Ein Triebwagen ist in einen Baum gefahren
Auf der Müglitztalbahn sind am Dienstag drei Züge in umgestürzte Bäume gefahren. Bildrechte: Städtebahn Sachsen

Wieder Bäume im Gleis Städtebahn stellt Zugverkehr nach Altenberg ein

Ein Triebwagen ist in einen Baum gefahren
Auf der Müglitztalbahn sind am Dienstag drei Züge in umgestürzte Bäume gefahren. Bildrechte: Städtebahn Sachsen

Der Zugbetrieb auf der Müglitztalbahn zwischen Heidenau und Altenberg ist eingestellt worden. Die Städtebahn Sachsen erklärte, am Dienstag seien drei Züge nach einem Sturm in umgestürzte Bäumen gefahren. Die Städtebahn sieht die Deutsche Bahn-Tochter DB Netz als Infrastrukturbetreiber in der Pflicht, für einen sicheren Zugverkehr zu sorgen. Diese sei aber weder finanziell noch personell in der Lage dazu, heißt es in einer Presseinformation von der Städtebahn. Bereits im Dezember hatte die Städtebahn die DB Netz wegen mangelnden Vegetationsrückschnitts entlang der Strecken öffentlich angezählt. Die Städtebahn verweist auf hohe Sachschäden an ihren Triebwagen und auf einen generellen Imageschaden wegen zerkratzter und ausfallender Züge.

Bahn weist Vorwürfe abermals zurück

Wie bereits im Dezember kontert die Deutsche Bahn abermals und weist alle Vorwürfe zurück. Ein Bahnsprecher bestätigt zwar, aufgrund eines orkanartigen Sturms mit Windstärke 10 sei am 9. Januar der Bahnverkehr auf der Strecke Heidenau-Altenberg durch umgestürzte Bäume gestört gewesen. Der Streckenabschnitt musste zeitweise gesperrt werden. Die DB Netz AG habe jedoch umgehend gehandelt. "Nach der sofortigen Räumung der betroffenen Bereiche werden aktuell die Vegetation in den relevanten Bereichen unabhängig der Besitzverhältnisse entfernt und Bäume, die sich durch den Sturm nicht mehr als standsicher zeigen, gefällt."

Den grundsätzlichen Vorwurf des mangelnden Vegetationsmanagements weist die DB Netz AG entschieden zurück.

Sprecher der Deutschen Bahn AG

Der Bahnsprecher erklärte, auch die Bäume in der Vergangenheit seien stets bei Unwettern und damit nicht vorhersehbar auf die Gleise gestürzt. Es sei der Deutschen Bahn rechtlich gar nicht möglich, im Vorfeld Gehölze auf Privatgrundstücken entlang ihrer Bahntrassen zu entfernen. Man sei auch weiterhin mit der Städtebahn in Kontakt. Der Vegetationsrückschnitt der DB erfolge derweil "stets unter Berücksichtigung des Natur- und Artenschutzes mit dem obersten Ziel eines sicheren und verlässlichen Bahnbetriebs". Der Rückschnitt erfolge dabei auf mindestens sechs Metern rechts und links der Gleise, so der Sprecher des bundeseigenen Verkehrskonzerns.

Städtebahn zitiert besorgte Lokführer

Bei der Städtebahn gibt man sich jedoch unversöhnlich. Eine Sprecherin der Städtebahn betonte, derzeit sei im Müglitztal kein sicherer Zugbetrieb möglich. Die DB Netz habe zwar die Trasse zwischen Heidenau und Glashütte wieder freigegeben. Die Betriebsleitung hält aber einen Zugbetrieb auch auf diesem unteren Abschnitt für zu gefährlich. Deshalb fahren bis auf Weiteres ausschließlich Busse im Ersatzverkehr. In einer Presseinformation wird ein nicht namentlich genannter Lokführer mit den Worten zitiert: "Ich bin sehr verunsichert, nach Altenberg zu fahren. Hinter jeder Kurve erwarte ich einen umgefallenen oder morschen Baum. Die Strecken sind zugewachsen."

Ein Baum ist auf einen Triebwagen gefallen.
Auf verschiedenen Strecken sind schon Bäume auf Züge der Städtebahn gefallen. Bildrechte: Städtebahn Sachsen

Der Verkehrsverbund Oberelbe teilte mit, der Busersatzfahrplan sei mit dem Verbund abgestimmt. Für Schüler fährt am Morgen ein Zusatzbus, damit die Kinder pünktlich zum Unterricht kommen. Es werde auch sichergestellt, dass die Beschäftigten der Uhrenindustrie in Glashütte ihre Arbeitsplätze erreichen. Da es sich bei Sturmschäden um höhere Gewalt handele, muss die Städtebahn zunächst keine Vertragsstrafen befürchten, so die Sprecherin des Verkehrsverbundes.

Quellen: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.01.2018 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus den Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2018, 15:35 Uhr

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