Neue Antriebsformen VVO testet batteriebetriebenen Zug - Einsatz ab 2031

Neue batteriebetriebene Züge VVO
(v.l.n.r.): Ines Fröhlich (Staatsekretärin im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) und Burkhard Ehlers (Geschäftsführer VVO) haben am Vormittag das Startzeichen für die Testfahrt des batteriebetriebenen Zuges (im Hintergrund) gegeben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Verkehrsbetrieb Oberelbe (VVO) hat am Mittwoch einen batteriebetriebenen Zug getestet. Wie der VVO mitteilte, führte die Testfahrt vom Hauptbahnhof in Dresden nach Königsbrück und wieder zurück. An Bord seien unter anderem Wissenschaftler der TU Dresden und der TU Berlin sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft gewesen. Die Teststrecke sei bewusst ausgewählt worden, da sie bis 2025 umfassend modernisiert werden soll. Sie gehört zum sogenannten Dieselnetz Dresden und wird derzeit noch von Triebwagen der Mitteldeutschen Regiobahn bedient.

Auch die Verbindungen durch das Müglitztal von Heidenau nach Altenberg, die Nationalparkbahn zwischen Bad Schandau und Sebnitz sowie die Strecken von Dresden nach Görlitz und Zittau und die Regionalbahn von Pirna nach Neustadt und Sebnitz haben keine Oberleitung und werden aktuell von Dieselzügen befahren.

Auf der Suche nach einem Ersatzantrieb

Der VVO möchte ab 2031 neue Antriebsformen auf diesen nichtelektrifizierten Strecken einsetzen. Laut Geschäftsführer Burkhard Ehlen sei ein batteriebetriebener Zug eine Möglichkeit. Infrage kämen auch Züge mit Wasserstoffantrieb.

Wir wollen zeigen, dass die Technik angewendet werden kann, auch bei uns. Und wir wollen zeigen, dass wir die Strecke nach Königsbrück dadurch auf S-Bahn-Standard bringen können.

Burkhard Ehlers Geschäftsführer VVO

Damit für den Aufbau den nötigen Infrastruktur genügend Zeit bleibt, wolle man sich bis Ende 2021 für eine Antriebsart entschieden haben, so Ehlen. Ab Ende 2021 wird nach einer Ausschreibung zunächst die DB Regio zehn Jahre lang mit Dieseltriebwagen das sogenannte Dresdner Dieselnetz betreiben.

Bis zu 100 Kilometer Reichweite

Neue batteriebetriebene Züge VVO
So sieht er aus, der neue batteriebetriebene Zug. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der batteriebetriebene Zug vom Typ Desiro ML des Herstellers Siemens, der vorgestellt wurde, kommt in Österreich bereits zum Einsatz. Laut Herstellerangaben kostet ein Wagen zwischen fünf und sechs Millionen Euro und hat eine Reichweite von 80 bis 100 Kilometern. Zudem können die Batterien in 25 Minuten aufgeladen werden, gewinnen beim Bremsen Energie und laden auch dann, wenn Oberleitungen auf der Strecke vorhanden seien. Auf der Strecke Dresden - Königsbrück könnte ein solcher Zug zwischen Hauptbahnhof und Klotzsche den Strom aus der Oberleitung ziehen und danach die geladenen Batterien nutzen.

Erzgebirgsbahn verzichtet auf Hybridzüge

Die Deutsche-Bahn-Tochter Erzgebirgsbahn hat unlängst Versuche zur Umrüstung eines Dieseltriebwagens auf Hybridbasis eingestellt. Geplant war ursprünglich die Umrüstung der Dieseltriebwagen-Flotte von zwölf Zügen, was Kraftstoff gespart und die Umwelt geschont hätte. Den überraschenden Stopp des Programms begründet die Deutsche Bahn mit neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Zulassung von Zügen, die seit Mitte Juni gelten.

Quelle: MDR/kh/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.09.2020 | ab 12:00 Uhr in den Nachrichten

15 Kommentare

Ekkehard Kohfeld vor 9 Wochen

"Wenn alte Nebenstrecken wieder neuen Wind bekommen, weil man die aufwendige und teure Elektrifizierung spart, wäre das schon eine tolle Sache."

Da möchte ich sehen wenn die wirklich beladen werden wie weit die da noch kommen,die haben so schon genug an ihren Batterien zu schleppen,und sie glauben die geschloßenen Strecken öffnet wieder einer die sind ja schon zu großen Teilen abgebaut bei uns sind das Radwege. 😁😁😁

Grosser Klaus vor 9 Wochen

Darum solte sich der VVO einmal kümmern, aber offensichtlich rechnet es sich finanziell für die Transdev Regio Ost GmbH und für den Verkehrsverbund Oberelbe, dass den Strecken Transdev Regio Ost GmbH immer wieder Züge ausfallen und insbesondere auf der Strecke Pirna – Neustadt/Sachsen – Sebnitz/Sachsen bereits seit über einem Jahr die Züge ausfallen.
Vom Verkehrsverbund Oberelbe werden nicht alle vertraglichen Möglichkeiten gegen die Transdev Regio Ost GmbH ausgeschöpft, um sofort wieder zu einem stabilen Betriebsablauf zu gelangen.
Der Verkehrsverbund Oberelbe dagegen als Besteller der Leistung er hat für nicht erbrachte Leistungen der Transdev Regio Ost GmbH nicht bezahlen müssen. Finanziell gesehen profitiert er von der Situation. Wir Fahrgäste haben den Schaden, der Verkehrsverbund spart Geld. Das kann nicht richtig sein.
Die Situation wird sich auch langfristig nicht ändern, da die Transdev Regio Ost GmbH nicht mit Strafzahlungen oder gar einer Abmahnung rechnen muss.

Bierbauch vor 9 Wochen

Wird sie ja - es geht ja um die Zeit dazwischen. Bei einigen Strecken ist es zudem nicht wirtschaftlich. Wenn alte Nebenstrecken wieder neuen Wind bekommen, weil man die aufwendige und teure Elektrifizierung spart, wäre das schon eine tolle Sache.

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