Live-Ticker Tumulte überschatten Gedenken in Dresden

In Dresden ist am Dienstag der Opfer der Bombenangriffe im Februar 1945 gedacht worden. Das vielerorts stille Gedenken wurde am Abend von Tumulten auf dem Altmarkt überschattet. Mehr dazu in unserem Live-Ticker.

Polizisten stehen linken Gegendemonstranten auf dem Altmarkt gegenüber. Anlass ist eine Gedenkveranstaltung der Parteien AfD und Jungen Alternative für Deutschland an gleicher Stelle.
Auf dem Altmarkt gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen linken Demonstranten und der Polizei. Teilnehmer des linken Gegenprotests berichten in den sozialen Netzwerken vom Einsatz von Schlagstöcken und Reizgas. Bildrechte: dpa

23:05 Uhr | Ticker-Ende

Damit beenden wir den Ticker. Ab 6 Uhr sind wir wieder mit aktuellen Informationen da. Vielen Dank für Ihr Interesse.


22:50 Uhr | Polizei zieht erste Bilanz

Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar teilt mit, dass der Gedenktag in Dresden weitgehend störungsfrei verlaufen ist. 660 Beamte seien im Einsatz gewesen. Sie wurden von 150 Bundespolizisten unterstützt. Zu den Szenen auf dem Altmarkt erklärt er folgendes:

Horst Kretzschmar, neuer Polizeipräsident Dresden
Bildrechte: MDR/Karsten Wolf

"In den Abendstunden kam es bei der Kundgebung der AfD auf dem Altmarkt zu einem Gerangel. Mehrere Gegendemonstranten hatten sich in den Versammlungsraum der AfD begeben und wollten diesen nicht verlassen. Einsatzkräfte drängten sie daraufhin ab. In der Folge richtete die Polizei auf dem Altmarkt eine Fahrzeugsperre ein, um die Teilnehmer beider Veranstaltungen bis zum Ende der Kundgebungen voneinander zu trennen. Um ein erneutes Aufeinandertreffen der Demonstrationsteilnehmer zu verhindern, sperrte die Polizei den Altmarkt in Höhe Seestraße ab und ließ nur Einzelpersonen und Kleingruppen passieren.  Während der ca. 30 minütigen Absperrung versuchten mehrere größere Personengruppen diese zu durchbrechen. Dabei kam es auch zu einzelnen Flaschenwürfen gegen Polizeibeamte. Eine Polizeibeamtin wurde dabei an der Schulter verletzt. Einsatzkräfte setzten daraufhin Pfefferspray und den Einsatzmehrzweckstock gegen die Angreifer ein."

Laut Kretzschmar wurden bereits in der Nacht zum Dienstag mehrere "sinnbildliche Fliegerbomben aus Pappe" in der Innenstadt sichergestellt. In diesem und in weiteren Fällen werde wegen Ordnungswidrigkeiten ermittelt.

Es wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet:

  • Ein 67-Jähriger muss sich wegen Körperverletzung verantworten, nachdem er Pfefferspray gegen zwei Polizeibeamte eingesetzt hatte.
  • Zwei Versammlungsteilnehmer im Alter von 38 und 42 Jahren müssen sich wegen einer gegenseitig begangenen Körperverletzung verantworten.
  • Gegen eine 19-Jährige wird wegen des Besitzes von Cannabis ermittelt.
  • Verstöße gegen das Versammlungsgesetz.

Bildergalerie Gedenken in Dresden

73 Jahre nach den Bombenangriffen auf Dresden erinnern Einwohner und Gäste an die Opfer. Vielerorts kommen sie zu stillen Gedenken zusammen. Zugleich wollen sie ein Zeichen für Frieden setzen.

Polizisten stehen linken Gegendemonstranten auf dem Altmarkt gegenüber. Anlass ist eine Gedenkveranstaltung der Parteien AfD und Jungen Alternative für Deutschland an gleicher Stelle.
Auf dem Altmarkt standen sich am Abend Polizisten und linke Gegendemonstranten gegenüber. Anlass war eine Gedenkveranstaltung der Parteien AfD und Jungen Alternative für Deutschland an gleicher Stelle. Bildrechte: dpa
Polizisten stehen linken Gegendemonstranten auf dem Altmarkt gegenüber. Anlass ist eine Gedenkveranstaltung der Parteien AfD und Jungen Alternative für Deutschland an gleicher Stelle.
Auf dem Altmarkt standen sich am Abend Polizisten und linke Gegendemonstranten gegenüber. Anlass war eine Gedenkveranstaltung der Parteien AfD und Jungen Alternative für Deutschland an gleicher Stelle. Bildrechte: dpa
Polizisten stehen linken Gegendemonstranten auf dem Altmarkt gegenüber. Anlass ist eine Gedenkveranstaltung der Parteien AfD und Jungen Alternative für Deutschland an gleicher Stelle.
Die Teilnehmer des linken Protests wollten lautstark die AfD-Kundgebung stören. Aus anfangs 70 wurden am Ende etwa 500 Demonstranten. Bildrechte: dpa
Gedenken Dresden - Kerzen vor der Frauenkirche
Vor der Frauenkirche konnten Besucher traditionell Kerzen anzünden. Bildrechte: MDR/xcitePress
Menschenkette in Dresden
Rund 11.500 Einwohner und Gäste haben sich in diesem Jahr an der Menschenkette beteiligt. Hand in Hand verbanden sie über zwei Brücken hinweg am Dienstagabend beide Teile der Elbestadt. Bildrechte: MDR/xcitePress
Menschenkette in Dresden
Neben Oberbürgermeister Dirk Hilbert reihten sich auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Mitglieder seines Kabinetts mit ein. Bildrechte: MDR/xcitePress
Auftaktkundgebung Menschenkette Dresden
An der Goldenen Pforte des Dresdener Rathauses war der Auftakt zur Menschenkette. Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Versammlungsleiter Hans Müller-Steinhagen hielten die Ansprachen. Bildrechte: MDR/xcitePress
Auftaktkundgebung Menschenkette Dresden
"Jahr für Jahr schrumpft die Generation, die selbst miterlebt hat, wie Dresden erst im braunen Sumpf versunken und dann im Feuersturm untergegangen ist", sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert mit Blick auf die Vergangenheit der Stadt als Hochburg der Nationalsozialisten. Bildrechte: MDR/xcitePress
Bürgerbegegnung Dresden
In der Dresdener Dreikönigskirche gab es am Nachmittag eine Bürgerbegnung, bei der Schüler aus Dresden, Madrid, Sarajevo und Budapest eine Theaterperformance aufführten. Bildrechte: MDR/Karsten Wolf
Gedenkveranstaltung 13. Februar auf dem Johannisfriedhof Dresden.
Auf dem Johannisfriedhof gestalteten Schüler die Gedenkfeier. Daran nahm auch Kultusminister Christian Piwarz teil. Bildrechte: MDR/Jürgen Stiehl
Gedenkveranstaltung 13. Februar auf dem Johannisfriedhof Dresden.
Seit Jahren beschäftigen sich Jungen und Mädchen der 88. Oberschule mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges. Bildrechte: MDR/Jürgen Stiehl
Gedenkveranstaltung auf dem Alten Annenfriedhof ein kleines Holzkreuz in die Erde einer Gedenkstele.
Beim Gedenken auf dem Alten Annenfriedhof wurden Holzkreuze verteilt, die zum Gedenken in das Massengrab gesteckt werden konnten. Bildrechte: dpa
Dirk Hilbert (FDP, l-r), Oberbürgermeister von Dresden, Matthias Rößler (CDU), Präsident des Sächsischen Landtags, und Andrea Dombois (CDU), Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, legen während einer Gedenkveranstaltung auf dem Alten Annenfriedhof Kränze nieder.
Dresden Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Landtagspräsident Matthias Rößler und die Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, Andrea Dombois, legten während einer Gedenkveranstaltung auf dem Alten Annenfriedhof Kränze nieder. Bildrechte: dpa
Eine Gruppe von älteren Menschen steht auf einem Friedhof vor einem Grabmal.
Die Botschaft, die vom Alten Annenfriedhof ausging: Nie wieder Krieg. Bildrechte: MDR/Karsten Wolf
Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung gehen mit weißen Rosen über den Heidefriedhof.
Auf dem Heidefriedhof kamen rund 100 Menschen zusammen. Bildrechte: dpa
Gedenken Heidefriedhof
Die AfD kam mit Landtagsabgeordneten und Vertretern ihrer Jugendorganisation und legte Kränze nieder. Bildrechte: MDR/Jürgen Stiehl
Gedenken Heidefriedhof
Ordinariatsrat-Diakon Daniel Frank, Leiter des Katholischen Büros Bistum Dresden, hielt eine kurze Predigt. Bildrechte: MDR/Jürgen Stiehl
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22:30 Uhr | Die Folgen des Krieges sind immer noch spürbar

In der Hörfunk-Sendung "Dienstags direkt" bei MDR SACHSEN geht es am Abend um Erinnerungskultur. In den Zuschriften zeigt sich, wie sehr die Folgen des Zweiten Weltkrieges die Menschen immer noch aufwühlen:


21:45 Uhr | Kirchengeläut

In der gesamten Stadt läuten die Kirchenglocken. Zu diesem Zeitpunkt vor 73 Jahren gab es den ersten Alarm vor dem Angriff.


21:28 Uhr | Kritik am Polizeieinsatz

Am Polizeieinsatz auf dem Altmarkt gibt es in den sozialen Netzwerken heftige Kritik. So sollen sie nach Aussage der Linksjugend nicht nur gegen linke Protestierer mit Schlagstöcken und Reizgas vorgegangen sein, sondern auch Agenturfotografen nicht vor aggressiven Teilnehmern der AfD-Kundgebung geschützt haben. Der Landtagsabgeordnete Valentin Lippmann von den Grünen schreibt bei Twitter:

Zu den Protesten war es am Rand einer AfD-Gedenkveranstaltung gekommen. Die Beamten schritten ein, als sich mehrere Dutzend Protestierer der AfD-Veranstaltung auf dem Altmarkt im Stadtzentrum näherten und versuchten, diese mit einer Sitzblockade zu stören.

Polizisten drängten die Blockierer mit Körpereinsatz an den Rand des Platzes zurück, wo sich im Laufe des Abends etwa 500 Menschen zu der Gegenkundgebung versammelt hatten. Vereinzelt wurden Demonstranten in Gewahrsam genommen, um ihre Personalien festzustellen. Bei der AfD-Kundgebung an einem Gedenkstein in der Mitte der Platzes gedachten rund 300 Teilnehmern der Todesopfer der Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg.


20:34 Uhr | Polizei äußert sich zu Vorfällen am Altmarkt

Zu den Auseinandersetzungen am Altmarkt am Rande der AfD-Kundgebung teilt die Polizei per Twitter mit: "Die Szene war sicherlich tumultartig. Wir mussten beide Lager trennen, was nur durch abdrängen möglich war. Von 'prügelnden' Polizisten kann keine Rede sein." 

Zudem nimmt die Polizei Stellung zu einem Vorwurf der "Dresdner Neuesten Nachrichten". Die hatte bei Twitter Folgendes mitgeteilt: "Als ein AfD-Teilnehmer zuschlägt, meint ein Polizist: Hoffentlich schlägt er hart zu." Von der Polizei hieß es dazu: "Sollte dies so gewesen sein, dann war das Verhalten unseres Kollegen völlig daneben. Dies entspricht nicht unserer Einsatzphilosophie! Wir werden dem Vorwurf nachgehen und Kontakt mit der DNN aufnehmen."


20:00 Uhr | Gedenkveranstaltungen am Abend

Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Bis zum Abend gibt es unter anderem noch folgende offizielle Veranstaltungen:

  • 20:30 Uhr - Ökumenischer Friedensgottesdienst in der Katholische Kathedrale St. Trinitatis
  • 21:30 Uhr - Friedensgebet in der Weinbergskirche Dresden-Trachenberg
  • 21:45 Uhr - Glockenläuten in allen Dresdener Kirchen
  • 22:00 Uhr - Nacht der Stille in der Frauenkirche


19:35 Uhr | 300 AfD-Anhänger

Nach Informationen eines MDR-Reporters haben sich 300 AfD-Anhänger zur Kundgebung auf dem Altmarkt eingefunden. Diese wird vom lautstarken Protest von etwa 100 linken Demonstranten gestört. 40 Polizeiwagen sind im Einsatz.


19:20 Uhr | Polizei drängt Demonstranten ab

Die Polizei fordert die linken Demonstranten auf, den Widerstand gegen die Polizeibeamten aufzugeben und den Altmarkt zu verlassen. Der zugewiesene Versammlungsort sei vor der Altmarktgalerie. Die linken Demonstranten werden von der Polizeikette zurückgedrängt. Per Twitter teilt die Polizei mit: "Auf dem Altmarkt in #Dresden kommt es momentan zu Gegenprotesten gegen eine Versammlung. Wir sind mit Einsatzkräften und unseren Kommunikationsteams vor Ort. #dd1302." Laut Twitter-Projekt Streetcoverage haben sich mehrere Gegendemonstranten unter die AfD-Kundgebung gemischt. Sie seien von der Polizei "unter Anwendung unmittelbaren Zwangs" abgedrängt worden.


19:10 Uhr | Linke Proteste auf dem Altmarkt

Auf dem Altmarkt haben sich linke Demonstranten versammelt. Sie wollen dort lautstark gegen die für 19:30 Uhr geplante Kranzniederlegung der AfD protestieren. Nach Angaben der Linksjugend haben sich 70 Personen spontan versammelt. Teilnehmer der AfD-Kundgebung würden linke Demonstranten schlagen, so die Linksjugend. Sie wirft der Polizei vor, mit der Situation überfordert zu sein.


18:30 Uhr | 11.500 Menschen reichen sich die Hände

Rund 11.500 Menschen haben sich in diesem Jahr an der Menschenkette beteiligt. Diese Zahl teilte die Stadt Dresden soeben mit. Zu der Menschenkette hatten TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen, die Stadt Dresden sowie Kirchen, Institutionen, Vereinen und Initiativen aufgerufen. Die Kette verlief über vier Kilometer um die Dresdener Innenstadt.

Menschenkette in Dresden
Bildrechte: MDR/xcitePress

18:00 Uhr | Menschenkette geschlossen

Die Menschenkette, die symbolisch die Dresdner Altstadt schützt, ist geschlossen. Dazu läuten die Glocken der Stadt. Die Kette sei "ganz bildlich ein Schutzring, auch gegen die Vereinnahmung des Gedenkens durch radikale Kräfte, Engstirnigkeit und Gewalt", sagte Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden, als Anmelder der Veranstaltung. Er mahnte dazu, am 13. Februar nicht nur an die Opfer des Krieges zu erinnern, sondern auch an die Ideologien, "die ihn ausgelöst haben und die sich heute zu wiederholen drohen". In die Menschenkette hat sich auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eingereiht.

Gedenken Dresden - Kerzen vor der Frauenkirche
Bildrechte: MDR/xcitePress

Reporter Ulrich Brümmer steht mit seinem Übertragungswagen in der Dresdener Innenstadt und berichtet von der Menschenkette und der Stimmung auf dem Neumarkt.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Di 13.02.2018 18:12Uhr 02:41 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-627056.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

17:40 Uhr | Hilbert erinnert an Kriege in der Welt

Anlässlich des 73. Jahrestages der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert auch an die aktuellen Kriege erinnert, die weltweit Leid über Menschen brächten. Derzeit gebe es 31 kriegerische Konflikte, sagte der FDP-Politiker am Dienstag zum Auftakt einer Menschenkette, mit der von Dresden ein Zeichen für Frieden und Versöhnung ausgehen sollte. Aus dem 13. Februar erwachse eine Verantwortung, "nicht für die Vergangenheit, aber sehr wohl für das, was heute, morgen und übermorgen geschieht".

Auftaktkundgebung Menschenkette Dresden
Bildrechte: MDR/xcitePress

Der 13. Februar 1945 war nicht einzigartig - weder im Kontext der Zerstörung europäischer Großstädte während des Zweiten Weltkriegs noch in Bezug zur Gegenwart.

Dirk Hilbert Oberbürgermeister Dresden

17:10 Uhr | Auftakt zur Menschenkette

In diesen Minuten formiert sich die Menschenkette. An der Goldenen Pforte am Neuen Rathaus halten Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Versammlungsleiter Hans Müller-Steinhagen Ansprachen.


17:00 Uhr | 13. Februar bleibt schwieriges Datum für Dresden

Der 13. Februar bleibt nach Überzeugung von Matthias Neutzner von der Initiative "Memorare Pacem. Gesellschaft für Friedenskultur" für Dresden ein "Tag, der nicht einfach einzuordnen ist". Das sagte er bei einem Bürgergespräch am 73. Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch alliierte Luftangriffe. Das Datum rufe die Verbrechen der NS-Diktatur ebenso in Erinnerung wie das "millionenfache Leid durch Krieg, Zerstörung und enthemmter Gewalt", sagte Neutzner.

Das Gedenken in Dresden sei jedoch "überlagert" durch jahrzehntelange politische Instrumentalisierung und "anhaltende Konflikte, wie mit dem Datum umzugehen ist". In jüngerer Vergangenheit habe man erleben müssen, dass der Versuch gemeinsamen Erinnerns nicht nur in Kontroversen, sondern sogar in "offene Gewalt" gemündet habe. "Daraus haben wir gelernt, daran ist die Stadt gewachsen", sagte Neutzner.

Bürgerbegegnung Dresden
Im Rahmen des Bürgergesprächs in der Dresdner Dreikönigskirche führten Schüler aus Dresden, Madrid, Sarajevo und Budapest eine Theaterperformance auf, die im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung mit dem Titel "Friedenshelden" entstand. Bildrechte: MDR/Karsten Wolf

16:55 Uhr | Programmtipp


15:58 Uhr | Kretschmer lobt Dresdener Gedenkkultur

Im Gespräch mit MDR SACHSEN erklärt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, dass er auch in diesem Jahr an der Menschenkette teilnehmen wird. Er sei beeindruckt, wie die Dresdner auf der einen Seite "ganz privat diesen furchtbaren Tag begehen" und wie sie auf der anderen Seite gemeinsam ein "Statement abgeben gegen Extremismus".


15:40 Uhr | Stimmen vom Heidefriedhof

Gedenken Heidefriedhof
Bildrechte: MDR/Jürgen Stiehl
Gedenken Heidefriedhof
Bildrechte: MDR/Jürgen Stiehl

Fünf ehemalige Kruzianer haben sich musikalisch am Gedenken auf dem Heidefriedhof beteiligt.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Di 13.02.2018 14:43Uhr 00:58 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-626846.html

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14:59 Uhr | AfD-Kränze zerstört

Auf dem Heidefriedhof sind die Kränze der AfD zerstört worden. Wie die Landtagsfraktion mitteilt, wurden die Trauer- und Kranzschleifen abgerissen. Der parlamentarische Geschäftsführer André Barth spricht von "politisch-motivierter Grabschändung". Er hoffe auf ein hartes Durchgreifen der Justiz.


14:30 Uhr | Kriegsgefangener erzählt seine Geschichte


14:00 Uhr | Stilles Gedenken ganz privat

In der Dresdner Innenstadt sind zahlreiche Menschen unterwegs, die für sich und in aller Stille gedenken wollen. So wie Silvia Rodrian:

Gedenken Dresden
Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

Ich wünsche mir ein stilles und besinnliches Gedenken. Ich war gerade am Altmarkt, dort wo die Berge an Toten verbrannt wurden. Und da ist mir sehr aufgestoßen, dass da der Winterzauber heute und morgen weiter stattfindet. Das finde ich nicht richtig.

Silvia Rodrian Dresdnerin

13:20 Uhr | Mehrheit fühlt sich nicht mitschuldig am Holocaust

Eine Mehrheit der Deutschen fühlt sich laut einer Studie nicht mitschuldig am Holocaust. Bei einer Untersuchung verneinten 55,7 Prozent der Befragten die Aussage, dass sie persönlich eine Mitschuld für die Gräueltaten der Nationalsozialisten empfänden. Insgesamt rund zehn Prozent stimmten der Aussage "eher zu" und "stark zu". Die Studie der Universität Bielefeld wurde am Dienstag gemeinsam mit der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) präsentiert.

Gedenken Dresden
Die Wissenschaftler betonten, dass das Datum für die Vorstellung der Studie, der 13. Februar, bewusst gewählt worden sei. In Dresden wird an diesem Tag der Opfer der Luftangriffe gedacht und an die Gräueltaten der Nazis erinnert. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

12:45 Uhr | Kretschmer: Kampf gegen Extremismus selbstverständlich

Zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens sieht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einen klaren Schulterschluss der Gesellschaft gegen Extremismus. "Wir überlassen es nicht den Rändern, dieses Datum zu besetzten", sagte er im Südwestrundfunk. Den Vorwurf, die sächsische CDU habe sich in der Vergangenheit nicht deutlich genug von rechten Gruppen abgegrenzt, wies er zurück. Der Kampf gegen Rechtsextremismus, "gegen überhaupt jede Form von Extremismus, gehört zu unserem Selbstverständnis dazu".


11:30 Uhr | AfD und NPD auf dem Heidefriedhof

Rund 100 Menschen sind zum Gedenken auf den Heidefriedhof gekommen. Das Publikum ist durchmischt. Anifaschisten legen wie jedes Jahr rote Nelken nieder. Die AfD ist mit Landtagsabgeordneten und Vertretern ihrer Jugendorganisation vertreten, die Kränze niederlegen. Auch die NPD und Vertreter der Burschenschaften legen Kränze nieder. Die Veranstaltung verläuft friedlich. Auf dem Heidefriedhof sind Tausende Opfer der Dresdener Bombennächte beerdigt.

Gedenken Heidefriedhof
AfD-Landtagsabgeordnete und Vertreter der Jugendorganisation legten Kränze nieder, ebenso NPD und Burschenschaften. Einige anwesende Dresdener sagten im Gespräch mit MDR SACHSEN, dass sie von den anderen Parteien enttäuscht sind, weil die keine Kränze niederlegten. Sie empfänden das als Missachtung ihrer Gedenkkultur. Bildrechte: MDR/Jürgen Stiehl

11:00 Uhr | Mahnende Worte auf dem Alten Annenfriedhof

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Landtagspräsident Matthias Rößler haben an der Kranzniederlegung auf dem Alten Annenfriedhof teilgenommen. Der 13. Februar sei eine "Mahnung für Frieden und Völkerverständigung" und dürfe nicht zu einem "politischen Kampftag" umfunktioniert werden, warnte Rößler. Rund 30 Männer und Frauen waren vor Ort.

Dirk Hilbert (FDP, l-r), Oberbürgermeister von Dresden, Matthias Rößler (CDU), Präsident des Sächsischen Landtags, und Andrea Dombois (CDU), Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, legen während einer Gedenkveranstaltung auf dem Alten Annenfriedhof Kränze nieder.
Dirk Hilbert, Oberbürgermeister von Dresden, Matthias Rößler, Präsident des Sächsischen Landtags, und Andrea Dombois, Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages, legten während einer Gedenkveranstaltung auf dem Alten Annenfriedhof Kränze nieder. Bildrechte: dpa

Die Stadtvorsitzende des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge, Gisela Clauß, sagte, mit den Luftangriffen vor 73 Jahren sei "der Krieg nach Dresden zurückgekehrt". Seither habe die Stadt "ein ganzes Menschenleben in Frieden" verbringen dürfen, sagte Clauß und äußerte mit Blick auf den 13. Februar 1945 die Hoffnung, dass "wir so etwas nie wieder erleben" müssen. In einem Totengedenken schloss sie neben den Toten der Bombardierung unter anderem auch Menschen ein, die durch die Euthanasiepolitik des NS-Regimes ihr Leben verloren sowie "jene, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde Opfer geworden sind".

transparent

Für Landtagspräsident Matthias Rößler ist das Gedenken in Dresden immer auch ein ganz persönliches Anliegen.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Di 13.02.2018 13:32Uhr 00:32 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-626756.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Gerade in den Familien ist das Entscheidende, dass man Geschichte weitergibt. [...] So werden historische Erfahrungen weitergegeben. Und wenn es so lange keine Kriege gibt, was ein Glück ist, ist es umso wichtiger, dass man immer wieder an diese Dinge erinnert. [...] Das ist viel wirksamer, als ein von oben verordnetes Gedenken.

Matthias Rößler Landtagspräsident Sachsen

10:00 Uhr | Dezentrale Gedenkveranstaltungen

Auf mehreren Friedhöfen in der Stadt beginnen zur Stunde die ersten Veranstaltungen. Auf dem Alten Annenfriedhof hat der Bund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Gedenken der Opfer der Bombardierung eingeladen. Auf dem Neuen Katholischen Friedhof wird auch der Mitglieder der Widerstandsgruppe "Schwarze Legion" der Partnerstadt Gostyn und der jugendlichen Märtyrer vom Münchner Platz gedacht. An der Sporergasse 10 wird an die deportierten und getöteten Juden erinnert. Weitere Veranstaltungen gibt es auf dem Äußeren Matthäusfriedhof und dem Urnenhain Tolkewitz.

Quelle: MDR/ma/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.02.2018 | ab 05:00 Uhr ganztägig im Programm
MDR SACHSENSPIEGEL | 13.02.2018 | 19:00 Uhr

Anmerkung der Redaktion: Da der überwiegende Teil der eingehenden Kommentare gegen unsere Netiquette verstößt und wir diese nicht freischalten werden, haben wir entschieden, die Kommentarfunktion für diesen Artikel abzuschalten.

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2018, 10:42 Uhr

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36 Kommentare

14.02.2018 09:54 Jang 36

Während englische Freunde mir die Baulücken Canterburys gezeigt haben, die die deutsche Wehrmacht hinterlassen hat, ist mir klar geworden, was Versöhnung bedeutet. In langen Gesprächen spürte ich keinen Groll bei meinen englischen Freunden, nur den Wunsch nach Auseinandersetzung. In diesen langen Gesprächen sind mir die Ideen Hannah Arendts über den Zusammenhang von Verzeihung und innerer Unabhängigkeit in Erinnerung gekommen. Ich kann Ihre Schriften jedem braunen Hetzer in diesem Forum empfehlen.

14.02.2018 08:42 Jürgen 35

Linke + Tumulte. Etwas anderes erwarte ich nicht von diesen Linken.

14.02.2018 08:28 ralf meier 34

@Benutzer: Hallo ich vermute mal, Krause meint in diesem fall auch di Religion, die in ihrem Herrschaftsbereich jede andere Religion unterdrückt und sich dabei zu Recht auf die heiligen unveränderbaren Anweisungen ihres Religionsstifters beruft.
Wie sagte doch Herr Brecht: 'Nur die allerdümmsten Kälber // wählen ihren Schlächter selber

14.02.2018 04:04 Kritischer Bürger 33

@13: Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht!!! Nur das wollen die linken Hassverbreiter gegen Rechts nicht wahr haben und das ein solches Verhalten, Kränze des Gedenkens zu zerstören, nur weil diese von Seiten der AfD niedergelegt wurden, ist in deren Augen nur richtig. Sitzblockaden zu errichten genau so, doch leider denken viele Menschen über solche Rechtsverstöße ganz anders als die Organisatoren und ihre Befürworter es sich wünschen. Leider jedoch halten viele Bürger (auch ich) welche NICHTS mit AfD etc. am Hut haben, dies für ein Zeichen der gesellschaftlichen Verwerfung angefeuert von linken wie rechten Gruppierungen! So bleibt am Ende nur: ABER genau so wenig bis gar kein Verständnis dann diese Bürger haben für die Zerstörungswut der ach so friedfertigen linken Seite des poli. Spektrums! Das ist KEINE DEMOKRATIE!! Es stellt sich nur die Frage: Wird das nun ein politischer Krieg ohne Waffen gegen Rechts? Somit sind die Einsatzkräfte heute schon zu bedauern.

14.02.2018 03:36 Kritischer Bürger 32

Sieht man doch hier wieder bestens: Eine AfD-Kundgebung die von Linken verhindert werden soll. Also da sollte jeder mal selbst über sich und seiner Einstellung nachdenken. Es wird doch immer geschrieben das die Mehrheit der Bürger demokratisch denkt. Wer traut diesen Menschen also nicht zu das sie sich auch gegen Minderheiten ihre eigenen Gedanken machen dürfen, wollen oder können! Die welche andauernd hier in der Gesellschaft für Unfrieden sorgen und denken das sie etwas ganz ganz gutes machen. Es ist am Ende nur die Auslegung nach eigenem Ermessen was Demokratie zu sein hat und was nicht! Diese Art Gesellschaft ist (so dachte ich mal) mit 1989 zu Ende gewesen. Nun frage ich mich: Wer sind die wirklich Gestrigen wenn man solche Zeilen wie oben liest! Niemand hat das Recht NUR SEINE EIGENE MEINUNG als DIE EINZIG RICHTIGE anzusehen und das in einer wirklichen Demokratie erst recht nicht!

14.02.2018 02:08 DER Beobachter 7 31

Ich gehe mal davon aus, dass sämtliche rechtsverherrlichende, die Opfer instrumentalisierende, Bildverfälschende (Boris Balkan), hier unnötige und kontraproduktive Polizeigewalt ... Kommentare unter dd1302, die ich hier nicht kommentieren mag, sich auf den einschlägigen Seiten der Pegidaner, Rechtsaußen-AfDler, NPDler, Identitären, Wellenlängenfreunden... verlinkt wiederfinden. Mein ausdrücklicher Dank an die wenigen besonneneren Polizisten und AfD-Mitglieder und -wähler, die sich nicht für den Spuk der AfD Dresden und deren Missbrauch unseres Gedenkens hergeben mögen...

14.02.2018 00:39 DER Beobachter 4 30

Über den Sinn und Gehalt der Slogans der Linken und der Sitzblockade kann man trefflich streiten. Die Luftangriffe verherrlichenden Sprüche habe ich heute Gott sei Dank nicht gehört. Schon aber treffende Slogans über das, was sich da unter den 200-300 JA-/"Alternativen" versammelte. Körperliche Gewalt ging ausschließlich und zuerst von den AfD-Anhängern aus. Es war KEINE Trauerkundgebung für die Opfer der Bombardierungen und keine Verteidigung des Rechtsstaates, sondern die gewohnt unterirdische Hetze gegen genau diesen, seine Gesetze, deren Durchführung und gegen die in diesem gewählten Repräsentanten und sogar gegen die wenigen gemäßigten AfD-Repräsentanten.

14.02.2018 00:22 Leo Bronstein 29

@ Krause - ... #10
Sie haben wahrscheinlich nur vergessen zu erwähnen, dass sich auch Religionen nicht am Ausgrenzen beteiligen u. gegen d. UN Menschenrechskonvention verstoßen sollten.

Artikel 1
>Alle Menschen sind frei u. gleich an Würde u. Rechten geboren.<
Auch wenn in d. Kairoer Erklärung d. Menschenrechte e. andere Meinung vertreten wird.

Artikel 2
Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte u. Freiheiten, ohne
irgendeinen Unterschied, etwa nach< >, Religion,<..
Auch wenn e. bestimmte Religon meint Anhänger andere Religionen wären Ungläubige u. hätten somit auch weniger Rechte.

Artikel 3
>Jeder hat d. Recht auf Leben,< ..
Auch wenn e. bestimmte Religion meint, dass Homosexuelle kein Recht auf Leben hätten.

Artikel 5
>Niemand darf d. Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung
oder Strafe unterworfen werden.<
Auch wenn e. bestimmte Religion meint, dass Amputationen normale Bestrafungen seien.
...

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14.02.2018 00:05 DER Beobachter 3 28

"Höcke-Intimus" Maier twitterte: "Von #AfD-Kundgebung ging keine Gewalt aus. Festgenommene ausschließlich #Linksextremisten, linke Demo wegen Gewalt gegen Trauernde zurecht eingekesselt und augenscheinlich mit polizeilichen Maßnahmen (Pfefferspray, ID-Feststellung) belegt. Den #Rechtsstaat schützen!" und "Danke der #Dresdner Polizei, die die randalierenden Linksextremisten sofort und gnadenlos aus dem Weg geräumt hat. So war ein würdiges #Gedenken möglich! " Beide Twitter sind vollständig verlogen.

14.02.2018 00:02 Yannick 27

Und wieder macht sich Valentin Lippmann,Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag, mit linksextremen Schlägern gemein und verharmlost deren Gewalt als "schwierige Vorfälle".