24.04.2019 | 17:05 Uhr Feld, Wald, Garten: Was tun, wenn die Dürre kommt

Die drohende Dürre ist in aller Munde. Ob sie in diesem Jahr kommt oder nicht, Wetterextreme werden uns immer wieder begleiten. Aber was können Bauern, Forstwirte und Kleingärtner tun, um der nächsten Dürre zu trotzen?

Wie können sich Bauern auf künftige Dürre-Perioden einstellen?

Agrarmeterologe Falk Böttcher
Wichtig für Bauern ist es laut Agrarmeteorologe Falk Böttcher, den Boden so wenig wie möglich zu bearbeiten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn es nach Falk Böttcher vom Deutschen Wetterdienst geht, muss man versuchen, so Wasser sparend wie möglich in der Landwirtschaft zu arbeiten. Das bedeutet zu vorderst, dass man so wenig wie möglich in den Boden eingreift, um die Verdunstung nicht noch zusätzlich anzuheizen. Die Wasserspeicherfähigkeit sei höher, wenn Boden so wenig wie möglich bearbeitet werde. Die Verdunstung könne zudem über die Aussaatstärke und die Pflanzabstände reguliert werden. Gut ist Böttcher zufolge auch, wenn die Pflanzen auf Feldern durch Stroh oder Mulchmaterial abgedeckt werden. Diese sogenannte konservierende Bodenbearbeitung wird laut Böttcher schon auf über 50 Prozent der Ackerflächen angewandt. Dabei bestehe allerdings ein anderes Problem: die Regulierung von Unkraut und nicht erwünschter Begleitflora. Dafür gebe es aber bereits technologische Ansätze.

Wie werden Wälder vor Dürreperioden geschützt?

Falk Unger
Revierförster Falk Unger hat so etwas noch nicht erlebt: Erst die anhaltende Trockenheit im vergangenen Jahr und dann geht es in diesem Jahr gleich wieder so weiter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Forst gibt es eher langfristige Projekte, die vor allem den Umbau der Wälder von reinen Kiefern- oder Fichtenwäldern in Mischbestände zum Ziel haben. So wurden Böttcher zufolge bereits nach den Stürmen der letzten Jahre Wälder klimaangepasst umgebaut, beispielsweise Buchen oder Eichen ersetzt. Vor allem in Nordsachsen werde das schon praktiziert. Es werden aber auch Bäume gezielt entnommen und durch andere Bäume, die unter Trockenheit nicht so stark leiden und tiefer wurzeln, ersetzt, erklärt Revierförster Falk Unger aus dem Forstbezirk Eibenstock.

Sollten Kleingärtner das Gärtnern besser lassen?

So kritisch ist die Lage wohl nicht. Die Beete gar nicht mehr zu gießen, ist Böttcher zufolge nicht nötig. Dennoch: Man sollte so Wasser sparend wie möglich wirtschaften. Jeder sollte sich die Frage stellen, ob es nötig ist, Bäume, Sträucher oder Rasen zu bewässern. Zudem könnte man den Rasenschnitt nach dem Rasenmähen zur Verdunstungshemmung auf die Beete legen. Ganz aufs Gärtnern verzichten müsse man aber nicht.

Und was kann die Schifffahrt machen, wenn die Dürre die Pegel wieder sinken lässt?

Die Sächsische Dampfschifffahrt schaut "verhalten optimistisch" in die aktuelle Saison. Man werde sich weiter den Gegebenheiten anpassen, heißt es auf Anfrage. Bereits bei der letzten Trockenperiode im vergangenen Jahr habe man den Einsatz der Schiffe und die Fahrgastzahl den Pegeln der Elbe angepasst. Das werde man auch beim nächsten Niedrigwasser wieder tun.

Dürre treibt Landwirten Sorgenfalten auf die Stirn Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern

Die anhaltende Trockenheit treibt nicht nur den Landwirten in Sachsen Sorgenfalten auf die Stirn. Selbst die Erdbeeren müssen gewässert werden, sonst drohen auch hier Verluste.

Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Durch die extreme Trockenheit auf den Feldern wird durch die Landwirtschaftsmaschinerie Staub aufgewirbelt. Bildrechte: Tino Plunert
Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Durch die extreme Trockenheit auf den Feldern wird durch die Landwirtschaftsmaschinerie Staub aufgewirbelt. Bildrechte: Tino Plunert
Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Bevor das trockene Feld bestellt werden kann, muss es umgepflügt werden. Bildrechte: Tino Plunert
Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Auch hier wird durch den aufgewirbelten Staub die extreme Trockenheit sichtbar. Bildrechte: Tino Plunert
Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Nach dem Umpflügen kann die Sähmaschine beladen und das Feld besät werden. Bildrechte: Tino Plunert
Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Die Landwirte haben jedoch Angst, dass durch die anhaltende Dürre, die Samen vertrocknen, bevor sie sprießen. Bildrechte: Tino Plunert
Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Auch auf den Erdbeerfeldern in der Nähe von Moritzburg muss mit Hilfe von künstlicher Bewässerung nachgeholfen werden. Bildrechte: Tino Plunert
Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Hier laufen schon seit mehreren Wochen die Sprinkleranlagen. Bildrechte: Tino Plunert
Anhaltende Trockenheit auf Sachsens Feldern
Sachsens Landwirte blicken zum Himmel und hoffen, dass es bald wieder mal regnet. Bildrechte: Tino Plunert
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Quelle: MDR/cnj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 24.04.2019 | 19:00 Uhr

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1 Kommentar

24.04.2019 17:15 Erzer 1

Ich glaube, jeder normale Kleingärtner, der nicht gerade ans öffentliche Wassernetz angeschlossen ist, weis selber das er sparsam mit seinem noch verfügbaren Wasser umgehen muss. Aber vllt wären mal ein paar neue, hilfreichere Tipps von Vorteil, wie zB zum praktischen Anbau

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