18.03.2020 | 18:10 Uhr Trauerfeiern in Sachsen wegen Corona eingeschränkt

Die Corona-Krise hat auch die Friedhöfe in Sachsen erreicht. Trauerfeiern und Bestattungen sind nur mit Einschränkungen möglich – in kleinem Kreis und mit Abstand. Klare Vorgaben gibt es aber nicht überall. Das Gesundheitsministerium verweist auf die Allgemeinverfügung zu Versammlungen.

Städtischer Friedhof Görlitz
Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Trauerfeiern in Sachsen: Möglich, aber es gibt Einschränkungen

Wegen der Corona-Krise sind Beerdigungen und Trauerfeiern auch in Sachsen nur noch im eingeschränkten Umfang möglich. Doch die Regelungen können je nach Ort unterschiedlich sein. Das Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage von MDR SACHSEN, in der Allgemeinverfügung der Regierung zum Verbot von Veranstaltungen seien Trauerfeiern im privaten Bereich bis zu einer Zahl von 100 Teilnehmenden ausgenommen.

Es werde aber empfohlen, private Veranstaltungen zu verschieben oder abzusagen. Der Abstand zwischen den Trauernden sollte in jedem Fall gewährleistet sein. Das Ministerium appelliere auch hier, Trauerfeiern nur in einem ganz kleinen Kreis stattfinden zu lassen.

Bautzen: 1,50 Meter Abstand zwischen Trauergästen

Für Bestattungen in Bautzen gilt etwa nach Angaben der Stadt bis auf Weiteres: Der Kreis der Personen, die an einer Bestattung teilnehmen, ist möglichst klein zu halten. Um das Ansteckungsrisiko für die Trauerenden - aber auch für die Mitarbeitenden der Bestattungsinstitute - möglichst gering zu halten, sollte zudem ein Abstand von 1,50 Meter zwischen den Gästen gewahrt werden. Personen, die unter den aktuellen Bedingungen besonders gefährdet sind, sollten es vermeiden, an Beisetzungen teilzunehmen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Bautzen.

Stadt Dresden ohne klare Vorgaben - Bundesverband fordert klare Regelung

Die Stadt Dresden verweist auf Anfrage von MDR SACHSEN auf die Allgemeinverfügung des Freistaates ohne eigene Empfehlungen. Eindeutige Vorgaben, wie viele Trauergäste maximal teilnehmen dürfen, gibt es nicht. Genau die fordert aber der Bundesverband der Deutschen Bestatter. Aktuell fänden noch Trauerfeiern mit zahlreichen Gästen statt, sagte Sprecherin Elke Herrnberger. Besonders bei alten und kranken Menschen bestehe große Ansteckungsgefahr, "weil natürlich Umarmungen folgen und Tränen fließen." Hier würden somit unmittelbar Körperflüssigkeiten ausgetauscht.

Der Bundesverband empfiehlt bis zu 25 Personen bei einer Trauerfeier, um das Risiko der Ansteckung zu verringern. Bei den Feiern sollten zudem Teilnehmerlisten ausgelegt werden, um sie im Falle einer Infektion eines Gastes später schneller identifizieren zu können. Die Listen sollten vier Wochen verwahrt und dann von der Friedhofsverwaltung vernichtet werden.

Chemnitz mit strenger Regelung

Die Stadt Chemnitz befolgt diese Empfehlungen schon jetzt teilweise oder geht darüber hinaus. So sind dort bis auf weiteres die Abschiedsräume auf dem Städtischen Friedhof und im Urnenhain geschlossen, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte. Zum Schutz der Trauergäste und des Personals würden zudem nur noch Bestattungen mit maximal zehn Begleitpersonen zugelassen. Auch die Friedhofsverwaltung in Chemnitz sei geschlossen, Termine und Vereinbarungen würden telefonisch getroffen.

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Quelle: MDR/kb/epd

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