Talsperre Lehnmühle
Wanderer gehen über die Reste der alten Steinbrücke mitten in der Talsperre Lehnmühle. Am Ufer sieht man, wie wenig Wasser die Talsperre derzeit führt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Talsperrenverwaltung Sachsen warnt Ruinen der Lehnmühle im Osterzgebirge nicht betreten

Vor 87 Jahren ist das Örtchen Steinbrückmühle unter Wassermassen verschwunden. Wenn weniger als 30 Prozent Wasser in der Talsperre Lehnmühle sind, tauchen die Dorfreste aus dem Schlamm auf. So wie in diesem Sommer auch. Das Betreten der Überreste ist allerdings gefährlich.

Talsperre Lehnmühle
Wanderer gehen über die Reste der alten Steinbrücke mitten in der Talsperre Lehnmühle. Am Ufer sieht man, wie wenig Wasser die Talsperre derzeit führt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In der Talsperre Lehnmühle im Osterzgebirge sind wegen des niedrigen Wasserstandes derzeit Ruinenreste zu sehen. Die Mauern der Siedlung Steinbrückmühle locken Schaulustige und Wanderer an. Aber: Die Landestalsperrenverwaltung warnt jetzt vor dem Betreten der Talsperre. Es bestehe Lebensgefahr beim Betreten des Stauraums, teilte die Verwaltung mit. Sedimente, in denen man leicht stecken bleiben könnte, bedeckten eventuelle Untiefen und angeschwemmte Gegenstände. Die Steinbrücke sei nicht mehr standsicher. Auch das Betreten der Uferzone an der Talsperre ist verboten. Das Gebiet gehört laut Behörde zur Trinkwasserschutzzone 1 und stehe auch bei einem geringen Stauspiegel unter besonderem Schutz.

Normalerweise fasst die Talsperre etwa 15 Millionen Kubikmeter Wasser. Platz wäre sogar für knapp 22 Millionen Kubikmeter Wasser. Wegen der Trockenheit derzeit ist die Anlage nur noch zu einem Viertel gefüllt.

Ehemalige Siedlung 1931 überflutet

Blick auf die Talsperre und das dazugehörige Wasserwerk, aufgenommen mit einer Drohne.
Bildrechte: dpa

Die Talsperre Lehnmühle versorgt im Verbund mit der Talsperre Klingenberg den Großraum Dresden mit Wasser. Darin wird das Wasser der Wilden Weißeritz angestaut.

1931 wurde die Anlage in der Nähe von Dippoldiswalde in Betrieb genommen. Damals wurde die Siedlung Steinbrückmühle überflutet. Durch das Tal des Staubeckens führte früher die alte Zinnstraße von Altenberg zu den Freiberger Hütten. Die damalige Lehnmühle, deren Namen die Talsperre heute trägt, stand unterhalb der Staumauer und wurde 2007 wegen Baufälligkeit abgerissen, heißt es in der Chronik der Landestalsperrenverwaltung.

Elbe-Schlamm gibt Geheimnisse preis

Niedrige Wasserstände lassen nicht nur Dorfreste wieder auftauchen, auch in Flüssen und Bächen Sachsens tauchen Dinge auf, die man bei normalen Wasserständen nicht sehen kann. An Elbe und Mulde sind Hungersteine und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zum Vorschein gekommen. Eine MDR-Zuschauerin hat ein Foto an MDR SACHSEN geschickt, das sie bei Niedrigwasser an der Carolabrücke in Dresden aufgenommen hat. Darauf ist ein bearbeitetes Bauelement zu sehen, das halb im Schlamm steckt. Das ist ein Teil der Vorkriegsbrücke, die bei der Sprengung im Krieg zerstört wurde", sagte der Abteilungsleiter für archäologischen Denkmalpflege beim Landesamt für Archäologie, Dr. Thomas Westphalen. Seine Behörde weiß, dass solche Teile auf der Neustädter Seite Dresdens liegen. "Das ist Bauzier und kommt immer mal wieder zum Vorschein", sagte Westphalen. Bergen würden die Denkmalpfleger den Fund nicht. "Dazu ist er viel zu schwer."

Ein altes Bauteil schaut aus dem Wasser der Elbe am Ufer in Dresden.
Ein freigelegtes Bauteil einer alten Brücke an der Elbe in Dresden. Bildrechte: Privat

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.08.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 17. August 2018, 21:07 Uhr

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