Umweltschutz Sachsen prüft überarbeitete Unterlagen zu Elbe-Staustufe

Sachsen wird die überarbeiteten Unterlagen der tschechischen Behörden zu den Auswirkungen der geplanten Elbe-Staustufe bei Decin in den kommenden Monaten erneut prüfen. Wie das sächsische Umweltministerium am Dienstag mitteilte, sind im Rahmen einer grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung damit erneut Stellungnahmen von Behörden, Verbänden sowie der Öffentlichkeit zu dem umstrittenen Projekt möglich.

Kupfer: "gründliche Prüfung" angewiesen

Umweltminister Frank Kupfer erklärte, er habe angewiesen, dass die eingebundenen sächsischen Behörden die überarbeiteten Unterlagen gründlich prüfen sollten. "Wir müssen auf jeden Fall alle Möglichkeiten nutzen, um negative Auswirkungen auf die Umwelt in Sachsen nicht zuzulassen", sagte Kupfer. Eine erste Stellungnahme zu der geplanten Staustufe hatte Sachsen vor rund einem Jahr abgegeben. Darin wurden Bedenken gegen das Projekt vorgebracht. Der Freistaat hatte unter anderem mit negativen Auswirkungen für den Fischbestand im deutschen Teil der Elbe sowie Beeinträchtigungen für Elbebiber- und Fischottervorkommen in Sachsen argumentiert. Auch eine Verschlechterung des ökologischen und chemischen Zustandes der Elbe wurde befürchtet.

Der tschechische Teil der Elbe ist bereits durch 24 Staustufen geprägt, die vor allem seit den 1950er-Jahren errichtet wurden. Ziel der Bauwerke ist es, den Fluss soweit wie möglich schiffbar zu halten. Zusätzlich dienen die Wehranlagen dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung. In Deutschland gibt es als vergleichbares Querbauwerk nur die Staustufe Geesthacht südöstlich von Hamburg.

Zuletzt aktualisiert: 28. Februar 2012, 16:28 Uhr

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