Die Internationale Raumstation ISS
Bildrechte: NASA/dpa

Forschung auf höchstem Niveau TU Dresden schickt Satellit ins All

Die Internationale Raumstation ISS
Bildrechte: NASA/dpa

Ende März reist ein Satellit der TU Dresden mit einer amerikanischen Trägerrakete von Cape Canaveral aus zur Raumstation ISS. Nach Angaben des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik wird der Satellit voraussichtlich im April in seine Umlaufbahn entlassen. Dort soll er unter anderem die Zusammensetzung der Atmosphäre in der Umgebung messen. Außerdem werden verschiedene Nanomaterialien auf ihre Einsatzfähigkeit im Weltraum getestet.

Mini-Sensoren bei 1.000 Grad im Einsatz

Der Satellit ist der sogenannte SOMP2, den Studenten, Doktoranden und Wissenschaftler der Fakultät Maschinenwesen der TU Dresden gemeinsam entwickelt haben. Er ist 20x10x10 Kubikzentimeter groß und wiegt etwas weniger als zwei Kilogramm.

Der Satellit beherbergt ein kleines Sensorsystem, das bei extremen Temperaturen in 80 bis 600 Kilometer Höhe die Gase im Weltraum misst. In dieser Zone treten Temperaturen von bis zu 1.000 Grad auf. Bisher ist noch sehr wenig über die Zusammensetzung dieser Atmosphärenschicht bekannt. Die Forscher hoffen, anhand der gesammelten Daten Klimavorhersagen optimieren und neue Atmosphärenmodelle erarbeiten zu können.

Die Sensoren sind winzig klein, nur drei mal drei Millimeter groß. Die Vorgänger waren bereits 2008 auf der Internationalen Raumstation ISS im Einsatz - damals noch so groß wie Streichhölzer. Sie wurden soweit miniaturisiert, dass sie nur einen Bruchteil der elektrischen Leistung benötigen.

Dr. Tino Schmiel, Leiter des Forschungsfeldes Kleinsatelliten und Spin-off Technologien am Institut für Luft- und Raumfahrt

Die Dresdner Sensoren sind auch in 14 weiteren Satelliten verbaut, die neben dem SOMP2 ins Weltall reisen. Sie stammen von Instituten aus Russland und den USA, der Ukraine, China und Taiwan, Australien, Israel, Indien und Europa. Mit ihrer Hilfe können die Gase im Weltraum an 14 verschiedenen Positionen zur gleichen Zeit gemessen werden. Die Ergebnisse sollen die zeit- und ortsabhängigen Veränderungen in der höheren Atmosphäre erfassen, um das Weltraumwetter besser vorhersagen zu können.

Start zum zweiten Mal verschoben

Der Start der Trägerrakete war ursprünglich für den 19. März 2017 geplant und wurde zunächst auf den 22. März verschoben. Nun musste der Start bereits zum zweiten Mal verschoben werden. Wie die Universität mitteilte, gibt es technische Probleme an der Trägerrakete in Florida. An Bord befinden sich neben den Satelliten auch Versorgungsgüter für die Raumstation ISS. Deshalb habe man kein Risiko eingehen wollen, hieß es.

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN auch im Radio: MDR 1 RADIO SACHSEN | Regionalnachrichten | 22.03.2017 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2017, 16:44 Uhr

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