ein Impfpass mit Spritze und Vermerk für Masernimpfung
Bildrechte: imago/Hans-Günther Oed

Gesundheit Elf Fälle von Masern in Sachsen seit Jahresbeginn

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit. Die Viren können zu Hirnhaut- und schwerer Lungenentzündung führen. Das wird noch immer unterschätzt - mit Folgen. Jetzt ist die Zahl der Masernfälle wieder gestiegen. Das sächsische Gesundheitsministerium warnt auch vor den Impflücken bei Erwachsenen und setzt jetzt auf Aufklärung.

ein Impfpass mit Spritze und Vermerk für Masernimpfung
Bildrechte: imago/Hans-Günther Oed

In Sachsen steigt die Zahl der Masernfälle nach dem Rückgang 2018 seit Jahresbeginn wieder. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Dresden sind bisher mindestens elf Erkrankungen bestätigt - drei mehr als im gesamten Vorjahr. Weitere Verdachtsfälle werden derzeit geprüft, wie ein Sprecher am Montag sagte. Der Anstieg sei im Vergleich zu anderen Ländern noch nicht so dramatisch, tendenziell nähmen die Erkrankungen aber wieder zu.

Erhebliche Impflücken auch bei Erwachsenen

Nicht nur das Ministerium beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Nach dem Höhepunkt 2015 mit 271 Fällen war das Niveau laut der Statistik 2016 auf nur 34 gesunken, für 2017 stehen doppelt so viele zu Buche. Ursachen dieser Entwicklung sind Impflücken und eine teils mangelnde Impfbereitschaft, wie das Ministerium berichtete. Nach wie vor würden viele Kinder im Freistaat zu spät geschützt und auch bei Erwachsenen gebe es "teils erhebliche Impflücken". Während 97 Prozent der Vierjährigen einmal gegen Masern geimpft sind, waren es nur 82 Prozent der Schulanfänger 2018.

Aufklärung: Impfbus fährt Schulzentren ab

Sachsens Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Barbara Klepsch.
Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch will bei Masernimpfungen auf Aufklärung setzen. Ein Schulbus fährt ab Mai berufliche Schulzentren ab. Bildrechte: Staatsministerium/Christian Hüller

"Die Quoten zur Schulaufnahmeuntersuchung steigen zwar stetig, sind aber noch zu niedrig", sagte die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Sie hofft auf positive Impulse durch die aktuelle Debatte um eine Impfpflicht. "Sie trägt auch dazu bei, dass sich mehr Menschen mit ihrem Impfstatus beschäftigen." Klepsch steht der aus der SPD und von Kinderärzten geforderten gesetzlichen Impfpflicht generell offen gegenüber. Studien und Erfahrungen in anderen Ländern zeigten aber, dass das nicht unbedingt die Akzeptanz erhöhe. "Deswegen setzen wir verstärkt auf Aufklärung und Erinnerung", sagte sie. Ab Mai fahre ein Impfbus berufliche Schulzentren ab, um Impflücken aufzudecken und zu schließen. "Masern sind keine Kleinigkeit", mahnte die Ministerin. Impfen schütze auch die, die das aus gesundheitlichen oder aus Altersgründen nicht nutzen könnten wie Babys oder chronisch Kranke.

Aktuelle Fälle betreffen vor allem Erwachsene

Laut Klepsch sind in diesem Jahr bislang meist Erwachsene betroffen, die fast alle ins Krankenhaus mussten. Bei der hochansteckenden Infektionskrankheit kann es unter anderem zu Hirnhaut- und schwerer Lungenentzündung kommen. Die Grünen im Landtag halten nichts von Sanktionen, um die Impfquoten zu erhöhen. Sie fordern eine stärkere Impfberatung in den Gesundheitsämtern, wie deren Gesundheitsexperte Volkmar Zschocke mitteilte. Es gebe nur sehr wenige entschiedene Impfgegner, mit Blick auf das Vertrauen in die Vorteile von Impfungen sei daher Impfzwang kontraproduktiv. Seine Kollegin Susanne Schaper (Linke) indes sprach sich für die Pflicht zur Schutzimpfung als Voraussetzung für die Aufnahme in Kita und Schule aus. "Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln und Keuchhusten sind längst nicht ausgerottet und sie sind keine Bagatellen", mahnte sie.

Quelle: MDR/dpa/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 25.03.2019 | 19:30 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 25.03.2019 | ab 19:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 25. März 2019, 21:38 Uhr

Mehr aus Sachsen