Richtungsstreit in Meissen Sachsen prüft Strategie bei Porzellan-Manufaktur

Sachsen stellt ein umstrittenes Strategiepapier zum Umbau der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen auf den Prüfstand. Wie Finanzminister Georg Unland am Donnerstag in Dresden sagte, wird die Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG damit beauftragt, das Konzept des Manufaktur-Geschäftsführers Christian Kurtzke auf seine Plausibilität prüfen. Kurtzke will die Manufaktur zu einem Luxuskonzern umbauen.

Das Gutachten bilde die Grundlage für die weitere finanzielle Begleitung, sagte Unland. Er betonte, die Manufaktur sei essenzieller Bestandteil des Freistaats und stehe nicht zum Verkauf. Kerngeschäft bleibe das Porzellan. Um das Kerngeschäft zu stützen und voranzutreiben, werden die Geschäftsfelder ausgeweitet. Dabei sei es wichtig, dass die Strategie und das Vorgehen des Unternehmens für Mitarbeiter und die Öffentlichkeit transparent sind.

Linke fühlen sich in Kritik bestätigt

Mit dem Gutachten kommt Unland einer Forderung der Linken im Landtag nach. Sie hatten Anfang dieser Woche ein Gutachten gefordert, um Klarheit über den Umbau der Manufaktur zum Luxus-Konzern zu erhalten. Der haushaltspolitische Sprecher der Linken, Sebastian Scheel, sagte, die monatelange Hinhaltetaktik habe nun ein Ende. "Nun wird nachgeholt, was lange versäumt wurde: Dem Strategiewechsel werden belastbare Dokumente zugrunde gelegt. Wertvolle Jahre sind indes vergeudet."

Schon seit Tagen gab es Spekulationen, ob Meissen eine Kapitalaufstockung erhalten soll. Das Finanzministerium wollte dazu auf Nachfrage zunächst keinen Kommentar abgeben. Selbst die Gremiensitzungen wurden mit Verweis auf Vertraulichkeit nicht bestätigt. Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau sprach am Dienstag von einem "unübersichtlichen Streit": "Ich würde in einer solchen Situation keine Kapitalerhöhung machen." Es sei durchaus klug, Marken zu stabilisieren. Aber nur, wenn es ein vernünftiges Geschäftsmodell gebe.

Manufakturchef Kurtzke steht nicht infrage

Der Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Biedenkopf gab bei der Sitzung bekannt, dass die Person Kurtzke nicht infrage stehe. Allerdings werden ihm zwei weitere Geschäftsführer zur Seite gestellt: einer für den kaufmännischen und einer für den Produktionsbereich. Der frühere sächsische Ministerpräsident sagte zudem, dass für die Umbauphase "natürlich" Geld benötigt werde. Die Höhe der Investitionen wurde allerdings nicht genannt. Aktuell schreibt die Manufaktur rote Zahlen, die "schwarze Null" sei das Ziel bis zum Jahr 2017.

OB Raschke Posten als Aufsichtsrat niedergelegt

Der Streit hinter den Kulissen hatte sich in den vergangenen Wochen zugespitzt. Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke hatte Anfang April seinen Posten als Aufsichtsrat niedergelegt. Er reagierte damit auf den Vorstoß der Manufaktur, sich künftig die Rechte an der Wortmarke "Meissen" für sämtliche Waren und Dienstleistungen zu sichern. Raschke kündigte an, rechtlich prüfen zu lassen, ob Meißner Unternehmen durch die Anmeldung der Manufaktur in ihren Geschäften behindert würden.

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5 Kommentare

20.06.2014 19:30 N. 5

Wessen Geld soll mit dieser Finanzspritze eigentlich gerettet werden?

20.06.2014 16:32 joachim lissner 4

@Frank!:Hallo ,hören Sie mir jetze bitte zu ! Ich weiss nähmlich warum diese hübsche Frau hier abgebildet ist !Sie ist nähmlich genau so schön und wertvoll wie das Meissner Porzellan .Ach! wie ich beides liebe .Mir fallen gleich die Augen raus.Hoppla, gleich wäre es geschehen!

20.06.2014 15:52 Porzellansammler 3

Unsere Traditionsmarke wird mit Hilfe undurchsichtiger Geschäftsleute und deren politischen Zuträgern plattgemacht. Porzellan - ja Porzellan hat die Marke mit den gekreuzten Schwertern weltweit bekannt gemacht. Der Schickimicki mittelmäßiger Betriebswirtschaftler und abgehalfterter Politikern aus dem Westen mit äußerst fragwürdigen Geschäftsideen wird unserer Manufaktur und Sachsen nicht gut tun.

20.06.2014 14:23 Sachse 2

Dies zum Thema Wirtschaftskompetenz der CDU!! Mir wird einfach nur schlecht. Es sind nur noch Schein und Geschwaffel, die die Leute einlullen. Von den versenkten Landesbank-Milliarden und Porzellan-Millionen hätten wir soviele sinnvolle Sachen machen können.

Vielleicht werden bis Ende August doch noch einige wach. Ich hoffe drauf, denn der Lack ist ab. Schönen Tag!

20.06.2014 09:31 Frank 1

Was hat die wunderschöne Frau mit dem Artikel zu tun?

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