E-Autos in Sachsen Mobil für die Zukunft

Leise, energiesparend, klimafreundlich - E-Autos haben viele positive Eigenschaften. Trotzdem fährt kaum ein Sachse mit ihnen. Und das liegt nicht nur am Preis.

In Borna fährt das erste E-Auto durch die Stadt. Die Stadtverwaltung hat das E-Mobil für die Mitarbeiter angeschafft. Damit will sie sich auf den Weg zu einer klimafreundlichen Kommune machen.

Wenige E-Autos haben gleich mehrere Gründe

Laut Zulassungsstelle fahren noch keine privaten Elektro-Fahrzeuge in der Kreisstadt. Und damit ist sie bei Weitem nicht die einzige Stadt. Das hat laut ADAC gleich mehrere Gründe:

1. Für viele Menschen ist die Anschaffung trotz der sogenannten E-Prämie noch zu teuer. Der Umweltbonus sollte einen Kaufanreiz schaffen. Bis zu 2.000 Euro können Antragsteller für ein E-Auto bekommen.
2. Die Akkus halten bei den halbwegs bezahlbaren Autos nicht lange genug. Dieses Problem haben vor allem Menschen auf dem Land. Sie fahren weitere Strecken, um beispielsweise zum Supermarkt, zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen.
3. Bis die Akkus wieder voll aufgeladen sind, vergeht zu viel Zeit. Allerdings entwickelt sich die Technologie hier stetig weiter. In einigen Monaten oder Jahren könnte es hier deutliche Fortschritte geben.
4. Das größte Problem in der Stadt sind zu wenige Ladestationen. Das liegt vor allem daran, dass in der Stadt vergleichsweise wenig Eigenheime stehen, zu denen sich Eigentümer ihr persönliches Ladekabel verlegen lassen können. Großstädter sind also eher auf öffentliche Ladesäulen angewiesen.

Ladestationen sollen ausgebaut werden

Ein Elektroauto lädt im Zentrum von Leipzig (Sachsen).
Bildrechte: dpa

In Sachsen gibt es nach Informationen der Bundesnetzagentur bislang nur 86 öffentliche Ladesäulen - die meisten in Leipzig (63). Auf der Deutschland-Karte sind allerdings nur solche eingezeichnet, die von einer Behörde auf Sicherheit überprüft wurden. Das Portal smarttanken.de des Automobilclubs ADAC findet bedeutend mehr Ladestationen. Die reichen den Verkehrsexperten zufolge trotzdem nicht aus.

In dieser Hinsicht will Borna nun nachlegen: In der Stadt sollen noch in diesem Jahr fünf E-Zapfsäulen aufgestellt werden. Außerdem hat das Landratsamtes eine Umfrage in Auftrag gegeben, die herausfinden soll, wie die Kommunen die bestehenden Ladesäulen nutzen. Die Umfrage wird nun ausgewertet.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 24.07.2017 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2018, 16:24 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

12.11.2018 17:53 J.Heder 4

Prinzipiell ist die Grundidee begrüßenswert. Jedoch ist der Lösungsansatz nicht zeitgemäß allein mit Akkus. Dagegen spricht das Leistungsgewicht, die geringe Reichweite und fehlende flächendeckende Ladeinfrastruktur. Allein bis es die gibt gehen gut 15 Jahre ins Land und müssen ca. 10-15 Mrd. € investiert werden! Tankstellen für flüssige Treibstoffe gibt es; wäre also der Ansatz über Brennstoffzellen (DMFC;DEFC) oder alkalische Brennstoffzellen der bessere. Kombiniert mit größeren Akkus und PV-Zellen der kostengünstigere Weg, weniger umweltschädlich und erschwinglich für die breite Masse. Vor allem müssen keine "schweren Akkus" mitgefahren werden und keine teuren Stromnetze zusätzlich aufgebaut werden. Wo käme denn der Ladestrom her? Wo kommen die Metalle der Batterien her? Entsorgung der Elektrolyte?
Nur als Denkanstoß in den Raum gestellt....

26.07.2017 13:26 Morchelchen 3

Natürlich liegt es vorrangig am Preis der E-Autos. Was die Altbundesländler sich zur Beruhigung ihres Umweltgewissens gern als Zweitauto leisten können für die Einkaufsfahrten der Ehefrau, übersteigt empfindlich das Finanzaufkommen der sächsischen Durchschnittshaushalte. Ich amüsiere mich immer köstlich, wenn sich Experten öffentlich "ihre Gedanken darüber machen", wieso der Absatz noch so stagniert, besonders jedoch in den neuen Bundesländern. Wie soll man (selbst mit Zuschuss) sich noch ein Auto um die Dreißigtausend leisten, wenn man als Pendler ein "normales" haben muss, gemeinsam um die 2500 € Nettoverdienst hat und bereits für ein Haus abbezahlt? Gutverdienende Singles könnten ein E-Auto finanzieren, doch fahren die zumeist gern sehr weit weg in den Urlaub.

25.07.2017 17:48 Klara Morgenrot 2

@Fragender Rentner
Der MDR ist doch CDU-Staatsfunk und beantwortet solche Fragen nicht, obwohl jene Interesse der Algemeinheit sind.Google fragen, da bekommt immer eine Antwort.
Ob falsch oder richtig. Es gibt Antworten, daß zählt.

25.07.2017 14:59 Fragender Rentner 1

Zitat von Oben: Leise, energiesparend, klimafreundlich - E-Autos haben viele positive Eigenschaften.

Wie ist das mit dem Tanken?

So schnell wie jetzt, was halten die Akkus aus wenn sie in 30 Min. öffter sehr schnell geladen werden?

Wie wird die Umwelt geschädigt durch den Abbau der Mineralien, wieviel CO2 entsteht bei der Herstellung, was geschied bei einem Unfall, wenn der Akku ebenfalls geschädigt wird und was kostet die Entsorgung?

Über so etwas hört man nichts, warum nur?