahre alter Sohn Ibrahim Ismail. Beide waren zum Zeitpunkt der Explosion in dem Gebäude. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

Imam und Familie in der Moschee

Die erste Explosion ereignete sich kurz vor 22 Uhr an einer Moschee der Türkisch-Islamischen Gemeinde im Stadtteil Cotta. Wie die Polizei mitteilte, wurden Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes am Tatort gefunden. Zum Zeitpunkt der Detonation haben sich der Imam mit seiner Frau und den beiden Söhnen in der Moschee befunden. Sie blieben unverletzt. Durch die Explosion wurde jedoch die Eingangstür nach innen gedrückt und der Eingangsbereich beschädigt.

Etwa eine halbe Stunde später wurden die Beamten über die zweite Explosion am Congress-Center informiert. Die Polizei evakuierte zunächst die Bar eines Hotels unmittelbar neben dem Congress-Center. Alle Gäste, die ein Zimmer mit Blick in Richtung ICC haben, wurden aufgefordert, sich nicht am Fenster aufzuhalten. Am Tatort, der Freiterrasse zwischen Hotel und Congress-Centrum, haben die Ermittler ebenfalls Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes gefunden. Durch die Hitze der Detonation wurde ein Glasquader beschädigt, der als Gestaltungselement auf der Terrasse steht.

Horst Kretzschmar, neuer Polizeipräsident Dresden
Bildrechte: MDR/Karsten Wolf

Beide Anschläge stehen zeitlich im Zusammenhang. Auch wenn uns bislang kein Bekennerschreiben vorliegt, müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehen. Gleichzeitig sehen wir auch eine Verbindung zu den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der Deutschen Einheit am kommenden Wochenende. Ab sofort arbeiten wir im Krisenmodus!

Horst Kretzschmar Polizeipräsident Dresden

Zehn Stunden, bis Polizei Öffentlichkeit unterrichtet

Polizisten sichern Spuren nach dem Anschlag auf eine Moschee in Dresden
Mehrere Stunden nach dem Anschlag kam die Spurensicherung der Polizei. Bildrechte: MDR/Tino Plunert

Die Polizei in Dresden wehrt sich unterdessen gegen Kritik wegen der späten Information der Öffentlichkeit. Auf Facebook schrieb die Polizei am Dienstag: "Uns wird gerade vorgeworfen, dass wir nicht sofort gestern Nacht an die Öffentlichkeit gegangen sind. Dieser Wunsch nach schneller Information ist verständlich und gründet sich auf viele Motive. Besorgnis verstehen wir, durchschaubare Meinungsmache dagegen nicht", hieß es dort. "Wir klären erst mit gebotener Sicherheit die Fakten und gehen dann damit an die Öffentlichkeit."

Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar erklärte, die Entscheidung habe er getroffen. Es habe in der Nacht erste Hinweise auf mögliche Täter in der Nähe gegeben, denen nachgegangen wurde. Die Fahndung hätte zu einem Treffer führen können, sagte Kretzschmar. Abzuwarten "war meine Entscheidung".

Von den Sprengstoffanschlägen auf eine Moschee und das Kongresszentrum am Montagabend in Dresden bis zur Erstinformation der Polizei am Dienstagmorgen waren rund zehn Stunden vergangen. Die Medieninformation datiert von 8.13 Uhr, die Anschläge waren danach um 21.53 Uhr und 22.19 Uhr der Behörde bekannt geworden.

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2016, 22:37 Uhr

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313 Kommentare

02.10.2016 11:02 Ekkehard Kohfeld 313

@ Antwortender 312 Das sehe ich ja ähnlich. Aber derzeit überlässt man m.E. auch zu oft den Schreihälsen das Feld, die oft nicht nur unsachlich sind sondern auch schlicht die Unwahrheit sagen.##Da muss ich ihnen mal recht geben sie treffen genau den Punkt,deshalb schreibe ich ja gegen ihresgleichen.Man darf rechter Hetze keinen Raum lassen.

01.10.2016 23:03 Antwortender 312

Das sehe ich ja ähnlich. Aber derzeit überlässt man m.E. auch zu oft den Schreihälsen das Feld, die oft nicht nur unsachlich sind sondern auch schlicht die Unwahrheit sagen. Ich sage nur letztens in Bautzen hat der dortige OB nicht mal widersprochen, als ein alkoholisierter "Wutbürger" ungeniert das N-Wort gebrauchte und behauptete, dass "die" alles Kindersoldaten seien. Nein, man muss auch mal Grenzen zeigen und hartnäckig bleiben. Ironie verstehen viele ja auch nicht... anyway. Alles wird gut!

01.10.2016 19:10 T.E. 311

Ich verstehe Ihren Unmut Atwortender, aber bei manchen Schreibern ist leider Hopfen und Malz verloren. Da helfen auch keine Antworten, auch wenn sie noch so sachlich sein sollten.
Daher einfach mal mit Ignoranz bestrafen, sprich nicht weiter provozieren lassen und sich mit Schreibern mit mehr Niveau abgeben.
Das meinte ich mit dem Zitat Ihres Kommentares.
Ansonsten gibt es hier ewige Diskussionen um nichts und wieder nichts.

01.10.2016 15:55 Antwortender 310

Sorry T.E., aber Sie dekontextualisieren mein Zitat da etwas... Horst und Herr Kohfeld haben nicht nur mich, sondern auch andere Foristen ausschließlich persönlich angegriffen. Nicht ohne Grund vermutlich - beiden scheint ein Argumentieren geg. rechte Gewalt ein Dorn im Auge zu sein...
Tun Sie das nicht als "Zickenkrieg" ab. Hier wird versucht andere Leute durch üble Angriffe mundtot zu machen. Hier, in einem Forum, nur plump verbal. Anderswo mit anderen Mitteln. Aufstecken ist für mich da keine Option.

01.10.2016 14:10 T.E. 309

Meine Herren.
Was Sie hier bieten ist besser als RTL2.
Bewaren Sie doch einfach mal die Fassung und behalten den einen oder anderen Kommentar für sich.
Jedem steht eine Meinung zu, auch wenn diese nicht der Meinung anderer entspricht.
Mit sachlicher Argumentation kommen Sie deutlich weiter als mit diesem Kommentatoren-Zicken-Krieg. Was Sie hier abziehen dient nicht dem Sinn eines Kommentierens und geht nach und nach immer mehr vom Thema weg.
Zitat:
"...einfach mal die...Sie wissen... schon halten."
- Tief durchatmen und bei der Sache bleiben.

30.09.2016 12:37 Bernd 308

@304 schon wieder handelt es sich bei Ihren " Äußerungen " fast nur um Zitaten oder Herabsetzungen, das ist nunmal Tatsache. Eine Diffamierung sehe ich auch dem " Antwortenden " nicht. Echo kann ich sehr gut vertragen, wenn es differenziert ist und auf Tatsachen basiert, Dinge die Ihnen fern liegen.Aber zumindest das " Sie" haben Sie gelernt , Sie schaffen das

30.09.2016 12:24 Janes 307

@ Antwortender 301: Reg dich nicht auf. Google mal den Nutzermnamen "Ekkehard Kohfeld". Dann wird dir einiges verständlich (#[...])
[Löschung eines Wortes aus rechtl. Gründen -MDR.DE_Red.]

30.09.2016 12:09 Antwortender 306

Herr Kohfeld: wenn Sie nichts beizutragen haben, einfach mal die...Sie wissen... schon halten. Ach ja: Selber! ;)
Kindergarten!!!

30.09.2016 12:07 Antwortender 305

Ach Horst: Sie haben mir eine "Bedrohung" unterstellt! Kommt da jetzt noch eine Erklärung, was Sie genau meinten oder war das wieder so ein plumper Versuch von Inhalten abzulenken und mich persönlich anzugehen. Stört es Sie, dass ich mich gegen die Verharmlosung von Rechtsextremismus wende???

30.09.2016 11:58 Ekkehard Kohfeld 304

@ Antwortender 303 Und Horst, ich habe da auch so mein (hoffentlich falsches!) unappetitliches Bild von Ihnen.##Und schon wieder sofort am Anfang des Kommentars den Anderen diffamieren.Nichts anders können sie und ihre Beschreibung passt bei ihnen wie die Fast aufs Auge eine absolute Selbstdarstellung echt gelungen.